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Rassismus in der Forschung? Wissenschaftler mögen schöne Tiere

Kängurus und Koalas sind Gegenstand vieler Studien. Aber in Australien wimmelt es auch von nicht so süßen Tieren. Sie werden von der Forschung vernachlässigt, sagt eine Biologin.

Wer an Australien denkt, dem fallen putzige Koalas und hüpfende Kängurus ein. Dabei sieht man die nicht unbedingt jeden Tag in den großen Städten. Anders als Flughunde: Wer am Abend Sydneys Botanischen Garten durchquert, fühlt sich ein wenig wie in einem Batman-Film. Hunderte Fledertiere sausen dann durch die Luft, ihre Flügel erreichen Spannweiten von bis zu eineinhalb Metern.

Eigentlich sind es interessante Arten, die da in den Bäumen hängen. Dem an der australischen Ostküste verbreiteten Graukopf-Flughund fehlt beispielsweise die Fähigkeit, sich durch Ultraschall zu orientieren. Dafür haben die Tiere große Augen. Trotzdem werden sie und andere Arten, die nicht so süß sind wie Koalas, weniger erforscht, beklagt die Biologin Trish Fleming in einem Beitrag für die Fachzeitschrift " Mammal Review".

Unter dem Titel "The good, the bad and the ugly" ("Die Guten, die Schlechten und die Hässlichen") hat sie sich mit ihrem Kollegen Philip W. Bateman von der westaustralischen Murdoch University angesehen, welche Tierarten auf dem fünften Kontinent das meiste Forschungsinteresse auf sich vereinen. Dabei haben die beiden festgestellt, dass weniger hübsche Arten fast gar nicht erforscht sind.

Die Zahl der Graukopf-Flughunde nimmt rapide ab. In Sydneys Botanischem Garten fliegen sie aber immer noch in großer Zahl umher. (Foto: Getty Images/Moment Open)

"Gute" Arten und "schlechte" Arten

Es gebe eine Art inoffizielle Klassifizierung in "gute" Arten wie Kängurus und Echidnas – niedliche kleine Schnabeligel, die bei Touristen äußerst beliebt sind –, "schlechte" Arten wie Katzen und Kaninchen, die eigentlich nicht nach Australien gehören, und "hässliche" Arten wie jene Flughunde, die zwar im Alltag präsent, aber eben nicht besonders attraktiv sind.

Von der Wissenschaft würde Letztere weitgehend ignoriert, kritisiert Fleming. Sie vermutet, dass Wissenschaftler sich nicht für diese Arten interessieren, weil sie befürchten, dass ihre Forschungsergebnisse aus Mangel an öffentlichem Interesse hinterher nicht publiziert werden. "Für die Mehrheit der Arten haben Forscher kaum mehr getan, als ihre Existenz festzuhalten."

Fleming hält es aber für wichtig, auch diese Arten genau zu kennen. Anderenfalls könne es leicht passieren, dass man ihnen etwa ihren Lebensraum raubt, ohne es zu wollen. Einfach, weil man nicht genau weiß, wo und wie die Tiere leben und sich fortpflanzen.

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