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Bundesliga-Urgestein Heynckes macht die 1000 voll

Eine imposante Zahl: Bei der Partie zwischen München und Bremen feiert Bayern-Trainer Jupp Heynckes seinen 1000. Einsatz in der Bundesliga. Doch auch die Werderaner ehren einen "kleinen Jubilar".

Vor fast 48 Jahren hat alles angefangen - damals gab es im Fernsehen noch Schwarz-Weiß-Bilder von der Bundesliga zu sehen. Am 14. August 1965 bestritt Jupp Heynckes als 20 Jahre alter Fußball-Profi für Borussia Mönchengladbach sein Erstligadebüt gegen Borussia Neunkirchen (1:1). 368 Einsätze als Spieler folgten, und an diesem Samstag (15.30 Uhr) feiert der inzwischen 67-Jährige Heynckes im Heimspiel des FC Bayern gegen Werder Bremen mit seinem 631. Einsatz als Trainer ein Jubiläum: Es ist sein 1000. Bundesligaspiel!

"Das ist eine imposante Zahl", sagte Heynckes, der mit seinen Auslandsengagements in Spanien und Portugal sogar auf noch viel mehr als 1000 Spiele kommt, bei denen er als Chefcoach auf der Bank gesessen hat. In der Bundesliga hat vor ihm nur Spitzenreiter Otto Rehhagel mit 1033 Partien (201 Spieler/832 Trainer) die Schallmauer von 1000 durchbrochen.

Keine Heynckes-Biographie

"Daran sieht man schon, wie die Jahre vergangen sind", äußerte Heynckes zum Jubiläum und bekannte stolz: "Das hätte ich mir als Spieler nie zu träumen gewagt. Das ist eine lange Historie, da könnte man viel erzählen. Da könnte man nicht nur ein Buch schreiben, sondern mehrere", sagte er: "Aber das werde ich nicht tun."

Heynckes lebt im hier und heute. Und das heißt für ihn Bremen. Werder-Coach Thomas Schaaf feiert in der Allianz Arena übrigens auch ein Jubiläum: Er steht vor seinem 750. Einsatz, wenn man zu den 262 Partien als Spieler und den 468 als Trainer in der Bundesliga auch noch seine 19 Zweitliga-Auftritte im Werder-Trikot mit einrechnet. Gegenseitige Geschenke soll es aber nicht geben, wie Heynckes bemerkte: "Das Spiel gegen Bremen wollen wir gewinnen."

Auf der Welle des Erfolgs

Heynckes schwebt auf der Zielgeraden seiner Karriere gerade mit den Bayern durch die Bundesliga und auch Europa, wie das 3:1 in der Champions League beim FC Arsenal in London bewies. "Wir spielen außergewöhnlichen Fußball auf einem ganz hohen europäischen Spitzenniveau", schwärmte der Coach, der das so begründete: "Der moderne Fußball ist im Moment eine Kollektivarbeit. Da sind wir vielen Mannschaften voraus."

Dieses Kollektiv besteht für ihn aus mehr als elf Spielern. Und deshalb dürfte Heynckes gegen Bremen die Rotation in Gang setzen, zumal es schon am Mittwoch zum großen Pokal-Duell mit Borussia Dortmund kommt. Arjen Robben bekommt darum nun Gelegenheit zu beweisen, dass er nicht auf die Bank, sondern auf den Platz gehört. Er habe zwar "niemandem etwas garantiert", sagte Heynckes, aber es sei "höchstwahrscheinlich", dass Robben gegen Bremen und Dortmund spiele. Da Franck Ribéry gegen den BVB gesperrt ist, braucht Robben ein Warm-up über 90 Minuten.

Neben dem "kleinen Jubilar" Schaaf steht beim Gegner ein Mann im Blickpunkt, dessen Arbeitgeber eigentlich der FC Bayern ist. Elf Tore hat der vom Tabellenführer ausgeliehene Nils Petersen in dieser Saison schon für Werder erzielt. Die Anzeichen deuten inzwischen darauf hin, dass der 24-Jährige auch über den Sommer hinaus das Bremer Trikot tragen wird. Bei seiner Rückkehr für 90 Minuten nach München möchte Petersen möglichst auch erfolgreich sein, zumal es sein eigentlicher Arbeitgeber locker verkraften könnte, wie er im Vorfeld scherzte: "Zum Glück ist die Tabellensituation der Bayern so komfortabel, dass ich ihnen mit Bremen nicht wehtun kann."

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