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"Gangster Squad" Sean Penn hat L.A. fest im Griff

Los Angeles in den 1940er Jahren: Ein Häuflein Unerschrockener stellt sich dem gefürchteten Gauner Mickey Cohen entgegen. In "Gangster Squad" setzt Regisseur Fleischer auf geballte Star-Power.

Es geht um nicht weniger als die Befreiung der Stadt der Engel, Los Angeles. Es geht um Polizisten, die in den Untergrund gehen, um die von ihnen so geliebte Stadt den Klauen eines fürchterlichen Gangsters zu entreißen. Der von wahren Begebenheiten inspirierte Streifen "Gangster Squad" wurde von Ruben Fleischer inszeniert, der 2009 mit "Zombieland" einen veritablen Hit landete. In seinem harten Gangster-Film setzt Fleischer nun auf geballte Star-Power: Ryan Gosling ("Drive"), Josh Brolin ("True Grit"), Nick Nolte ("Nur 48 Stunden"), Sean Penn ("Milk") und Emma Stone ("The Amazing Spider-Man") sind als Darsteller mit dabei.

Das Los Angeles der späten 1940er Jahre. Ein Mann hat hier das Sagen, der eigentlich von der Ostküste stammt, aus New York City, Brooklyn: Mickey Cohen (Penn), ehemaliger Boxer und nun König der Unterwelt. Selbst Richter und Polizisten tun, was Mickey verlangt. Die härtesten Typen machen sich vor Angst in die Hose, wenn sich Cohen mit diabolischem Grinsen selbst als "Gott" bezeichnet.

Ein Häuflein Unerschrockener aber vom Los Angeles Police Department stellt sich dem Gauner entgegen: ein Geheimkommando unter der Führung von Sergeant John O' Mara (Brolin) und Sergeant Wooters (Gosling). Sie nennen sich "Gangster Squad", ihr Motto: "Keine Namen. Keine Uniform. Keine Gnade." Schon bald bekommt Mickey Cohen die Entschlossenheit dieser Rache-Truppe zu spüren.

Ryan Gosling ähnlich cool wie in "Drive"

Josh Brolin, selbst gebürtig aus L.A., überzeugt als ehrlicher, hart arbeitender Cop in einer korrupten Stadt. Nick Nolte ist wunderbar als bulliger, stiernackiger Polizeichef, Ryan Gosling ähnlich cool wie in "Drive", dem hochgelobten Gangsterthriller von 2012. Der zu einer Art Kult-Schauspieler avancierte 32-Jährige gibt seinen Sergeant mit beeindruckender Nonchalance und einem fast engelsgleichen, sanften Singsang, stets eine Zigarette im Mundwinkel. Sean Penns energetische Performance macht viel Spaß, obschon sein Mafia-Boss stark überzeichnet ist und nur knapp an der Karikatur vorbeischrammt.

Von den erlesenen Requisiten über den treibenden Score bis hin zum Schnitt: "Gangster Squad" ist ein gut gemachtes Verbrecherstück. Mit viel Stil und einem Gefühl für die Eleganz des Art Deco inszeniert von Ruben Fleischer, der unter Beweis stellt, dass er etwas versteht von Schauspieler-Führung. Die brutalen, teils sehr blutigen Actionsequenzen hat er sämtlich virtuos eingefangen, und zum Finale, da gibt es einen herrlich altmodischen Faustkampf, Mann gegen Mann, ganz ohne Waffen. Und doch mangelt es dem Film etwas an Tiefgang und Substanz, dem Skript an Überraschungen.

Die Love-Story zwischen Ryan Goslings Figur und der von Emma Stone vermag kaum Funken zu schlagen. Eine wirklich starke, durchweg glaubwürdige Frauenfigur sucht man in diesem Streifen voller tough guys vergebens. "Gangster Squad" aber, den man auch als Hommage an eine Stadt lesen kann, verfügt mit Los Angeles schließlich doch über eine prägnante Protagonistin. Am Ende, als alle Waffen ruhen, findet Sergeant John O' Mara für die Metropole, die ihm so am Herzen liegt, wunderbare, sehr zärtliche Worte: "Es ist nicht das Paradies, aber es ist die Stadt der Engel".

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