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Bundesliga-Formcheck Dieser Klub ist der größte Verlierer der Winterpause

Eine Woche vor dem Rückrundenstart kehren die Bundesligaklubs aus dem Trainingslager zurück. Nicht alle Teams konnten in der Pause richtig Kraft sammeln. Einige hatten wirklich schwierige Tage.

Dubai, Katar, Belek und Orlando – die Spitzenteams der Fußball-Bundesliga waren in den vergangenen Tagen über den gesamten Globus verteilt. So langsam trudeln sie in der Heimat wieder ein. Rund eine Woche vor dem Rückrundenstart mit der Partie HSV gegen FC Bayern (Freitag, 20.30 Uhr) wird es daher Zeit, den Stand der Vorbereitung etwas genauer zu prüfen.

FC Bayern München

Die große Depression nach Pep Guardiolas Abschiedsankündigung blieb aus. Spieler und Trainer zeigten sich konzentriert wie eh und jeh, neue Verletzte waren bislang nicht zu beklagen. "Das Trainingslager war perfekt! Wir haben sehr gut gearbeitet, sind aber noch nicht bereit die Champions League zu gewinnen", sagte Guardiola nach sechs Tagen in Katar mit zehn Trainingseinheiten. Wie steht es um den Teamgeist? Und wie geht die Mannschaft mit dem enormen Konkurrenzkampf um? Das sind die großen Fragen auf dem Weg zum Triple.

Franck Ribéry, Mario Götze und Medhi Benatia fehlen weiter wegen Verletzungen. Dafür ist David Alaba zurück und zeigt sich in guter Form. Pech hatte hingegen Arjen Robben. Der Niederländer fehlte das halbe Trainingslager wegen einer Grippe.

Borussia Dortmund

Der größte Gewinner des Trainingslagers in Dubai heißt Marco Reus. Der Nationalspieler hat seine Adduktorenprobleme vollständig auskuriert. "Wir sind sehr froh, wie er sich hier wieder präsentieren kann, welche Lust und welche Überzeugung er wieder ausstrahlen kann", sagte Trainer Thomas Tuchel über Reus, der auch seinen Winterurlaub dafür genutzt hat, sich in Form zu bringen. Zweiter Gewinner ist ein Spieler, dessen Namen kaum noch jemand auf der Rechnung hatte: Moritz Leitner sollte abgegeben werden, präsentierte sich allerdings bei Spielen in der zweiten Mannschaft und auch in Dubai stark. Eventuell kommt in Yunus Malli (Mainz 05) noch eine zusätzliche Alternative für die Offensive. Weniger zufrieden scheint Tuchel mit Adrian Ramos zu sein. Es ist wohl der Mangel an Enstchlossenheit, der Tuchel missfällt. Die Zielsetzung für die Rückrunde ist die direkte Champions-League-Qualifikation. An eine Chance im Titelrennen glaubt bei acht Zählern Rückstand niemand ernsthaft. "Die Bayern werden Meister – wer dagegen wetten möchte, kann gern kommen", sagte Hans-Joachim Watzke.

Hertha BSC

Für die Berliner geht es in der Winterpause vor allem darum, den Schwung der Hinserie zu konservieren. Das Überraschungsteam der Bundesliga will nicht denselben Absturz erleben, wie 2014, als nach einer guten Hinrunde (28 Punkte) nur noch 13 Punkte folgten. Die Ergebnisse des Trainingslagers in Belek sind wenig aussagekräftig. Gegen die Bundesligarivalen Hannover (1:0) und Mönchengladbach (2:2) zeigten die Berliner die dominante Spielanlage, die sie sich im vergangenen halben Jahr erarbeitet haben. Zudem ließ Trainer Pal Dardai konsequent alle Feldspieler zum Einsatz kommen. Wie anfällig das System der Berliner noch ist, zeigte sich jedoch gegen den VfL Bochum, als ein B-Team übel unter die Räder kam (1:4). Die Integration der langzeitverletzten Peter Pekarik und Änis Ben-Hatira lief gut an. Einziger Wermutstropfen: Torwart Kraft hat weiter mit Schulterproblemen zu kämpfen.

Borussia Mönchengladbach

Kein Team investierte in der Winterpause so in neues Personal wie Gladbach. Mit den Zugängen Jonas Hofmann und Martin Hinteregger konnte Sportdirektor Max Eberl die gröbsten verletzungsbedingten Löcher in der Abwehr und auf dem Flügel stopfen. Die Integration beider Spieler läuft auf Hochtouren. Zudem meldete sich in Routinier Martin Stranzl im Trainingslager der lange vermisste Kapitän nach ausgestandenem Augenbogenbruch und anschließender Muskelverletzung zurück. "Dass wir keine neuen Verletzungssorgen haben, ist sicher eine der erfreulichsten Erkenntnisse dieser Woche", sagte Trainer André Schubert.

