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Langzeitbeziehungen So bleibt die Leidenschaft beim Sex erhalten

Viele Menschen halten es für normal, dass die sexuelle Attraktivität des Partners mit den Jahren abnimmt. Eine große Studie tritt den Gegenbeweis an und verrät Tricks gegen die Flaute im Bett.

Alle Liebesbeziehungen sind mindestens einer harten Belastungsprobe ausgesetzt: Die sexuelle Attraktivität des Partners nimmt mit der Zeit ab, über kurz oder lang wandelt sich feurige Leidenschaft in ein alltägliches Miteinander. Viele Paare erleben dann eine subtile Unzufriedenheit, Frustrationen belasten das Zusammenleben. Enttäuschungen und Konflikte führen am Ende nicht selten zum Wunsch nach einem neuen Partner.

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US-amerikanische Wissenschaftler behaupten, dass die Kurzlebigkeit vieler Beziehungen nicht schicksalhaft hingenommen werden muss. In einer groß angelegten Studie mit 39.000 heterosexuellen Frauen und Männern in Langzeitbeziehungen untersuchten sie das Sexleben von Paaren und versuchten das Geheimnis langlebiger Leidenschaft zu ergründen.

Lässt sich Lust immer wieder beleben? Kann sexuelle Anziehung jedes Mal aufs Neue aktiviert werden? Um es vorweg zu nehmen: Es ist nicht der natürliche Lauf der Dinge, dass Lust mit der Zeit erlischt wie eine abgebrannte Kerze. Das Sexleben der Studienteilnehmer zeigte erhebliche Unterschiede – sowohl bei der Ausübung sexueller Praktiken als auch bei der Befriedigung, die die Menschen daraus erfuhren.

Detailreiche Fragen zum Sexleben

Mit einer Fülle an Fragen trat das interdisziplinäre Forscherteam von drei kalifornischen Universitäten und einem Institut in Indiana an die Paare heran. Dabei wurden nicht nur simple Zahlen abgefragt, die die Häufigkeit von Sex-Kontakten und das Maß an Zufriedenheit dokumentierten, sondern auch eher weiche Variablen erfasst. In bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten zum Thema fehlten Daten beispielsweise über den Gebrauch von Sexspielzeugen, das Tragen von Reizwäsche oder ein gemeinsamer Gang unter die Dusche.

Die Auswertung der Umfrage zeigte, dass tatsächlich viele Menschen das "Verblühen" sexueller Freuden in ihrer Beziehung erleben. Die große Mehrheit (83 Prozent) konstatierte für die ersten sechs Monate ihrer Partnerschaft volle sexuelle Befriedigung. Momentan, also nach einer mindestens drei Jahre andauernden Beziehung, beschreiben aber nur etwa die Hälfte der Befragten ihr Sexleben als befriedigend (43 Prozent der Männer und 55 Prozent der Frauen). Ganze 41 Prozent der Männer und 27 Prozent der Frauen fühlten sich "unbefriedigt".

Doch warum freut sich die eine Hälfte der Studienteilnehmer über genussvollen Sex, während die andere sich über "tote Hose" im Bett beklagt?

Viele Unterschiede gefunden

Offenkundig unterschied sich auch das Miteinander der Paare beim Sex in erheblichem Maß: Zufriedene Menschen tauschten vertrauliche Berührungen aus, schmusten, kuschelten, küssten sich zart und intensiv. Selbst das Lachen war beim Sexakt kein Tabu. Sexuelle Vielfalt stand zudem bei den Glücklichen auf der Tagesordnung: Neue Stellungen wurden ausprobiert, Fantasien ausgelebt. Dabei spielten zum Teil auch intime Massagen und anale Stimulationen eine Rolle.

Das Liebesspiel der Befriedigten war häufiger auch gut vorbereitet: Ein romantisches Ambiente wurde inszeniert mit Kerzenlicht und stimmungsvoller Musik. Eine Verabredung zum Sexdate sorgte für die nötige Vorfreude. Auch auf verbale Kommunikation legten die Liebestalente mehr wert. Ein "Ich liebe Dich" ließen sie ihrem Partner bei verschiedenen Gelegenheiten zukommen. Befriedigte Paare hatten mehr Oralsex, häufigere Orgasmen und letztendlich auch öfter Geschlechtsverkehr.

Auf der anderen Seite spiegelte die Studie auch den Frust mancher Paare wider. Fast die Hälfte der unbefriedigten Frauen (43 Prozent) üben den Geschlechtsakt nur ihrem Partner zuliebe aus (Männer machen diese Aussage nur zu 13 Prozent). Einen Druck fühlen jedoch nur zwei bis drei Prozent der Befragten. Bei den wenigsten dauert das letzte Schäferstündchen länger als eine halbe Stunde (Männer 26 Prozent, Frauen 19 Prozent), während es bei den Zufriedenen einen wesentlich höheren Anteil gibt (Männer 49 Prozent, Frauen 45 Prozent).

Emotionale Nähe nur bei gutem Sex

Schlechter Sex hat nach den Aussagen der Befragten auch eine Auswirkung auf die emotionale Bindung: Während bei den Zufriedenen mehr als zwei Drittel aktuell eine ähnliche oder stärkere gefühlsmäßige Nähe beim Sex als in den ersten sechs Beziehungsmonaten verspürten, galt dies nur für weniger als die Hälfte der Unzufriedenen.

Eine Autorin der Studie, Dr. Janet Lever, zieht ein hoffnungsvolles Fazit aus ihren Erkenntnissen: Sie nannte es in einem Blogbeitrag ermutigend, dass mehr als ein Drittel der Untersuchungsgruppe ihre Leidenschaft lebendig halten können. Selbst ein oder zwei Jahrzehnte scheinen Lust und Liebe unbeschadet zu überstehen.

Allerdings ist dieses Glück kein Selbstläufer. Zufriedene Paare kämpfen bewusst gegen das Verblassen an, setzen der Routine aktiv Kreativität und Offenheit entgegen.

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