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Sympathisch, nicht mehr "Lola" fehlt das gewisse Etwas

Filme über Singles im Großstadtjungle gibt es zuhauf. Mit "Lola gegen den Rest der Welt" kommt eine weitere Komödie hinzu, die zwar unterhalten, allerdings nicht überzeugen kann.

Moderne Großstädterinnen um die 30 wollen vor allem eines: Sex und geheiratet werden. Zumindest wenn man aktuellen amerikanischer Romantikkomödien Glauben schenkt. Da ist "Die Hochzeit meiner dicksten Freundin", in der die völlig verbissene Kirsten Dunst der Braut die Hochzeit neidet. Nun kommt mit "Lola gegen den Rest der Welt" eine Komödie in die Kinos, in der eine enttäuschte und kurz vor der Hochzeit verlassene Endzwanzigerin in eine Krise stürzt.

One-Night-Stands statt Hochzeit

Eigentlich ist alles super und vor allem bestens geregelt in Lolas (Greta Gerwig) Leben: Sie steht kurz vor der Promotion und noch kürzer vor der Hochzeit mit ihrer High-School-Liebe Luke. Die beiden sind schwer verliebt, haben viel Spaß und Sex miteinander, doch dann bekommt Luke kalte Füße und lässt Lola sitzen. Ihre Welt gerät aus den Fugen. Ihre Hippie-Eltern Lenny (Bill Pullman) und Robyn (Debra Winger) sind mit ihren unkonventionellen Ansichten eher keine Hilfe.

Gut, dass es ihre beiden Freunde, die exzentrische Alice und ihren heimlichen Verehrer Henry gibt, viel Eiscreme, Chips, Alkohol und Auswahl an One-Night-Stands. Denn nun stürzt sich Lola in das Single-Leben New Yorks - ohne Rücksicht auf Verluste. Das bringt sie selbst nicht wirklich weiter, lässt ihr aber den Raum, ihre Anti-Haltung gegen alle und alles auszuleben. Allerdings verscherzt sie sich damit auch mit ihren Liebsten.

Kein weiteres "Sex and the City"

Single-Frauen? New York? Beziehungsprobleme? Suche nach Mister Right? Da klingt schwer nach "Sex and the City", ist es aber nicht. Denn Regisseur Daryl Wein, der zusammen mit Zoe Lister-Jones, die in dem Film die durchgeknallte Single-Freundin Alice spielt, auch das Drehbuch geschrieben hat, setzt nicht auf Hochglanz Kulisse und Mode-Defilees perfekter Körper.

Auch wenn die großartige Greta Gerwig mit ihren blonden Locken mit etwas gutem Willen als Carrie durchgehen würde, ist "Lola gegen den Rest der Welt" irgendwie normaler, weniger abgedreht, wenn auch nicht weniger scharfsinnig und ehrlich mit den Charakteren.

Denn wenn Lola sich sinnlos Chips und Eiscreme in den Mund stopft, vor dem Spiegel 100 Outfits für den Abend ausprobiert, einen Orgasmus vortäuscht, eine dramatische Eifersuchtsszene hinlegt oder mit einem absolut seltsamen Gefängnis-Architekten und Muscle-Shirt-Rollerblader ein peinliches Date hat, bietet sie die ideale Identifikationsfigur eines jeden oder einer jeden, die schon mal ernsthaft an Liebeskummer und Verzweiflung erkrankt ist. Einzelne Blicke, Grimassen, Gesten von Greta Gerwig reichen, um die ganze Verzweiflung, das Unbehagen und die Enttäuschung dieser Frau zu spüren.

Nicht wirklich glaubwürdig

Und doch bleibt "Lola gegen den Rest der Welt" auf halber Strecke stecken. Die Beweggründe für Luke, seine Lola zu verlassen, obwohl er sie noch liebt, bleiben offen. Dass sich die beiden so schnell wieder als Freunde treffen, ist ebenso unglaubwürdig wie die Tatsache, dass sich Lola nach ihrem ersten Freund so gezielt ins Liebesabenteuer stürzt. Die ernsthaften Konflikte, Nöte, Enttäuschungen, ihre eher überraschende Selbstfindung gehen im - zugegeben streckenweise sehr witzigen - Klamauk unter. Wirklich Überraschendes bietet diese sympathische Komödie nicht, dafür eine überzeugende Greta Gerwig.

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