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Durchbruch in der Krebsforschung? Malaria-Parasit könnte Tumore heilen

Bei Malaria-Experimenten sind Forscher auf eine möglicherweise revolutionäre Methode zur Krebs-Behandlung gestoßen. In Tierversuchen konnten sie damit 90 Prozent der Tumorzellen abtöten.

Eine zufällige Entdeckung von dänischen Medizinern könnte sich als Durchbruch in der Krebsforschung erweisen: Durch das Zuführen eines mit Malaria-Parasiten gewonnen Proteins ließen sich Tumore gezielter medikamentös behandeln. In Laborversuchen tötete die neue Behandlungsmethode über 90 Prozent der vorhandenen Tumorzellen. Ein bestimmtes Zuckermolekül sei dabei der Schlüssel, wie die University of Copenhagen bekannt gab.

Zu der Entdeckung kam es im Rahmen eines Testverfahrens für eine Malaria-Impfung. Den Forschern der Universität fiel die erhöhte Infektionsrate schwangerer Frauen auf. Bei der Untersuchung in Kooperation mit der University of British Columbia hätte sich ihnen ein Zusammenhang erschlossen. "Die Plazenta entsteht aus wenigen Zellen und wächst innerhalb von einigen Monaten auf ein Gewicht von etwa einem Kilo an", erklärt Studienautor Ali Salanti in einer Presseerklärung. "So gesehen verhalten sich Tumore ganz ähnlich – sie wachsen aggressiv und unter fremdartigen Bedingungen."

Grund für die hohe Infektionsrate bei Schwangeren sei ein bestimmtes Zuckermolekül in der Plazenta. Es diene dem vom Malaria-Parasit hergestellten Protein "VAR2CSA" als bevorzugter Andockpunkt. In Tumorzellen sei das betroffene Molekül ebenfalls zu finden, so Salanti. "Wir beschäftigten uns näher mit der Funktion des Kohlenhydrats. In der Plazenta sorgt es für schnelles Wachstum. In Tumoren zeigten unsere Studien ähnliche Ergebnisse." Der Malaria-Parasit reagierte im Laborversuch ebenfalls auf die Krebszellen – eine Parallele, in der die Forscher eine Chance für die Tumorbehandlung sehen.

Transportmittel für Krebsmedikament

In Kooperation mit einem kanadischen Pharmaunternehmen testete Salanti ein Medikament, welches gezielt Tumore angreift, ohne gesundes Gewebe zu schädigen. Dabei könnte das Malaria-Protein als Transportmittel dienen und den Wirkstoff auf geradem Weg zu den Krebszellen befördern.

Infiziert wurden Mäuse mit drei verschiedenen Tumorerkrankungen. In tausenden Stichproben zeigte sich die Methode an Eierstöcken, Bauchspeicheldrüse, Magen, Lunge, Blase, Haut, Prostata und Brust erfolgreich. "Es scheint, als würde das Protein sich ausschließlich an den Tumor binden", so Thomas Mandel Clausen, Mitwirkender der Studie an der University of British Columbia. "Wir konnten beobachten, dass drei Mittel das Krebswachstum eindämmen und sogar rückläufig werden lassen."

Erste Versuche mit menschlichen Probanden prognostizieren die Forscher in vier Jahren. "Fraglich ist, wie die Therapie im menschlichen Körper wirkt und ob die benötigte Dosis ohne Nebenwirkungen tragbar ist", erklärt Salanti. "Wir sind aber optimistisch." Eine Behandlung von Schwangeren schließt er jedoch aus. "Das Toxin würde die Plazenta mit einem Tumor verwechseln und abtöten."

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