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Skandal-YouTuber Sam Pepper "Das ist alles gefälscht"

Für seine umstrittenen Streiche strafte ihn das Netz mit Hass. So will Sam Pepper nicht weitermachen. Tagelang zog er sich zurück. Ein Video soll klarstellen, was hinter den Skandalvideos steckt.

Dass Sam Pepper eigentlich nur ein junger Mann mit einer Kamera ist, wird vor allem in seinem neuesten Video deutlich. Mit unscharfem Bild und einer Akkupanne könnte es der authentischste Netzbeitrag des 26-Jährigen sein, der in der Vergangenheit mit extremen Provokationen Schlagzeilen machte. Doch damit sei jetzt ein für alle Mal Schluss, behauptet Pepper. Zum ersten Mal wolle er Klartext reden. Er erhoffe sich einen Neuanfang.

Fünf Tage lang zog sich Sam Pepper aus dem Netz zurück. Weil ihm die heftigen Reaktionen auf seine Videos zu viel geworden seien, verkündete der YouTuber seinen Abgang. "Ich war bereit, aufzugeben", erklärt er in der Videobotschaft. Sogar die umstrittenen Videos sind nicht mehr auf seinem YouTube-Kanal verfügbar. Auf Twitter kündigte der Brite schließlich seinen Kurswechsel an.

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"Ich weiß, dass ich euch enttäuscht habe und dass ihr mir nicht alle sofort vergeben könnt", twittert Pepper. "Es tut mir leid." Mit neuen Inhalten wolle er beweisen, wer er wirklich ist.

 

"YouTube ist mein Leben", verkündet der 26-Jährige in der 20-minütigen Videobotschaft. "Ich war bereit aufzugeben. Doch ich kann euch genauso gut alles von Anfang an erzählen." Mit einigen seiner Streiche sei er entschieden zu weit gegangen, das sei ihm bewusst. Der Druck in der Szene hätte ihn dazu getrieben.

Als Pepper vor etwa sechs Jahren mit dem Filmen begonnen habe, sei die Konkurrenz gering gewesen. Damals habe er noch harmlose Scherze gemacht. Die Liebe seiner Fans sei Pepper dadurch sicher gewesen. Mit der Zeit seien jedoch immer mehr "Prankster" (Auf Deutsch: Witzbolde) mit immer dreisteren Streichen hinzugekommen. So musste Pepper um seine Gefolgschaft fürchten, um die Klicks und um das Geld.

 

Häufig habe er die Beiträge von anderen Prankstern gesehen und sich gewundert: "Dafür müsste man doch eigentlich in Schwierigkeiten kommen." Dann sei der Groschen gefallen. "Das ist alles gefälscht", sagt Pepper über seine Videos und die seiner Kollegen. Um mithalten zu können, filmte er selbst gestellte Streiche. Für einen davon fasste er scheinbar nichtsahnenden Passantinnen an den Po – und trat damit einen Shitstorm los.

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Was die Zuschauer nicht wussten: Jede der gefilmten Frauen wusste über die Aktion Bescheid. Pepper habe sie sogar gebeten, auf bestimmte Weise zu reagieren, um das Video möglichst unterhaltsam zu gestalten. Im Netz kam sein Prank jedoch nicht gut an. Tausende empfanden ihn als frauenfeindlich. Schließlich kochten Gerüchte hoch. Angeblich habe Pepper sich noch Schlimmeres zu Schulden kommen lassen.

 

Um das Netz zu überzeugen, ließ sich Pepper von dem Betreiber des YouTube-Kanals "DramaAlert" zu den Anschuldigungen interviewen. Angeblich habe er eine Vergewaltigung begangen. Obwohl es keine Beweise gegeben habe, sei das Gerücht nicht verschwunden. "Ich habe vier Monate gebraucht, um meiner Freundin davon zu erzählen", so Pepper.

Auch bei seinem bislang heftigsten Streich sei niemand zu Schaden gekommen. Beim "Killing Best Friend Prank" musste ein Jugendlicher scheinbar dabei zusehen, wie sein bester Freund vor seinen Augen erschossen wird – eine Aktion, die sogar das Hackerkollektiv Anonymous mobilisierte. Eines hatte Pepper nicht bedacht. "Wenn ein Streich so heftig ist, dass man ihn fälschen muss, sollte man ihn wohl nicht spielen."

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Doch diese Zeiten seien jetzt ein für alle Mal vorbei. "Ich will jetzt zu hundert Prozent ehrlich mit euch sein", verspricht Pepper seinen verbliebenen Fans. Mit der Videobotschaft bitte er um eine zweite Chance im Netz. "Ich habe eine fiktive Person erschaffen, der alles egal ist. Kein Wunder, dass mich alle hassen", bedauert der YouTuber. Mitgefühl wolle er hingegen nicht. "Ich habe mich selbst in diese Situation gebracht." Schon bald wolle er mit neuen Inhalten starten. "Ich will das beruflich machen, aber dieses Mal auf die richtige Art."

 

Im Netz sind die Reaktionen auf Peppers Entschuldigung gespalten. "Vielleicht ist Sam Peppers letztes Video ein soziales Experiment, das beweisen soll, wie naiv seine Zuschauer sind", twittert eine Nutzerin zum Thema. Gemeint ist damit Peppers häufig genutzte Ausrede, dass er seine Community nur habe testen wollen.

 

Mit dem Hashtag #WeForgiveYouSam bekunden Fans ihre Unterstützung für Peppers Kurswechsel. Viele befürworten seine Ehrlichkeit und schätzen den Einblick in die Prankster-Szene. Ob Sam Pepper das Vertrauen der Netzgemeinde verdient hat, wird er noch beweisen müssen. Mit einer ähnlichen Wendung haben schließlich einige gerechnet. "Dass er seine Videos gelöscht hat, ist eine Aufmerksamkeitsmasche“, mutmaßt eine Twitter-Nutzerin. “Morgen lädt er "Die Wahrheit" hoch, gebt ihm nicht eure Klicks."

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