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Harte Kritik an der "Ice Bucket Challenge" Spender finanzieren sinnlose Tierversuche

Dient die "Ice Bucket Challenge“ wirklich der guten Sache? Nein, sagen Ärzte. Die Spenden fließen in die ALS-Forschung, die damit sinnlose und grausame Tierversuche finanziert, so die Kritik.

Die "Ice Bucket Challenge“ zeigt, wozu das Internet im Stande ist. Innerhalb kurzer Zeit richtete sich die weltweite Aufmerksamkeit auf eine seltene und bislang kaum bekannte schwere Krankheit: Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS. Die Videos, in denen sich Prominente und normale Bürger einen Eimer Eiswasser über den Kopf schütten, rollen wie eine Social-Media-Lawine durchs Netz.

Innerhalb eines Monats ist die unfassbare Summe von 60 Millionen Euro an Spenden zusammengekommen, die vor allem der US-amerikanischen ALS Association zufließt. Letztes Jahr waren es im gleichen Zeitraum nicht einmal zwei Millionen Euro.

"Grausame und sinnlose Experimente"

Doch nun melden sich die "Ärzte gegen Tierversuche“ zu Wort und warnen vor der Spendenaktion. Vorwurf der 1400 Mediziner: Schwere Tierquälerei durch für Patienten völlig unbrauchbare Tierversuche. "Die ALS-Gesellschaft macht keinen Hehl daraus, bei ihren Forschungen auf 'Tiermodelle' zu setzen, wie es im lebensverachtenden Jargon der Tierexperimentatoren heißt. Dabei sei seit Jahren bekannt, dass Tierversuche für die ALS-Forschung ein völliger Fehlgriff sind", sagt Corina Gericke, Tierärztin der "Ärzte gegen Tierversuche" und fordert auf, nicht an die ALS Association zu spenden.

Weil ALS eine Krankheit ist, die nur beim Menschen vorkommt, müssen die Laborratten und Mäuse genmanipuliert werden, um an den Symptomen zu erkranken, die Menschen erleiden. Diese Genveränderungen der Tiere seien aber gar nicht mit dem vergleichbar, was im Körper eines erkrankten Menschen passiert, kritisiert auch die größte britische Tierschutzorganisation Animal Aid. Selbst wenn ein Wirkstoff bei Tieren Erfolge zeigt, versage er beim Menschen. 

92 Prozent aller Medikamente, die sich im Tierversuch als wirksam zeigten, fallen zum Beispiel bei der US-Arzeimittelbehörde FDA durch, weil sie der klinischen Prüfung am Menschen nicht standhalten, heißt es von Seiten der "Ärzte gegen Tierversuche". Trotz der jahrelangen ALS-Tierversuche sind nur ein Dutzend der getesteten Wirkstoffe überhaupt für Studien am Menschen zugelassen und dort haben alle bis auf eines völlig versagt. Und das eine Medikament brachte für ALS-Patienten nur einen geringfügigen Nutzen. Völlig unverhältnismäßig sei das, sagen Tierschützer und sinnlos für Patienten, sagen Humanmediziner. 

Statt Tierversuche: Sinnvolle neue Methoden nutzen

Statt Forschungsgelder in die grausamen und sinnlosen Tierversuche zu stecken, fordern Mediziner und Tierschützer, diese in versuchstierfreie Tests mit menschlichen Zellen, Computersimulationen und Biochips zu investieren. Wer die umstrittenen Tierversuche nicht unterstützen und trotzdem ALS-Kranken helfen möchte, kann andere Einrichtungen unterstützen, die sich zum Beispiel der Versorgung und Versorgungsforschung bereits Erkrankter widmet.

ALS, die seltene und nun weltweit bekannte Nervenkrankheit

Die seltene Krankheit ALS führt zu Nervenzerstörungen und fortschreitenden Muskellähmungen. Etwa die Hälfte der Patienten stirbt innerhalb der ersten drei Jahre. Über die genauen Ursachen und Mechanismen der Nervenkrankheit ist dabei wenig bekannt.

Bei der Ice Bucket Challenge, die auf den an ALS erkrankten ehemaligen US-Baseballspieler Pete Frates zurückgeht, kippt sich jemand einen Eimer Eiswasser über den Kopf und nominiert jemand anderen. Entweder spendet der innerhalb von 24 Stunden 100 Dollar für den Kampf gegen die Krankheit oder er muss sich selbst einen Eimer Wasser über den Kopf kippen. Wie ein virales Schneeballsystem verbreitet sich die Botschaft und lenkt Aufmerksamkeit auf die Krankheit.

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