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Mit C-Team in die USA? Erholung geht Löw übers Siegen

Joachim Löw verordnet den Fußball-Nationalspielern eine Ruhepause. Der DFB-Coach kündigte auf dem Treffen der Bundesliga-Trainer an, ohne seine Leistungsträger gegen die US-Elf antreten zu wollen.

Keine Dortmunder, keine Bayern-Stars, keine "Ausländer" und keine Talente: Fußball-Bundestrainer Joachim Löw nimmt bei der US-Reise der Nationalelf Rücksicht auf allen Ebenen und muss deshalb im schlimmsten Fall mit einem C-Team am 2. Juni gegen seinen Vorgänger und früheren Chef Jürgen Klinsmann antreten. Eine Blamage wie bei der US-Tour 1999, als Teamchef Erich Ribbeck unter anderem mit Spielern wie Ronald Maul oder Heiko Gerber auflief, muss dadurch angesichts der immer größer werdenden Zahl guter Spieler in Deutschland aber nicht zwangsläufig drohen.

In jedem Fall kündigte Löw nach der Tagung mit den Bundesliga-Trainern in Düsseldorf an, dass er vor allem den seit Jahren unter Höchstbelastung stehenden Spielern einen ausreichenden Sommerurlaub gewähren will. Und auch auf die "jungen Wilden" aus der U21, die als erste Nachrücker infrage kämen, will er verzichten: Sie sollen nach Vorbild der 2009er-Generation um Manuel Neuer und Mesut Özil in Israel in Bestbesetzung den zweiten EM-Titel nach Deutschland holen.

"Eventuell verzichten wir auf Spieler, die im Pokalfinale oder dem Champions-League-Finale stehen und möglicherweise auch auf die Spieler aus den ausländischen Ligen", sagte Löw mit Blick auf die US-Tour, bei der Spiele gegen Ecuador (29. Mai in Miami) und die von Klinsmann betreuten USA (2. Juni in Washington) auf dem Programm stehen. Aus der Startelf des letzten Qualifikationsspiels 2012 gegen Schweden (4:4) könnten dadurch alle elf Spieler fehlen.

Rekordmeister Bayern München (u.a. mit Neuer, Kapitän Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger, Thomas Müller) und Double-Sieger Borussia Dortmund (u.a. Mats Hummels, Mario Götze, Marco Reus) stehen im Pokal-Viertelfinale und sind ebenso wie Schalke 04 (u.a. Benedikt Höwedes), Real Madrid (Neuer, Sami Khedira) und der FC Arsenal (Lukas Podolski, Per Mertesacker) noch in der Champions League vertreten.

Löw will lange Ruhezeiten

Löw erklärte, es sei ihm wichtig gewesen, im Juni einen Termin zu haben, aber kein Qualifikations-Spiel, "auch mit dem Risiko, dass dann einige Spieler fehlen. Viele von ihnen hatten in den vergangenen Jahren immer kurze Pausen und stark verkürzte Vorbereitungen. Das war nicht ideal. Deshalb war es mir wichtig, dass sie dieses Mal vier Wochen Urlaub und sechs Wochen Vorbereitung gewährleistet haben. Das bringt die Basis für ein ganzes Jahr und ein Turnier im Anschluss. Deshalb habe ich schon im Sommer dem Verband deutlich gemacht, dass ich im Zwischenjahr keine Qualifikationsspiele im Juni will".

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp begrüßte dies natürlich. "Es ist die richtige, aber auch eine wichtige Entscheidung", sagte der BVB-Coach: "Wir sind alle immer schnell dabei, von den Jungs Dinge zu fordern. Aber sie müssen auch Zeit haben, sich zu regenerieren. Deshalb bin ich dem Bundestrainer sehr dankbar, dass er den Spielern diese Zeit geben will."

Trotz dieses Entgegenkommens gegenüber seinen Stammkräften und der Liga hat Löw auch U21-Trainer Rainer Adrion die volle Unterstützung für die EM in Israel (5. bis 18. Juni) zugesagt. "Wir werden das Hauptaugenmerk auf die U21 legen und keine Spieler nominieren, die das Gerüst bilden, wie zum Beispiel Lewis Holtby, Sebastian Rode oder Sebastian Jung", sagte Löw: "2009 haben Neuer, Özil, Hummels oder Höwedes davon sehr profitiert, deshalb haben wir damit gute Erfahrungen gemacht."

Die US-Reise könnte somit für einige Spieler zur Chance auf eine Comeback werden, so zum Beispiel die Leverkusener Gonzalo Castro oder Stefan Kießling oder auch der Bremer Aaron Hunt. Auch der Frankfurter Alex Meier oder Leverkusens Philipp Wollscheid dürfen so auf sein Debüt hoffen.

So oder so macht sich Löw keine Sorgen, ein schlagkräftiges Team zusammenzubekommen, schließlich wird der Fundus in der Bundesliga immer größer. Aus diesem Grund dankte Löw auch ausdrücklich seinen Kollegen aus der Bundesliga. "Ich habe in dieser Saison viel Erfreuliches gesehen", sagte er: "Das, was geleistet wurde, kommt uns als Nationalmannschaft in hohem Maße zugute. Deshalb müssen wir der Bundesliga und den Trainern danken."

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