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Unterlegener CDU-Star Was wird aus David McAllister?

Das Wahldebakel fordert Tribut: Niedersachsens bisheriger Ministerpräsident und CDU-Shootingstar David McAllister hat keine Lust auf die Oppositionsführung. Auf lange Sicht könnte Berlin winken.

Seine steile Karriere sollte eigentlich erst so richtig Fahrt aufnehmen. David McAllister, einer der wenigen übrig gebliebenen Hoffnungsträger der CDU in den Ländern, wollte es zu Beginn des Wahljahres 2013 für die Union richten. Doch ausgerechnet der völlig unerwartete Erfolg des Koalitionspartners FDP machte dem 42-Jährigen bei der Wahl in Niedersachsen einen Strich durch die Rechnung. Was wird nun aus dem stets freundlichen Deutsch-Schotten, der als populärer Landesvater zwischen Harz und Nordsee galt?

McAllister erlebte am Sonntag dramatische Stunden. Wild gefeiert von seinen Anhängern mit "David, David"-Rufen, doch stets in der Gewissheit, dass er am Ende mit leeren Händen dastehen könnte. Und ausgerechnet, als er sich nach langem Zögern seiner Anhängerschaft präsentierte, kam die bittere Nachricht - es reicht nicht. Seine Aussage, notfalls auch mit der SPD zu verhandeln, war in der ganzen Dramatik des Wahlabends da schon von neuen Zahlen überholt. Sichtlich angeschlagen und mit versteinerter Miene machte sich McAllister davon und ließ nichts mehr von sich hören. So mitgenommen hatte man den sonst stets milde lächelnden CDU-Mann noch nicht gesehen.

McAllisters Erwartung und die seiner Partei waren groß. Im Juli 2010, nach dem Wechsel von Christian Wulff ins Schloss Bellevue, wurde er mit nur 39 Jahren vom CDU-Fraktions- zum Regierungschef. Was fehlte in der CDU-Bilderbuchkarriere, die im Alter von 20 Jahren als Kreisvorsitzender der Jungen Union begann, war ein Sieg bei dieser Wahl. Dafür hatte McAllister eigentlich gute Vorarbeit geleistet. Er war überall im Land bekannt, angesehen auch außerhalb der eigenen Partei. Doch alles umsonst: Was bleibt ist mit 36 Prozent fast das schlechteste CDU-Ergebnis bei einer Wahl in Niedersachsen seit 1959 - unwesentlich geringer nur der Zuspruch 1998 mit 35,9 Prozent.

Dass er sich souverän das Direktmandat in seinem Wahlkreis Hadeln-Wesermünde holte, dürfte nur ein schwacher Trost sein. 64,4 Prozent der Erststimmen bekam McAllister in seiner Heimatregion Cuxhaven, immerhin das drittbeste Erststimmenergebnis aller 87 Wahlkreise. Doch was macht er mit diesem Direktmandat?

Winkt ein Job in Berlin?

Spekuliert wurde bisher, dass McAllister sich gegen die Rolle des Oppositionsführers entscheidet und als ganz normaler Abgeordneter seinen Platz einnehmen würde. So wird es auch kommen, wie er am Tag nach der Niederlage in Berlin bestätigte. Auf die Frage, ob er einen Wechsel in die Bundespolitik plane, ging McAllister nicht ein. Doch immer wird vermutet, dass im Herbst der Ruf aus der Hauptstadt kommen könnte, wenn es für Schwarz-Gelb im Bund besser läuft.

Eine Rolle in der Bundespolitik wird ihm durchaus zugetraut und er hatte sich diese Option im Wahlkampf auch offen gelassen. Sein Platz sei in Niedersachsen, hatte McAllister zwar immer beteuert. Womit er aber nicht kategorisch einen Wechsel in die Bundespolitik ausschloss - möglicherweise auch als CDU-Generalsekretär. Denn bei der Kanzlerin steht McAllister hoch im Kurs, wie sie auch am Tag nach der bitteren Niederlage demonstrativ an der Seite des Verlierers bekräftigte: "Er gehört zu den besten, fähigsten Köpfen in der Union."

Seit der Wahl zum Ministerpräsidenten hatte er sich stets loyal gegenüber Angela Merkel verhalten. Unterstützung aus Hannover war der Kanzlerin in den vergangenen Jahren immer sicher - Querschüsse von CDU-Regierungschefs aus anderen Landeshauptstädten wie in vergangenen Jahren musste Merkel von McAllister nicht befürchten. "McMerkel" lautete zuletzt die Bezeichnung für das harmonische Doppel.

Fest steht auf jeden Fall, dass McAllister ohne ein Mandat nach Berlin wechseln würde. Denn die niedersächsische CDU hat längst ihre Kandidaten für die Bundestagswahl aufgestellt - McAllister steht nicht auf der Liste. Schließlich waren er und seine Partei fest davon ausgegangen, dass er seinen Platz in der Staatskanzlei behält.

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