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"Selfie" mit Entführer Das Bomben-Foto mit Zündstoff

Was ritt Ben Innesn, als er den EgyptAir-Entführer mitsamt mutmaßlichem Sprengstoffgürtel um ein Foto bat? Als Helden jedenfalls feiert kaum jemand den Briten. Im Netz gibt es andere Überlegungen.

Die Entführung der Egypt-Air-Maschine durch einen Mann mit Sprengstoffgürtel, der sich später als Attrappe herausstellte, hat am Dienstag die Welt in Atem gehalten. Doch ein 26-jähriger Schotte setzt der Aktion eines Verrückten nun noch die Krone auf. Der Passagier Ben Innes aus Aberdeen machte ein Selfie mit sich und dem Entführer und schickte es Freunden per Smartphone.

Kranke Selbstinszenierung oder schlicht Übermut in einer Schocksituation? Auf dem Bild ist ein krampfhaft lächelnder junger Mann mit robustem Körperbau zu sehen, der rechts neben dem ausgemergelten Entführer Saif a-Din Mustafa samt seiner Bombenattrappe - zu dem Zeitpunkt war noch nicht klar, dass sie keinen Sprengstoff enthielt - um den Bauch posiert. Sie stehen vor einem Ausgang des Airbus 320 mit der Flugnummer MS181.

Innes, der einer von 81 Passagieren des ägyptischen Inlandsfluges von Alexandria nach Kairo war, hatte das Foto seinem Mitbewohner per Handy geschickt und dachte sich wohl dabei, besonders heldenhaft zu sein. Seine Worte sollen laut der britischen Zeitung "Daily Mail" gewesen sein: "Du weißt, dein Junge macht sich nicht ins Hemd. Schalt die Nachrichten ein!" Seiner Mutter, die ihm später mitteilte, er solle bloß keine Aufmerksamkeit auf sich ziehen, hatte er laut Eigenaussagen nichts davon mitgeteilt, dass er bereits nach einem Foto mit seinem Entführer gefragt hatte. Es sollte das "beste Selfie überhaupt" sein. Innes hatte eine Stewardess gefragt, ob sie auf den Auslöser drücken könne.

Ein Foto mit einem Geiselnehmer: Der Brite Ben Innes gehörte zu den letzten Geiseln, die die entführte EgyptAir-Maschine verlassen konnte. (Foto: Screenshot Twitter)

Laut Medienberichten wisse er nicht, warum er auf die Idee mit dem Foto kam. Er wollte sich auf jeden Fall dem Entführer nähern, um ihn und den Sprengstoffgürtel besser betrachten zu können. "Ich hatte nichts zu verlieren", so Innes.

Während der sechsstündigen Geiselnahme durch Saif a-Din Mustafa, der das Flugzeug mithilfe seines nachgebildeten Sprengstoffgürtels nach Zypern umlenken ließ, mussten die restlichen Passagiere um ihr Leben bangen. Laut Behörden handelte es sich bei Mustafa, angeblich ein ägyptischer Professor für Geschichte, "nicht um einen Terroristen, sondern einen Idioten", der geistig verwirrt statt politisch motiviert war.

Im Netz tauchen erste Memes auf

Ben Innes kann jedenfalls seine makabre Selfie-Geschichte bis an sein Lebensende in den Pubs von Großbritannien erzählen. Er wird wohl immer ein Publikum finden. Ob die Reaktionen immer positiv sein werden, ist hingegen zweifelhaft. Auf Twitter kursieren mittlerweile erste Meme, die Innes mit den Katastrophen der jüngeren Geschichte in Verbindung bringen. Die Frage, die sich der Macher der Montage stellt: Was hätte Innes gemacht, wenn er zum Beispiel Saddam Hussein getroffen hätte. Unter dem Hashtag #inappropriateselfie wird Ben Innes Opfer eines Photoshop-Bastlers, der ihn zum Beispiel Arm in Arm mit dem irakischen Diktator zeigt:

 

Oder der Absturz der "Hindenburg" 1937 über New Jersey:

 

Vor den brennenden Türmen nach den 9/11-Anschlägen in New York:

Und mitten im Geschehen im Vietnam-Krieg:

 

Und wo von Katastrophen die Rede ist, darf er nicht fehlen:

 

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