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Hamburger SV gegen FC Bayern München Vor dem Kracher herrscht ganz miese Stimmung

In dieser Saison sollte alles besser werden. Der aktuelle Platz zehn ist für den HSV ein Erfolg. Doch in der Winterpause ging eine Menge schief. Und jetzt kommen ausgerechnet die Bayern.

Uwe Seeler hatte gute Laune. Die Sonne schien warm vom Himmel, auf der Terrasse eines schönen Hotels in Südspanien wurden kühle Getränke serviert und der ehemalige Stürmer führte gute Gespräche mit alten Freunden. Kurzum: Hamburg mit seinem Schietwetter war weit weg – und die Sorgen um den HSV auch. In Marbella spielten prominente Ex-Fußballer und Journalisten am Wochenende beim Golfturnier von Ex-Moderator Jörg Wontorra 30.000 Euro für Seelers Stiftung ein. Da kann es einem schon prächtig gehen.

Gute 2000 Kilometer weiter nördlich ist die Stimmung deutlich bescheidener. Der Hamburger SV windet sich wieder einmal in Winterdepressionen. Sportlich läuft es bescheiden, wobei bescheiden eine klare Steigerung zu den Vorjahren ist. Dass die Hanseaten auf Rang zehn überwintern ist mehr, als viele Fans erwartet hatten nach zwei Jahren im Zeichen eines infernalischen Abstiegskampfes. Doch in den drei Spielen vor der Winterpause wurde nur ein Punkt geholt, der Abstand auf die Abstiegsränge schmolz auf sieben Punkte. Das Trainingslager im türkischen Belek diente nicht dazu, die Stimmung zu heben. Dann musste der Vorstandsvorsitzende Dietmar Beiersdorfer auf der Mitgliederversammlung auch noch neue Schulden zugeben. Und am Freitag kommen die Bayern.

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"Es war nicht alles so, wie wir es gewünscht haben, wirklich nicht optimal", ärgerte sich Trainer Bruno Labbadia nach der Rückkehr aus der Türkei. Zwei Stunden Verspätung des Flugzeugs hatten das traurige Gesamtbild unterstrichen, waren aber nur ein kleines Mosaiksteinchen im großen Schlamassel. Drei Testspiele absolvierten die Hamburger, alle gingen verloren: 1:3 gegen Ajax Amsterdam, 1:2 gegen Drittligist Erfurt sowie 1:2 gegen Bern.

Damit hätte Labbadia sicher leben können, Ergebnisse in Vorbereitungsspielen werden generell überschätzt. Doch zahlreiche Verletzte und die abwärts zeigende Formkurve des Teams machen ihm Sorgen. Vor allem die latent labile Schulter von Pierre-Michel Lasogga. Sie bescherte der fleischgewordenen Lebensversicherung des HSV zuletzt erneut sechs Tage unfreiwillige Trainingspause. Ob er am Freitag zum Rückrundenstart gegen den FC Bayern auflaufen kann, ist fraglich. Zudem musste Abwehrchef Emir Spahic gegen Bern verletzt ausgewechselt werden, er fällt gegen Bayern aus. Auch Ekdal, Schipplock und Jung sind angeschlagen.

"Ich will keine Panikmache betreiben, aber..."

Dass nun ausgerechnet der Rekordmeister im Volksparkstadion die Rückrunde eröffnet, ist auch nicht gerade ein Mutmacher. Ein 0:5 setzte es im Hinspiel, in der vergangenen Saison bekamen es die Hanseaten in der Rückrunde gar mit 0:8 besorgt. "Ich will keine Panikmache betreiben, aber die Rückrunde wird eine Herausforderung für uns", sagte Labbadia. Sein Rezept gegen neuen Abstiegsstress? "Wir wollen uns in den kommenden Wochen stabilisieren, aber auch Ergebnisse erzielen." Das hört sich nach einem eher wackeligen Plan an.

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Apropos wackelig: Am Wochenende war Mitgliederversammlung beim HSV. Das waren in den vergangenen Jahren stets wahre Tribunale, zu denen die HSVer in Massen strömten, um wahlweise unfähige Machthaber abzustrafen, die Mannschaft auszubuhen oder die Ausgliederung der Profiabteilung in eine AG zu beschließen. Diesmal – und das darf durchaus als gutes Zeichen gewertet werden – verirrten sich kaum 300 Mitglieder zu Freibier und Erbsensuppe ins Hamburger Messezentrum. Es war ja auch wahrlich nicht vergnügungssteuerpflichtig, was dort vorgetragen wurde.

Nachdem der Klub im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 insgesamt 16,9 Millionen Schulden gemacht hat, erwartet Beiersdorfer auch im laufenden Jahr ein Minus. "Wir werden auch im aktuellen Geschäftsjahr ein negatives Ergebnis haben", sagte er, ohne konkrete Zahlen zu nennen, und beschwichtigte zeitgleich: "Der HSV ist aber sowohl kreditfähig als auch kreditwürdig. Wir gehen sorgsam mit unserem Geld um." Bis 2019 muss der Klub eine Fananleihe in Höhe von 17,5 Millionen Euro zurückzahlen. Aktuell hat der HSV 23 Millionen Euro Bankschulden, der Großteil davon aus dem Stadionkredit. Allerdings nahm der Klub durch Verkäufe von Vereinsanteilen an drei Investoren auch 25 Millionen Euro ein, die die Bilanz schönen.

Kommt Mame Diouf aus England?

"Das Konzernergebnis der AG ist nicht akzeptabel. Die finanzielle Krise ist noch nicht überwunden, wir haben die Situation aber im Griff", sagte HSV-Aufsichtsratschef Karl Gernandt, "wir brauchen weitere finanzstarke Partner. Allein schaffen wir es nicht." Er glaubt weiterhin an die Strahlkraft des taumelnden Traditionsvereins: "Ich glaube, dass es Firmen geben wird, die ein klares Ziel mit einer Marke verbinden. Deswegen ist es so wichtig, dass wir alle an dieser Leitkultur HSV arbeiten – dass wir einen Markenkern für den HSV entwickeln." Das sei es, was ein strategischer Partner sucht. Nicht nur einen erfolgreichen Bundesligaklub, sondern einen, der eine Geschichte erzähle: "Und das sind wir mit unserem Dino und unserer unbändigen Wir-schaffen-das-noch-Mentalität. Wir vermitteln Seriosität und Kampfgeist."

Nun mag Seriosität nicht gerade das erste Attribut sein, mit dem der Verein in den vergangenen Jahren in Verbindung gebracht wurde. Immerhin gelang in der Hinrunde eine Stabilisierung. Ob die von Dauer sein wird? Das wird auch davon abhängen, ob der Klub im Winter noch einmal investiert. Der Verkauf von Marcelo Diaz, dem Relegationshelden aus dem vergangenen Sommer, hat zwei Millionen Euro eingebracht.

Investiert werden soll in einen Angreifer. Laut "Hamburger Morgenpost" denken Beiersdorfer und Labbadia über den Ex-Hannoveraner Mame Diouf (28) von Stoke City nach. Das Problem: Der Senegalese verdient in England vier Millionen Euro pro Jahr. Und das würde die Kapazitäten des Klubs dann doch bei weitem überschreiten.

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