Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Klebeband-Spielchen im Internet So gefährlich ist die neue Duct-Tape-Challenge

Social-Media-Challenges sind große Internet-Hits. Sie werden nicht nur von vielen Usern angeklickt, sondern auch nachgemacht. Manchmal mit dramatischen Folgen, wie ein 14-Jähriger erfahren musste.

"Komm, wickel mich in Klebeband ein, und filme mich, wie ich versuche, mich zu befreien." Klingt absurd? Ist eigentlich ganz gewöhnlich. Zumindest in der Welt der "Social media challenges".

Es geht dabei um Aktionen, die real sind, gefilmt und anschließend digital veröffentlicht werden. Damit sie auch jeder findet, werden sie unter einem Hashtag zusammengefasst. Auf Instagram, YouTube oder Facebook werden die Fotos oder Videos gepostet – und Freunde nominiert, die Herausforderung anzunehmen. Ein Spaß? Ja, aber oft ein gefährlicher.

Zurück zum Klebeband. Das Beispiel fällt unter die #Ducttapechallenge, zu Deutsch: die Klebeband-Herausforderung. Auch der 14-jährige Skylar aus den USA wollte bei dem viralen Trend dabei sein und ließ sich einwickeln.

Eine folgenschwere Entscheidung. Bei seinem Befreiungsversuch stürzte er in eine Fensterecke, zerquetschte dabei förmlich seine Augenhöhle und beschädigte den Sehnerv. Das war am 16. Januar. Skylar liegt immer noch in der Kinderklinik in Seattle, schwer verletzt. Er ist nicht der erste Fall, der sich durch solche "Challenges" Schäden zugezogen hat.

 

Der höchste Turm gewinnt

Zahlreiche Unfälle passierten beispielsweise auch bei der #KylieJennerChallenge. Dort ist das Ziel, die vollen Lippen des TV-Sternchens Kylie Jenner zu bekommen. Als Methode dienen Gläser, Flaschen oder sogar Staubsauger. Per Unterdruck wurden die Lippen angesaugt und "aufgepumpt". Das ging nicht immer gut. Viele Bilder und Videos mit erschreckenden Ergebnissen findet man im Internet. Ärzte warnen ausdrücklich vor der Aktion. Schmerzen, Unfälle und sogar permanente Entstellungen könnten die Folge sein.

Ein großer Trend ist die Verbreitung von bestimmten Körper- und Schönheitsidealen im Internet. Vor allem junge Mädchen feuern sich oft zu gefährlichen Magertrends an. Ein Beispiel: die #collarbonechallenge. Hier geht es darum, so ein knochiges Schlüsselbein zu haben, dass sich Münztürme darauf stapeln lassen. Der höchste Turm gewinnt. Oder anders formuliert: je knochiger, desto besser. Ähnlich geht es bei der #thighgapchallenge. Dort soll man eine möglichst große Lücke zwischen den Oberschenkeln haben. Und bei der #bellybuttonchallenge versuchen vor allem sehr dünne Mädchen mit einem Arm ihren Bauch zu umschlingen.

Aber es gibt auch Aktionen, die sich gegen absurde Körpertrends starkmachen. Bei der #Boobsoverbellybuttonchallenge lichten sich Frauen jeder Statur in Unterwäsche ab. Dabei soll das Bewusstsein für ein natürliches Körperbild gestärkt werden. Außerdem will die Aktion für das Thema Brustkrebs sensibilisieren. Auch unter dem Hashtag #curvy zeigten sich Frauen mit weiblichen Rundungen.

Binsenwahrheit oder wichtige Erkenntnis?

Doch was ist Fake und was ist echt im Internet? Ein Fall hat vor Kurzem im Netz für Diskussionen gesorgt. Essena O'Neill war ein Instagrammodel mit 700.000 Followern. Im Herbst 2015 gab sie ihre Entscheidung bekannt, sich aus den sozialen Medien zurückzuziehen. In ihrem Statement berichtete sie unter Tränen, dass soziale Medien ein großer Fake seien und alle ihre Posts komplett inszeniert wurden.

Viele haben sich damals darüber lustig gemacht. Denn diese Offenbarung ist eine Binsenweisheit. Doch für ihre Zielgruppe, Mädchen, die davon träumen, dass auch ihr Strandbild im neuen Bikini 700.000 Follower sehen, ist das nicht immer offensichtlich. Aus dieser Gruppe rekrutieren sich häufig auch die, die sich von "Challenges" beeinflussen lassen.

In ihrem Statement erklärte O'Neill, dass sie unglücklich damit war, ein Bild zu verkörpern, das sie nicht war. Sie hat sich nun den sozialen Medien entzogen, bloggt aber weiterhin und macht Videos. In diesen zeigt sie sich ungeschminkt, erzählt von gesunder Ernährung und ihrem veganen Lebensstil. Sie vermarktet sich jetzt selbst. Übrigens erfolgreicher als zuvor. Ist das echt – oder auch nur eine neue Inszenierung?

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()