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Duell beim BVB Locker ist beim FC Bayern keiner mehr

Das Spiel bei Borussia Dortmund betrachten sie beim FC Bayern mit Sorge. Der BVB scheint wieder auf Augenhöhe zu sein, der Vorsprung könnte schmelzen. Selbst Trainer Pep Guardiola ist beeindruckt.

Die Rekorde rund um die Spitzenbegegnung des BVB gegen die Bayern muten manchmal etwas suspekt an. So tauchte etwa wieder die Meldung der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf, so zuverlässig, wie Weihnachten auf den 24. Dezember fällt. In 208 Länder werde die Partie übertragen, hieß es. "Es ist das beste Spiel, das Deutschland zurzeit zu bieten hat. Wir haben da ein globales Interesse von sehr vielen Fernsehstationen rund um den Erdball", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert.

Nun ist es aber mal so, dass selbst beim besten Willen die Welt nur auf 206 Länder kommt, und das auch nur mit ganz viel Augen zukneifen bei Gebilden wie Abchasien oder Transnistrien.

Dennoch passt die Effekthascherei ganz gut ins Bild, denn tatsächlich sind vor dem Duell der Dortmunder gegen die Münchner die Schlagzeilen vergangener Tage zurück. Erstmals seit vierjähriger Dominanz der Bayern begegnen sich die Branchenführer am Samstagabend (im Liveticker bei N24.de) wieder fast auf Augenhöhe.

Bayern-Trainer Guardiola beeindruckt BVB-Bilanz

Zwar führt der Rekordmeister die Tabelle nach dem überraschenden 1:2 gegen Mainz noch mit fünf Punkten Vorsprung an, könnte aber bei einer weiteren Niederlage mächtig ins Wanken geraten. Die jüngste Erfolgsbilanz des Gegners nötigt Bayern-Trainer Pep Guardiola Respekt ab: "Das ist eine der besten Mannschaften in Europa und der beste Bundesliga-Konkurrent aller Zeiten. Und Thomas Tuchel ist ein top, top, top, top Trainer. Einer der besten Trainer der Welt. Ich hoffe, wir können ein gutes Spektakel zeigen."

Seit dem Double der Borussia im Jahr 2012 lag der FC Bayern vor den Saison-Rückspielen gegen den Revierklub stets mindestens 20 Zähler vorn. Doch zum Leidwesen von Guardiola entpuppt sich der BVB unter der Regie seines geschätzten Kollegen Tuchel als hartnäckiger Verfolger. Nicht zuletzt deshalb glaubt Guardiola selbst im Erfolgsfall nicht an eine Vorentscheidung: "Mit acht Punkten ist es bei diesem BVB nicht vorbei. Das ist ein sehr wichtiges Spiel, aber wir haben noch andere Optionen, unseren Titel zu verteidigen."

Ähnlich wie Guardiola wirkte auch Karl-Heinz Rummenigge vor dem Gipfeltreffen nicht unbedingt locker. "Ich hoffe, dass wir ungerupft vom Platz gehen. Wenn wir mit acht Punkten Vorsprung nach Dortmund gefahren wären, wären wir etwas entspannter gewesen", bekannte der Münchner Vorstandschef, "das wird jetzt ein Spiel, das wir sicherlich nicht verlieren dürfen."

In einem psychologischen Vorteil sieht BVB-Trainer Tuchel sein Team trotz der jüngsten Bayern-Schlappe jedoch nicht: "Es wäre nicht das erste Mal, dass sie in einer solchen Situation ihre beste Leistung zeigen. Wir werden Momente haben, in denen wir leiden. Aber in diesen Phasen dürfen wir nicht den Glauben verlieren", sagte er. Allerdings habe der am Mittwoch geringer gewordene Abstand zu den Bayern "die Grundstimmung verändert. Diese besondere Energie werden wir in unserer Arena zu spüren bekommen."

Kaum vorstellbar, dass es den Bayern im mit 81.359 Zuschauern ausverkauften Dortmunder Fußballtempel ähnlich leichtfällt wie beim 5:1-Kantersieg im Hinspiel Anfang Oktober. Schließlich haben sich die Borussen vor allem in der Defensive deutlich verbessert und in der Rückrunde erst zwei Gegentore kassiert. Nicht zuletzt deshalb ist Tuchel guter Dinge: "Wir werden alles dransetzen, den Bayern eine schwere Zeit zu bereiten. Aber das Hinspiel zeigt, dass es besser ist, die Füße auf den Boden zu behalten."

Die fast makellose Ligabilanz seit der Winterpause mit sechs Siegen und einem Remis macht auch Mats Hummels Mut. "Die Bayern wissen, dass sie an ihre Leistungsgrenze gehen müssen. Das wird ein geiles Spiel", sagte der BVB-Kapitän in der "Bild".

Das Duell der beiden momentan besten Bundesligaschützen Robert Lewandowski (23 Treffer/Bayern) und Pierre-Emerick Aubameyang (22/Dortmund) erhöht die Brisanz der Partie zusätzlich. Die beiden Ausnahmekönner lieferten sich zuletzt ein bemerkenswertes Wettschießen und bringen es zusammen auf 45 Tore. Das gab es zuletzt vor 42 Jahren, als Gerd Müller (Bayern) und Jupp Heynckes (Gladbach) zu diesem Zeitpunkt in der Summe ebenfalls 45 Treffer geglückt waren.

Fragen zum Thema lassen Lewandowski jedoch kalt. "Ich konzentriere mich mehr auf die Mannschaft. Es gibt noch viele Spiele bis zum Ende der Saison. Das ist wichtiger, als wie viele Tore Pierre und ich haben", sagte er.

Neben den beiden Angreifern dürfte Mario Götze im Rampenlicht stehen. Viermal nacheinander schmorte der nach langer Verletzung genesene ehemalige Dortmunder zuletzt auf der Bayern-Bank und dürfte auch am Samstag nicht zur Startelf zählen. "Wir haben sieben Stürmer, und mit fünf Stürmern spielen ist manchmal kompliziert", sagte Guardiola vielsagend. Seinen vorerst letzten Bundesligatreffer hat Weltmeister Götze vor fünf Monaten erzielt – ausgerechnet gegen den BVB.

 

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