Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Entdeckung von US-Forschern Ein Virus macht die Menschen dümmer

Viele Menschen tragen es in sich, ohne es zu wissen: Laut US-Forschern verlangsamt ein Virus das menschliche Denken. Vieles an ATCV-1 ist den Wissenschaftlern aber noch ein Rätsel.

Forscher aus den USA haben einen Virus entdeckt, der offenbar die kognitiven Funktionen des Gehirns beeinträchtigen kann. Kurz gesagt: Der Krankheitserreger macht Menschen dümmer. Auf die spektakuläre Entdeckung kamen die Wissenschaftler laut ihrem Bericht im wissenschaftlichen "PNAS"-Journal durch Zufall: Während einer Studie an Mikroben im menschlichen Rachen fanden sie bei gesunden Probanden DNA, die mit dem Erbgut eines Chlorovirus namens ATCV-1 identisch war.

Der Virus ist normalerweise in Süßwasserseen und Teichen zu finden und befällt dort Grünalgen. Zuvor waren Forscher davon ausgegangen, dass der Erreger für Menschen ungefährlich ist, doch die aktuelle Studie brachte neue Erkenntnisse ans Licht. Demnach hat ATCV-1 tatsächlich Auswirkungen auf die Gehirnfunktion - so verringert sich beispielsweise die Aufmerksamkeitsspanne. Zudem konnte eine Schwächung der räumlichen Wahrnehmung festgestellt werden.

Es ist das erste Mal, dass Wissenschaftler an Mikroorganismen die Fähigkeit zur direkten Veränderung der menschlichen Physiologie ohne eine Beeinträchtigung des Immunsystems feststellen konnten. Da bei den Probanden keine offensichtliche Krankheit ausbricht, bleibt die Infektion also zunächst unbemerkt. Wie der Virus einen menschlichen Wirt befallen kann, ist noch nicht bekannt. Bloßes Schwimmen in einem See ist aber offenbar nicht für eine Infektion verantwortlich.

Mäuse mit Virus irren durchs Labyrinth

In der Studie untersuchten Forscher die Rachenräume von 92 gesunden Teilnehmern, bei 44 Prozent von ihnen konnte ATCV-1 nachgewiesen werden. Bei anschließenden Versuchen zur Messung von Präzisionsleistung und der Geschwindigkeit visueller Reizverarbeitung im Gehirn erreichten die mit dem Virus infizierten Probanden im Schnitt einen sieben bis neun Punkte niedrigeren Wert als die Nicht-infizierten.

Nach den Tests wurden entsprechende Versuche mit Mäusen gemacht - Tiere mit dem Virus hatten demzufolge größere Schwierigkeiten, ihren Weg aus einem Labyrinth zu finden als ihre gesunden Artgenossen. Außerdem richteten sie ihre Aufmerksamkeit weniger stark auf neue Objekte und bemerkten neue Eingänge im Labyrinth weniger oft.

Den Forschern zufolge war es dem Virus gelungen, im Gehirn der Mäuse Prozesse der Erinnerungsbildung und des Lernens zu manipulieren. Außerdem konnte ATCV-1 Einfluss auf das Immunsystem der Nager nehmen. Die Wissenschaftler feierten die Ergebnisse der Untersuchung als großen Erfolg: "Das Beispiel zeigt eindrücklich, dass die Mikroorganismen, die wir in uns tragen, Verhalten und Denkvermögen beeinflussen können", sagte Versuchsleiter Dr. Robert Yolken. In Zukunft könnten Erkenntnisse medizinisch genutzt werden, um beispielsweise das Denkvermögen zu steigern.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()