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Mysteriöses "Wow!"-Signal Forscher entschlüsselt 40 Jahre altes Rätsel aus dem All

1977 nimmt ein Teleskop ein Signal aus dem All auf. Ein Forscher staunt. Er schreibt "Wow!" neben die Daten. Die Ursache des mysteriösen Signals ist ungeklärt. Nun soll das Rätsel gelöst sein.

1977 wurde am "Big Ear"-Teleskop der Ohio State University ein einzigartiges Signal aus dem Weltraum aufgenommen. Der forschende Astrophysiker Jerry R. Ehmann empfing es am 15. August im Rahmen seines SETI-Projektes (Search for Extraterrestrial Intelligence) und war so verdutzt über das Signal aus Richtung des Sternbildes Schütze, dass er einfach nur "Wow!" neben die Daten schreiben konnte. Der Name "Wow"-Signal war geboren.

Viele andere Wissenschaftler haben sich bei der Analyse des Signals bis heute wohl dasselbe gedacht. Es gibt allerlei Theorien, was das starke Signal ausgelöst haben könnte: Etwa Aliens, ein unübliches Sternenphänomen oder gar eine Zeitverschiebung. Doch bis heute konnte das Rätsel um die Herkunft des Signals nicht entschlüsselt werden. Die Frage, ob das Signal eine Nachricht enthalte, stellte sich 1977 Ehmann bereits selbst. Damals beantwortete er diese mit "Ja, das ist möglich", doch war der Empfänger im "Big Ear" nicht leistungsfähig genug, um das Signal analysieren zu können.

"Wow!"-Signal ein seltener Einzelfall

Der Astronomie-Professor Antonio Paris von dem St. Petersburg College in Florida hat nun eine andere Theorie.  Da das "Big Ear"-Teleskop immer nur einen Bereich des Universums für 72 Sekunden beleuchten kann, ist es einfach nachzuprüfen, wohin es 1977 schaute. Damals war es in Richtung des Hauptsterns Chi Sagittarii im Sternbild Schütze ausgerichtet. Das Gebiet wurde seitdem schon mehrmals durchleuchtet, jedoch wurde nie etwas vergleichbares aufgenommen. Deswegen denken Wissenschaftler, dass es sich bei dem Signal um einen seltenen Einzelfall gehandelt haben muss, ausgestrahlt von etwas, das zu der Zeit an dem Sternbild vorbei geflogen sein könnte.

Diese Mutmaßung führte Paris auf die Kometen 266P/Christensen und P/2008 Y2 (Gibbs). Er denkt, das Signal stamme von einem oder auch beiden Kometen, die 1977 aneinander vorbeifolgen. Die Gesteinsbrocken waren damals noch nicht bekannt, doch befanden sie sich zum Zeitpunkt des "Wow!"-Signals in der Nähe des Sternbildes Schütze. "Ich kam im Auto auf die Idee. Wenn planetarische Körper sich schnell genug bewegen, könnten sie die Auslöser für das Signal gewesen sein", erzählt Paris dem "New Scientist".

Das Sternbild Schütze, mit dem Hauptstern Chi Sagittarii, liegt 251 Lichtjahre entfernt. Das multiple Sternensystem bewegt sich mit einer Geschwindigkeit von 50,9 Stundenkilometern relativ zur Sonne durch den Weltraum. (Foto: Getty Images)

Da das Signal auf einer Frequenz von 1420 Megaherz (MHz) empfangen wurde, kam Paris zu dem Schluss, dass die beiden Kometen Wasser beherbergen musste, das von der UV-Strahlung der Sonne gebrochen wurde. Somit wurden Wasserstoffatome freigesetzt, die das Signal verursacht haben könnten. Die Radiofrequenz 1420 MHz bezeichnet in der Astronomie die HI-Linie, die charakteristische Radiostrahlung von neutralem Wasserstoff.

Theorie wird mit Skepsis betrachtet

Andere Wissenschaftler sehen Paris' Theorie skeptisch. So argumentieren sie, dass die Kometen eine hohe Menge an Wasserstoffatomen hätten freisetzen müssen , um solch ein starkes Signal senden zu können. James Bauer arbeitet in einem Labor für die Entwicklung von Jet-Antrieben in Pasadena in Kalifornien. Dem "New Scientist" stellte er die Frage, dass wenn Kometen auf 21 Zentimetern (Anm. d. Red.: die Wellenlänge auf dem das Signal empfangen wurde) Signale senden, warum diese Wellenlänge nicht schon ausführlicher behandelt und erforscht worden sei.

Paris ist sich über die Undurchsichtigkeit seiner Theorie im Klaren: "Die Hypothese muss natürlich getestet und verifiziert werden." Dafür bekommt er in den nächsten Jahren ausreichend Möglichkeiten. Am 25. Januar 2017 soll Komet 266P/Christensen und am 7. Januar 2018 Komet P/2008 (Gibbs) wieder in der Region des Sternbildes Schütze sein. Durch die Analyse der Radiostrahlung sowie der Geschwindigkeit der Kometen sollten Wissenschaftler und Antonio Paris in der Lage sein herauszufinden, ob das "Wow!"-Signal von den beiden Kometen stammt. Und ob die Nachricht des Signals "Hier ist Wasser" lautet.

"Wow!"-Signal - Interpretation des Papier-Ausdrucks

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