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Planetenforschung Auf dieser Super-Erde ist die Hölle los

Heiß, heißer, megaheiß: 2400 Grad Celsius auf der Tagseite und 1100 Grad auf der Nachtseite: Astronomen haben eine Temperaturkarte einer sogenannten Supererde in unserer Nachbarschaft erstellt.

Astronomen haben mithilfe des Weltraumteleskops "Spitzer" eine Temperaturkarte einer sogenannten Supererde erstellt. Der Planet mit dem Namen Janssen zeigt demnach überraschend große Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht.

Während sie auf Janssens Tagseite 2400 Grad Celsius gemessen haben, wird die Nachtseite mit maximal 1100 Grad nicht einmal halb so heiß, berichtete das internationale Forscherteam um Brice-Olivier Demory von der Universität Cambridge im britischen Fachblatt "Nature".

Janssen (Katalognummer 55 Cancri e) ist einer von fünf Planeten des Sterns Copernicus A (Katalognummer 55 Cancri A) im Sternbild Krebs. Damit ist das Planetensystem eines der größten bekannten außerhalb unseres eigenen.

Nur 40 Lichtjahre entfernt

Mit einer Entfernung von rund 40 Lichtjahren gehört dieses Sonnensystem zu unserer kosmischen Nachbarschaft. Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt.

Zum Vergleich: Unsere Heimatgalaxie, die Milchstraße, hat einen Durchmesser von rund 100.000 Lichtjahren.

Mit etwa der achtfachen Masse unseres Heimatplaneten gehört Janssen in die Klasse der Supererden. Er hat ungefähr den doppelten Durchmesser unserer Erde und dürfte ebenfalls ein Gesteinsplanet sein.

Allerdings umrundet er seinen Heimatstern rund 65 Mal dichter als die Erde die Sonne, ein Umlauf dauert nur knapp 18 Stunden.

Dabei wendet Janssen seinem Stern stets dieselbe Seite zu, wie auch etwa der Mond der Erde. Dadurch wird es auf dem Planeten extrem heiß.

Infrarotteleskop nahm 55 Cancri e ins Visier

Während die Beobachtungen der vergangenen zehn Jahre viele Schlüsselinformationen über die Atmosphären großer sogenannter Exoplaneten von anderen Sternen geliefert hätten, seien die Eigenschaften kleinerer Exoplaneten wie 55 Cancri e weitgehend unbekannt, betonen die Wissenschaftler.

Mit dem Infrarotteleskop "Spitzer" der US-Raumfahrtbehörde Nasa nahmen sie die Supererde insgesamt 75 Stunden ins Visier. Aus den Beobachtungsdaten konnten sie die Temperaturverteilung über mehrere Zonen auf Janssen messen, der Ende 2015 zusammen mit 30 anderen Exoplaneten in einem offiziellen Wettbewerb der Internationalen Astronomischen Union (IAU) einen Eigennamen bekommen hatte. 55 Cancri e ist benannt nach dem holländischen Optiker Zacharias Janssen (1580–1621), der oft als Erfinder des Mikroskops genannt wird.

Auf der stets dem Stern zugewandten Tagseite ist es den Messungen zufolge rund 1300 Grad heißer als auf der Nachtseite. Dieser überraschend große Unterschied zeige, dass die Hitzeverteilung auf dem Planeten nicht so effizient arbeite wie erwartet.

Auf der Tagseite entdeckten die Forscher zudem einen "Hotspot", der bis zu 2800 Grad heiß wird. Das könne entweder auf starke Hitzestürme in der Atmosphäre hindeuten oder aber auf Magmaströme auf der Planetenoberfläche.

Insgesamt sei eine zusätzliche, bislang unbekannte Hitzequelle erforderlich, um die gesamte beobachtete Infrarotstrahlung der Supererde zu erklären, schreiben die Autoren.

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