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Cannabis killt Krebs Marihuana-Wirkstoff zerstört Tumorzellen

Schon länger kommt Cannabis auch zum medizinischen Einsatz, zum Beispiel in der Schmerztherapie. Ein neuer Tierversuch zeigt nun, dass Marihuana sogar aggressive Krebszellen reduzieren kann.

Vielleicht muss man, um die Begeisterung der Freunde der Marihuanapflanze ein wenig zu dämpfen, zunächst sagen, dass die Mäuse nicht inhaliert haben. Die Mäuse sind mit Wirkstoffen aus der Pflanze behandelt worden.

Die Ergebnisse des Tierversuchs, über den im November erstmals in einem wissenschaftlichen Magazin berichtet wurde, sind allerdings interessant. Und zwar so interessant, dass sie auch einer Drogenbehörde in den USA aufgefallen sind. Darüber wiederum freuen sich Kritiker der harten Drogenpolitik in den USA.

Eine Tierversuchsstudie deute an, "dass Auszüge aus der Marihuanapflanze einen der schlimmsten Gehirntumore zum Schrumpfen bringen könne". Das schreibt das "National Institute on Drug Abuse" in einem neuen Faktenblatt zu der seit Langem diskutierten Frage "Ist Marihuana Medizin?" Das Institut untersteht dem Gesundheitsministerium und soll den medizinischen Einsatz von Marihuana und Cannabis untersuchen.

Gliome gehören zu den aggressivsten Tumoren

Die Studie, um die es geht, stammt von Krebsforschern der St. George's University in London. Die Forscher haben nicht nur an weiblichen Mäusen, denen Krebszellen eingepflanzt wurden, sondern vorher auch an Krebszellen in Glasschalen die Effekte von zwei Cannabinoiden untersucht. So heißen die Wirkstoffe aus der Pflanze, die auch als Droge dient. Die Forscher benutzten eine Form von Tetrahydrocannabiol, bekannt als THC, und den Stoff Cannabidiol, abgekürzt CBD.

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Die Krebszellen, die sie in den Glasschalen und den Mäusen für den Versuch gezüchtet hatten, entstammten Gliomen. Das sind Tumoren, die an den Gliazellen im Zentralen Nervensystem entstehen, und zwar meistens im Gehirn. Gliome gehören zu den aggressivsten Tumoren, die im Körper entstehen können. Und zu denen, die am schwierigsten zu bekämpfen sind. Lange überlebt kaum ein Mensch diese Art von Krebs.

Die Forscher geben in ihrer Studie die Überlebensraten für Patienten in Großbritannien an: 36 Prozent der Menschen, bei denen ein Gliom entdeckt wird, überleben das erste Jahr nach der Diagnose. Nur zehn Prozent überleben fünf Jahre.

Für "Freizeitkonsumenten" uninteressant

Mit beiden Cannabinoiden gelang es den Londoner Krebsforschern, die Anzahl der Gliomzellen in den Glasschalen zu reduzieren. THC und CBD wirkten einzeln und kombiniert – und besonders gut wirkten sie zusammen mit einer Bestrahlung. Zellen, die mit den Cannabinoiden behandelt worden waren, waren empfindlicher für die Strahlentherapie.

Vor allem bei den Mäusen zeigte sich dieser Effekt. Die Forscher beobachteten "einen dramatischen Rückgang der Tumorgrößen", wenn die Tiere vor einer Bestrahlung sowohl mit THC als auch mit CBD behandelt worden waren. Ihr Forschung liefere weitere Hinweise darauf, dass die Wirkstoffe aus der Marihuanapflanze "krebsbekämpfende Eigenschaften" haben. Die Ergebnisse aus den Versuchen nennen die Forscher selbst "erstaunlich".

In diese Richtung müsse dringend weiter geforscht werden, um möglicherweise neue Therapien gegen die Hirntumore beim Menschen zu entwickeln.

Die Studie aus London hat die Drogenbehörde der USA offenbar überzeugt. In ihrem neuen Faktenblatt zum medizinischen Marihuana weist sie aber grundsätzlich noch einmal darauf hin, dass die Medikamente, die es in Zukunft geben könnte, für "Freizeitkonsumenten" uninteressant sein werden. Die Medikamente seien nämlich "nicht berauschend".

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