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Kritik am neuen Papst Schatten auf Franziskus' Vergangenheit

Der Jubel über Jorge Mario Bergoglios Wahl zum Papst ist groß. Doch in Franziskus' Vergangenheit gibt es einen dunklen Schatten. Seine Rolle während der Militärdiktatur wirft Fragen auf.

Bis heute wirft die Rolle von Papst Franziskus während der von 1976 bis 1983 dauernden Militärdiktatur in Argentinien Fragen auf. Vor dem Konklave 2005 wurden Vorwürfe gegen Jorge Mario Bergoglio laut, sich der Junta nicht genügend entgegen gestellt zu haben. Nach seiner Wahl zum Pontifex tauchen diese Fragen nun erneut auf.

1969 wurde Bergoglio zum Priester geweiht. Schon nach vier Jahren wurde er zum Provinzial des Jesuitenordens für Argentinien gewählt und leitete dann bis 1979 den Orden. Während dieser Zeit begann die Militärdiktatur, in deren Verlauf rund 30.000 Menschen verschleppt und ermordet wurden. In seiner Heimat wird häufig der Vorwurf erhoben, Bergoglio habe als Jesuiten-Provinzial während der Militärdiktatur Ordensbrüdern nicht ausreichend Rückendeckung gegeben.

Streit mit Staatschefin Kirchner

Konkret werden zwei Mitbrüder in einer Buchveröffentlichung mit dem Vorwurf zitiert, Bergoglio habe sie nicht vor Folter bewahrt - dieser wies den Vorwurf zurück. In Argentinien sind die Anschuldigungen allerdings nicht vergessen: "Der Papst ist ein Freund von Videla", sprühten Unbekannte nach der Wahl in Rom auf eine Mauer nahe der Kathedrale von Buenos Aires. General Jorge Rafael Videla stand an der Spitze der Junta.

Der ehemalige Dekan der sozialwissenschaftlichen Fakultät der Universität Buenos Aires, Fortunato Mallimacci, beschrieb Bergoglio als einen Mann, der gegen jegliche Neuerung in der Kirche war und während der Diktatur große Nähe zum Militär pflegte. "Die Geschichte verurteilt ihn", so sein hartes Verdikt. Andere sagen zu seiner Verteidigung, für die Vorwürfe gebe es keinerlei Beweise. Vielmehr habe Bergoglio vielen Dissidenten geholfen, den Schergen der Junta zu entkommen.

Der neue Papst erklärte stets, er habe wenige Tage vor dem Staatsstreich 1976 die beiden Patres vor bevorstehender Gefahr gewarnt und ihnen angeboten, im Jesuitenhaus Schutz zu suchen. Die beiden Priester, die in Elendsvierteln in Buenos Aires predigten, sollen nach Bergoglios Aussagen dieses Angebot abgelehnt haben.

Zwei Monate später wurden die beiden von Militärs entführt und fünf Monate lang in der berüchtigten Marineschule ESMA in Haft gehalten. Danach beschuldigten sie Bergoglio.

Der Streit um die beiden Patres ist nicht die einzige politische Kontroverse um den Pontifex. Im Lauf seiner Karriere versuchte dieser stets, Distanz zu der argentinischen Politik zu halten. Trotzdem kollidierte er in den vergangenen Jahren mehrfach mit den Regierungen von Néstor und Cristina Kirchner. Er kritisierte Korruption und Armut, außerdem wandte er sich 2010 frontal und erfolglos gegen die Legalisierung der Homo-Ehe in Argentinien.

Als Bergoglio die Gesetzesvorlage zur gleichgeschlechtlichen Ehe als "Teufels-Manöver" bezeichnete, antwortete Staatschefin Cristina Kirchner, diese Kritik erinnere an die Zeiten der Inquisition.

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