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Weltraumspaziergang an der ISS Deshalb musste der Einsatz abgebrochen werden

Der Außeneinsatz an der "ISS" endete früher als geplant. Der amerikanische Astronaut Tim Kopra entdeckt nach knapp fünf Stunden eine Gefahr - und bricht den Einsatz seines Kollegen sofort ab.

Der britische Astronaut Tim Peake hatte sich ziemlich auf seinen ersten Weltraumausflug gefreut. Am Freitag war ein Außeneinsatz geplant, bei dem er gemeinsam mit seinem amerikanischen Kollegen Tim Kopra eine defekte Solareinheit an der "Internationalen Raumstation" (ISS) austauschen sollte. Doch Kopra meldete Probleme.

"Tim Kopra meldete zu einem früheren Zeitpunkt, dass die Kohlendioxidanzeige höher war als sonst üblich, was später auf einen fehlerhaften Sensor im Anzug zurückgeführt werden konnte", hieß es in einem Nasa-Video. Der Anzug habe ansonsten normal funktioniert. Doch dann habe Kopra einen Tropfen Wasser im Helm entdeckt. Möglicherweise sei es aus dem Kühlkreislauf im Anzug ausgetreten.

Tim Peaks, der als erster Brite überhaupt auf der "ISS" ist, musste damit seinen ersten Ausflug ins freie All früher als geplant beenden: nach vier Stunden und 43 Minuten anstelle von sechs Stunden. Für seinen Kollegen Kopra ist es der zweite Aufenthalt auf der "ISS". Beim ersten Aufenthalt im Jahr 2009 hatte er bereits einen Weltraumausflug erfolgreich absolviert. Auch bei seinem derzeitigem "ISS"-Einsatz war er bereits einmal im Außeneinsatz: Am 22. Dezember 2015 hatte er gemeinsam mit seinem Kollegen Scott Kelly Vorbereitungen zum Andocken eines Sojus-Moduls an der Außenseite der "ISS" durchgeführt.

4 Stunden und 43 Minuten

Die amerikanische Weltraumbehörde Nasa schrieb am Freitagabend beim Kurznachrichtendienst Twitter: "Safety first" (Sicherheit zuerst). "Die Crew war nie in Gefahr", versicherte die Nasa. Wasser im Helm hatte im Jahr 2013 fast zu einer Katastrophe geführt. Bei dem italienischen Astronauten Luca Parmitano hatten sich während eines Außeneinsatzes im Helm 1,5 Liter Wasser gebildet. Damals musste der Einsatz nach weniger als einer Stunde abgebrochen werden - der Italiener wäre ansonsten in seinem Anzug ertrunken.

Später erzählte Parmitano, dass das Wasser langsam in seinem Helm auf Nase und Augen getropft sei. Es sei schwer gewesen, noch etwas zu sehen - und er konnte nichts mehr hören. Deshalb habe er sich aus dem Gedächtnis zurück zur Einstiegsluke der "ISS" vortasten müssen. "Stellen Sie sich vor, Sie müssen mit geschlossenen Augen, den Kopf in einem Goldfischglas, herumlaufen", sagt er damals.

Video - Nasa setzt von nun an auf diese neuen "Space Shuttles"

 

Eine solche Erfahrung ist Tim Kopra erspart geblieben. Zudem konnten die beiden Astronauten eine Solareinheit an der "ISS" erfolgreich reparieren. Sie war vor etwa zwei Monaten ausgefallen. Durch den Ausfall eines Reglers war die Stromversorgung der "ISS" um ein Achtel zurückgegangen. Zwar störte dies die Arbeit in der Raumstation nicht. Doch wollte die Nasa das Stromnetz so bald wie möglich repariert sehen – für den Fall, dass es zu einem weiteren Ausfall kommt.

Paul McCartney schickte Grüße

Die beiden Astronauten hatten den Spannungsregler bei Dunkelheit ausgetauscht. Dadurch sollte verhindert werden, dass Strom durch die Solaranlage fließt und den beiden Männern einen Stromschlag verpasst. Sie hatten für die Reparatur nur 31 Minuten Zeit, so lange war es nämlich bei der Erdumrundung Nacht.

Mit Interesse beobachtet wurde der Einsatz unter anderen von Ex-Beatle Paul McCartney, der seinem Landsmann einen schönen Spaziergang im Weltall wünschte. "Wir schauen alle zu, kein Druck", schrieb er auf Twitter.

Die Europäische Weltraumorganisation (Esa) teilte nach dem verkürzten Außeneinsatz mit, das Modul sei planmäßig ersetzt worden. "Die Station steht wieder voll unter Strom."

An Bord der "ISS" unterstützte der US-Astronaut Kelly seine Kollegen beim Außeneinsatz. Derzeit arbeiten zudem drei Russen auf der "ISS" rund 400 Kilometer über der Erde.

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