Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Reus, Mkhitaryan und Aubameyang Das macht das magische BVB-Dreieck so stark

Marco Reus, Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang sorgen dafür, dass der Dortmunder Höhenflug anhält. Was ist das Erfolgsgeheimnis des Dreiecks? Vor allem ein Spieler beeindruckt.

Es dauerte, bis Marco Reus den verdienten Feierabend genießen konnte. Die Mannschaftskollegen waren schon längst auf dem Heimweg, als er endlich die Dopingprobe hinter sich bringen konnte. Der Offensivstar von Borussia Dortmund dürfte in mehrfacher Hinsicht erleichtert gewesen sein: Er hatte mit seinem Treffer zum 2:0 (1:0)-Endstand gegen den FC Porto erheblichen Anteil daran, dass der BVB sich eine gute Ausgangsbasis erarbeitet hat, um das Achtelfinale in der Europa League zu erreichen. Und er war froh, dass er ein brutales Foul von Varela, der ihm mit offener Sohle in die Wade gesprungen war, schadlos überstanden hatte.

Thomas Tuchel war ebenfalls besorgt gewesen, hatte sich bei Reus sofort erkundigt, ob etwas passiert sei. Denn der Nationalspieler mit der langen und unerfreulichen Vorgeschichte, was Muskelverletzungen angeht, ist für den BVB wichtiger denn je. Er ist ein potenzieller Spielentscheider und Teil eines Offensivdreiecks, das qualitativ höchsten Ansprüchen genügt.

Die Partie gegen Porto unterstrich diesen Eindruck nachhaltig: Reus, Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang haben es in den 36 Pflichtspielen der aktuellen Saison gemeinsam auf die stolze Zahl von 100 Scorerpunkten gebracht. Reus erzielte in der Bundesliga, in der Europa League und im DFB-Pokal 16 Tore und bereitete sechs weitere vor. Aubameyang hat wettbewerbsübergreifend 30 Tore erzielt und acht vorbereitet.

Die beeindruckendsten Werte aber kann Mkhitaryan aufweisen: Der Armenier bereitete am Donnerstag beide BVB-Treffer vor, es waren seine Torvorlagen 21 und 22 – hinzu kommen 18 Treffer, die er selbst erzielte. Der Mittelfeldspieler war damit an 42 Prozent aller Dortmunder Tore beteiligt!

Worin liegt das spezielle Erfolgsgeheimnis der drei Offensivkünstler? Gibt es überhaupt ein spezielles Rezept für ihren Erfolg? Außer der hohen individuellen Qualität ist es vor allem ihre Verschiedenheit, aber auch eine bestimmte Schnittmenge von Tugenden: Aubameyang und Mkhitaryan sind mit ihrer Schnelligkeit prädestiniert für Konterangriffe, sie können Gegner mit ihrem Tempo überrumpeln.

Reus dagegen ist ein Meister der Antizipation. Wenn der BVB Pressing spielt, lauert er auf Fehler, die die Verteidiger machen, und stößt dann in die Lücke. Reus und Mkhitaryan eint wiederum ein ausgeprägtes Spielverständnis. Beide harmonieren perfekt, wenn sie Doppelpässe spielen.

Ein weiterer Grund für die schwarz-gelbe Torflut ist in der Spielweise der gesamten Mannschaft zu finden. Der BVB spielt, seit Thomas Tuchel im vergangenen Sommer auf Jürgen Klopp gefolgt war, geduldiger und nicht pausenlos im Pressing/Gegenpressing-Modus. Dies hat zur Folge, dass die Präzision im Abschluss gesteigert werden konnte: In den entscheidenden Momenten vor dem gegnerischen Tor wirken sie cooler und überlegter. Speziell Mkhitaryan, der während seiner ersten beiden Spielzeiten in Dortmund phasenweise als "Chancentod" verspottet worden war, ist dies deutlich anzumerken.

Die Effektivität der Offensivabteilung ist ein entscheidender Faktor, der den BVB zu einem Favoriten auf den Gewinn der Europa League macht. Nicht nur für Pep Guardiola zählen die Dortmunder aktuell zu den "besten fünf Mannschaften Europas". Auch Portos Trainer José Peseiro attestierte dem Tuchel-Team "internationale Spitzenqualität".

Es ist eine Form von Geschlossenheit, die die Borussen derzeit zu einem Titelanwärter macht. Mit Geduld und taktischer Disziplin lauern sie auf Chancen – selbst wenn ein tief stehender und physisch hart spielender Gegner wie Porto nicht viele zulässt.

Tuchel warnt vor starkem FC Porto im Rückspiel

Noch sei es jedoch zu früh, sich mit mehr als nur dem Rückspiel gegen die Portugiesen zu beschäftigen, so Tuchel: "Es ist erst eine Halbzeit gespielt." Porto musste mit Mittelfeldspieler Danilo Pereira und Verteidiger Maxi Pereira zwei wichtige Defensivstrategen ersetzen, die es den Dortmundern durchaus noch schwerer hätten machen können. Beide werden im Rückspiel am Donnerstag im Dragao-Stadion wohl wieder dabei sein.

"Ich erwarte zu Hause vor emotionalen Zuschauern das beste Porto. Ich erwarte, dass wir noch einmal die gleiche Topleistung benötigen, um das Weiterkommen zu sichern", warnt Tuchel.

Um die Form zu konservieren, taugt das Bundesligaspiel bei Bayer Leverkusen am Sonntag (15.30 Uhr). Die Rheinländer, am Donnerstag mit einer reifen Leistung in der Europa League ebenfalls erfolgreich (1:0 bei Sporting Lissabon), könnten dafür sorgen, dass die Dortmunder Qualitäten durchgehend gefordert werden – speziell auch die der BVB-Defensive. In den letzten fünf Pflichtspielen kassierten die Dortmunder nur ein Gegentor.

"Vielleicht ist es einfach nur so, dass wir statistisch gesehen sehr, sehr wenig Torchancen zugelassen, aber im Verhältnis dazu zu viele Tore kassiert haben. Vielleicht ist die Aufmerksamkeit einfach nur gewachsen, nachdem uns jeder darauf angesprochen hat. Ich bin sehr glücklich darüber, es ist alles andere als selbstverständlich", sprach Tuchel der Defensive ein Sonderlob aus.

Fast jede Fußballstatistik ist letztlich ein Ausdruck des Teamworks – in Offensive und Defensive.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()