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Sekou Sanogo HSV-Transfer platzt wegen vier Minuten

Sekou Sanogo wollte für Hamburg spielen. Der Mann von den Young Boys Bern war sich mit dem HSV einig, aber eine Formalität bringt den Wechsel zum Platzen. Die Klubs beschuldigen sich gegenseitig.

Über vier Minuten Verspätung bei der Deutschen Bahn regt sich kein Fahrgast mehr auf. Kommt die Angebete ein paar Minuten zu spät zum Date, ist das fast charmant. Am letzten Tag des Transferfensters entscheiden vier Minuten aber über das Schicksal eines Spielers. Es ist wenig überraschend, dass gerade der HSV eine wichtige Rolle bei der Transferpanne dieser Winterwechselperiode gespielt hat.

Die Hamburger waren sich mit Sekou Sanogo schon einig. Der defensive Mittelfeldspieler sollte bis Saisonende von den Young Boys Bern ausgeliehen werden, auch eine Kaufoption in Höhe von zwei Millionen war bereits ausgemacht. Sanogo hatte am Montag schon den Medizincheck absolviert. Gegen 15.00 Uhr sollen sich beide Klubs über die Wechselmodalitäten einig geworden sein.

Alles, was noch fehlte, waren die Dokumente aus Bern. Reine Formsache – sollte man meinen. In der Hamburger Geschäftsstelle begann das Warten auf die entscheidende E-Mail der Young Boys. Aber die Post aus der Schweiz ließ auf sich warten. Erst 18.04 Uhr landete die E-Mail mit den Transferunterlagen beim HSV. Genau vier Minuten zu spät. Das Transferfenster hatte Punkt 18.00 Uhr geschlossen. Jede Sekunde später war eine zu viel, Transfers waren nicht mehr möglich.

Das Faxgerät ist unschuldig

In den Medien der Schweiz wurde fälschlicherweise über eine Faxpanne beim HSV spekuliert. Aber der Fehler liegt eindeutig bei den Young Boys. "Es gilt klarzustellen, dass heutzutage keine Vertragsunterlagen mehr gefaxt werden", sagte HSV-Sportdirektor Peter Knäbel. Eine Klarstellung, die beim HSV wohl nötig ist.

2011 wollte Maxim Choupo-Moting vom HSV nach Köln wechseln. Sein Vater Just, der auch Motings Berater ist, faxte den Vertrag kurz vor Ende der Transferfrist zum FC. Das Problem: Das Fax in Köln druckte nur die erste Seite des Kontrakts aus. Der zweite Versuch kam zu spät, Choupo-Moting musste die Rückrunde beim HSV bleiben und wechselte im folgenden Sommer nach Mainz.

Auch Sanogo muss jetzt bei seinem Verein bleiben. "Am heutigen Nachmittag waren wir uns über das Leihgeschäft einig. Leider wurden die für den Transfer erforderlichen Dokumente in Bern zu spät versendet und erreichten uns nach 18.00 Uhr. Das ist sehr ärgerlich. Mir tut es leid für den Spieler, der gern für den HSV gespielt hätte", sagte Knäbel.

Die Young Boys erzählen eine andere Version der Geschichte und geben dem HSV die Schuld an der Transferpanne. Knäbel bat uns 16.31 Uhr, die Vereinbarung aufzusetzen, er komme nicht mehr dazu", sagte Fredy Bickel, Berns Sportchef, der Schweizer Zeitung "Blick". Laut Bickel haben die Schweizer 17.51 Uhr die E-Mail abgeschickt. Sie kam nicht beim HSV an. Nach einem Anruf aus Hamburg versuchten es die Schweizer 17.54 Uhr erneut. Die Mail landete erst zehn Minuten später beim Adressaten.

"Auch mir tut es für Sekou enorm leid", sagte Bickel. Allerdings würden sich die Berner auch fragen, warum es die Hamburger nach der ersten Kontaktaufnahme am Sonntagmittag innerhalb von mehr als 30 Stunden nicht geschafft hätten, den Wechsel des 26-Jährigen perfekt zu machen. Schließlich sei es der HSV gewesen, der den Spieler unbedingt wollte.

Kein zweiter Fall Großkreutz

Dass der HSV Transfers abwickeln kann, beweisen zwei Verpflichtung kurz vor Toresschluss. Die Hamburger, die wieder mitten im Abstiegskampf stecken, liehen auf den letzten Drücker Josip Drmic von Borussia Mönchengladbach aus und verpflichteten den schwedischen Nationalspieler Nabil Bahoui vom saudi-arabischen Klub Al-Ahli Dschidda. Die Angreifer sollen die Sturmprobleme beim HSV (21 Tore in 19 Spielen) lösen.

Der Schweizer Nationalspieler Josip Drmic soll den HSV mit seinen Toren vor dem Abstieg retten. (Foto: dpa)

Zwei neue Spieler kommen, Sanogo bleibt in Bern. Anders als Kevin Großkreutz in den vergangenen Monaten darf der Mann von der Elfenbeinküste aber weiter Fußball spielen.

Auch bei Großkreutz hatte ein Klub eine Frist verpasst, allerdings mit fatalen Folgen. Nach seinem Wechsel vom BVB zu Galatasaray Istanbul versäumten es die Türken, ihren Neueinkauf rechtzeitig im elektronischen Transfersystem TMS einzuschreiebn. 48 Sekunden entschieden über das Fußballschicksal von Großkreutz.

Er war dazu verdammt, monatelang nur trainieren zu können, durfte aber laut Reglement des Weltverbandes Fifa nicht an Spielen seines Vereins teilnehmen. Nach vier Monaten flüchtete Großkreutz aus Istanbul und wechselte zum VfB Stuttgart in die Bundesliga. Der Weltmeister wurde rechtzeitig gemeldet, Großkreutz ist spielberechtigt.

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