Bayer Leverkusen

Die Leverkusener nutzten die Winterpause für einen kleinen Marketingausflug in die USA, nebst Trainingslager versteht sich. Dabei stand vor allem Javier "Chicharito" Hernandez im Mittelpunkt. Der Mexikaner war für seine zahlreich in Florida lebenden Landsleute das Highlight schlechthin, sorgte aber auch für einen Schreckmoment bei den Bayer-Fans. Ein klares Bekenntnis zu seinem Arbeitgeber über die Saison hinaus vermied der 27-Jährige. "Wir werden sehen, du weißt nie, was passiert", sagte er, trotz eines Vertrages bis 2018. Sportlich konnte Leverkusen einen Sieg über Kolumbiens Santa Fé (1:0) und ein Remis gegen Brasiliens Topklub Internacional Porte Alegre erkämpfen (3:3). Geschäftsführer Michael Schade verhehlte nicht, dass das Team von Cheftrainer Roger Schmidt in der Hinrunde die Hoffnungen nicht ganz erfüllt hatte. Das Team liege auf Tabellenplatz fünf "hinter den Erwartungen".

FC Schalke 04

Kommen wir zunächst zum positivsten Aspekt der Schalker Winterpause. Das Testspiele gegen Fort Lauderdale konnte gewonnen werden (2:0). Zudem bekam Trainer André Breitenreiter von Manager Horst Heldt in Younes Belhanda und Alessandro Schöpf zwei zusätzliche Alternativen präsentiert. Die Verpflichtungen der Wunschspieler Reanto Augusto und Volkan Inler waren hingegen wirtschaftlich nicht zu stemmen.

"Wir haben Spieler dazu gewonnen, aber die Qualität von Julian Draxler (im vergangenen Sommer zum VfL Wolfsburg gewechselt – d.R.) haben wir augenscheinlich noch nicht ersetzen können", sagte der Trainer. Hinzu kommt die Verletzung von Kapitän Benedikt Höwedes, der sich im Trainingslager einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog und den Rückrundenauftakt verpassen wird. Für viel Unruhe sorgten außerdem die Wechselgerüchte um Leroy Sané. Irgendwie sinnbildlich, dass der abschließende Test im Trainingslager gegen Atletico-MG 0:3 verloren ging.

VfL Wolfsburg

Für einen Meisterschaftszweiten, der noch in der Champions League vertreten ist, gibt der VfL Wolfsburg ein recht unrundes Bild ab. "Jeder weiß: Wir müssen besser werden", sagt Cheftrainer Dieter Hecking, der unter Problemprofis leidet. Stürmer Bas Dost fällt verletzt aus. Mittelfeldass Luiz Gustavo ist mehr Patient als Spieler. Dazu kommt: Laute Töne von Hecking finden nicht immer Gehör. Dass der meist lustlos trainierende Nicklas Bendtner erneut in Ungnade gefallen ist, verwundert nicht. Bei Julian Draxler, der im Urlaub seine Fitnessübungen nicht ernst genug genommen hat, liegt die Sache anders. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft in Wolfsburg eine große Lücke. Deftige Schelten für mehrere Spieler haben daran bisher wenig ändern können.

Hamburger SV

Der HSV darf gut und gern als Verlierer der Winterpause bezeichnet werden. Sportlich verliefen die Tests gegen Ajax (1:3), RW Erfurt (1:2) und Young Boys Bern (1:2) enttäuschend. Gewinner sindh die Spieler, die gerade nicht spielen. Sorgen macht zudem Pierre-Michel Lasogga, dem es wieder in der Schulter zwickt. Er trainiert bis auf weiteres nur individuell im Kraftraum. Offiziell heißt es, dass es nichts Schlimmes sei. Aber die Situation macht deutlich, wie gefährlich die Lage ist: Wenn Lasogga ausfällt, dann gute Nacht. Neben Lewis Holtby ist er derjenige, den der HSV am wenigsten ersetzen kann. Trainer Bruno Labbadia weiß das, klagt öffentlich aber nicht: "Wir wissen, wie schwer die Situation ist. Die Situation beim HSV ist nicht rosig."

Werder Bremen

Werders Vorbereitung verläuft durchwachsen. In den fünf Testspielen gab es zwei Siege, und wie in der Liga besitzen die Bremer auch weiterhin Probleme im Spielaufbau. "Als ich zu Werder kam, habe ich wirklich nicht gedacht, dass es so schwierig wird", sagt Stürmer Claudio Pizarro. Die Mehrheit der im Trainingslager anwesenden Werder-Journalisten ist der Meinung, dass Werder wegen der schwachen Qualität des Kaders große Probleme haben wird, den Abstieg in die Zweite Liga zu verhindern. Abwenden soll dies unter anderem Angreifer Pizarro, der in der Rückrunde als Führungsspieler überzeugen soll. Erstmals seit seiner Verpflichtung ist Pizarro nach eigenen Angaben fit und als zweite Spitze neben Anthony Ujah vorgesehen. Auch ist der Südamerikaner von nun an der Elfmeterschütze Nummer eins.

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