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Bayern München Gerüchteküche um Guardiola brodelt

Es wäre ein Transfercoup: Wird Barcelonas Ex-Trainer Pep Guardiola in der kommenden Saison neuer Trainer bei Bayern München? Die Bayern-Bosse dementieren - doch Guardiola ist wohl interessiert.

Matthias Sammer fehlte eindeutig das Taktgefühl. Ob beim Einzug mit Blaskapelle und Sepplhut oder den Hammerschlägen auf den Amboss, die Musikalität des Sportvorstandes von Bayern München ist doch ausbaufähig. Das gestand sich der gebürtige Sachse beim Adventsbesuch beim Fanklub "Unteres Brenztal" selbst ein. "Ich konnte den Takt nicht richtig halten. Ich war bemüht, aber nicht gut, das muss ich schon zugeben", sagte der 45-Jährige.

Präsident Uli Hoeneß sind die bayerischen Bräuche wenig überraschend deutlich vertrauter. Hoeneß blüht dabei richtig auf. Auch beim sonntäglichen Besuch der "Oitztaler Mammuts" in Emmating in der Nähe von Altötting war der 60-Jährige wieder bester Dinge, als ihn eine Blaskapelle mit dem Vereinslied "Stern des Südens" empfing. Nur die Böllerschützen brachten den erschrockenen Hoeneß mit lautem Knall kurz aus der Fassung.

"Vertrauen Sie unserem Trainer"

Das Taktgefühl im Umgang mit der Zukunft von Trainer Jupp Heynckes, dessen Vertrag im Sommer endet, ist indes bei Sammer und Hoeneß gleichermaßen gut ausgeprägt. Unaufgeregt verwies Sammer in Bächingen auf die anstehenden Gespräche zwischen Heynckes und Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Die beiden würden sich zu gegebener Zeit hinsetzen, "wie abgesprochen. Das akzeptiere ich. Ich bin froh, dass es eine klare Linie gibt", sagte Sammer. Solange, riet er den Fans: "Vertrauen Sie unserem Trainer. Das ist das Beste, was sie machen können."

Hoeneß vertagte sämtliche Gespräche auf die Zeit nach Weihnachten. "Vorher werden wir die Personaldiskussionen nicht eröffnen. Wir wollen mit Ruhe in die Weihnachtstage einziehen", sagte der 60-Jährige. Hoeneß dürfte ohnehin seinen Freund Heynckes in alle Überlegungen des FC Bayern einbeziehen und falls es denn so kommt, ihm bei einem möglichen Abgang eine goldene Brücke bauen.

Diese Vermutung dürfte dieser Tage sowieso wieder an Fahrt aufnehmen. Denn am Sonntag fiel in englischen Medien wieder der Name Pep Guardiola. Die Bayern seien stark interessiert am Ex-Coach vom FC Barcelona, der sich gerade eine einjährige Auszeit gönnt, hieß es. Und dass Guardiola die Seriosität des deutschen Rekordmeisters sehr schätze und deshalb ein Angebot aus München einem vom FC Chelsea und Manchester City vorziehen würde. Gespräche mit Guardiolas Bruder und Berater Pere hätten bereits stattgefunden. Im Juni waren erstmals Spekulationen um den 41-Jährigen aufgekommen.

Ob diese neuerlichen Gerüchte nun den Zeitpunkt der Gespräche mit Heynckes tangieren, ist unklar. "Erst reden wir 2013 mit Heynckes", stellte Rummenigge in der "Bild" klar. Dass die Bayern loyal zu Heynckes stehen, ist keine Frage. Dass aber nicht zuletzt Uli Hoeneß auch Gefallen an Guardiola findet, ebenfalls. Nur die Sprachbarriere sei ein möglicher Hinderungsgrund, sagte er vor Monaten. Aber auch daran könnte Guardiola ja inzwischen schon arbeiten.

Fürs Erste bleibt vor den besinnlichen Tagen das oberste Münchner Gebot, die deutsche Meisterschaft zu holen. Das, und keiner der Verantwortlichen wird müde es zu betonen, ist das Wichtigste in dieser Saison. Ein drittes Jahr ohne Titel darf es an der Säbener Straße nicht geben. Und obwohl der FC Bayern mit elf Punkten Vorspung an der Spitze steht und kaum noch jemand am Gewinn der Meisterschaft zweifelt, wird dieser Titel auch dieses Jahr noch nicht vom Weihnachtsmann überbracht. "Es lag noch nie ein Pokal unterm Weihnachtsbaum", sagte Sammer. Deshalb weiter arbeiten und "nicht auf dem Punktepolster ausruhen".

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