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Dortmund gegen Bayern Die Ergebnisse und der Trend sprechen für sich

Lange hat Dortmund auf solch ein Spiel warten müssen. Nun empfängt der Tabellenzweite der Bundesliga den Spitzenreiter FC Bayern. Der BVB strotzt vor Selbstbewusstsein - aus gutem Grund.

Für Anspannung war es noch etwas zu früh. Thomas Tuchel lächelte, als ihm am Freitagnachmittag die Frage nach seiner Gemütsverfassung gestellt wurde. "Noch bin ich sehr ruhig", sagte der Trainer von Borussia Dortmund (Liveticker ab 18.30 Uhr bei N24.de).

Am Tag vor dem Spitzenspiel gegen die Bayern habe er schlicht noch keine Zeit für Nervosität oder gar kindliche Vorfreude, sagte er. Da stehen noch die normalen Abläufe einer Spielvorbereitung im Mittelpunkt: Spiele der Bayern werden gesichtet, dann schneidet Benny Weber, der Videoanalyst im Trainerteam, Sequenzen zusammen, damit sie Tuchel der Mannschaft zeigen kann. Routine. Doch Tuchel weiß, was die Leute vor einem Spitzenspiel hören wollen: "Die Anspannung wird sich steigern und am Samstag um 18.30 Uhr ihren Höhepunkt erreichen."

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Die Gelassenheit des Trainers ist nicht zur Schau gestellt: Seine Mannschaft wird gut vorbereitet sein. Der BVB geht mit dem Selbstbewusstsein der besten Rückrundenmannschaft ins Spiel – alles, was Tuchel zuletzt gemacht hat, konnte umgesetzt werden. Die Ergebnisse und der Trend sprechen für sich.

Tuchels Rhetorik hat sich verändert

Hinzu kommt die überraschende Niederlage der Bayern gegen seinen Ex-Verein, den FSV Mainz 05. Ob dies alles ein psychologischer Vorteil sei? "Wir nehmen alles mit, was uns helfen kann", sagte Tuchel. Dies ist eine ganze Menge: Seit knapp drei Jahren schien die Gelegenheit, für neue Spannung an der Tabellenspitze der Bundesliga sorgen zu können, nicht mehr so günstig.

Dies verändert auch die Rhetorik Tuchels, der noch bis vor wenigen Wochen so etwas wie einen Kampf um die Meisterschaft kategorisch ausgeschlossen hatte. "Warum sollten wir uns den Rucksack aufladen?", hatte er bei jeder Frage danach zurückgefragt. Doch seit Mittwoch ist alles anders. Denn bei einem Sieg am Samstag wäre der Vorsprung der Bayern auf nur noch zwei Zähler zusammengeschrumpft.

"Wir werden alles daransetzen, um zu gewinnen. Und sollte dies gelingen, wäre es tatsächlich sehr realistisch", sagt Tuchel: "Aber wir müssen ehrlich genug sein und uns eingestehen, dass es nicht das erste Mal wäre, dass die Bayern fähig wären, solch eine Situation auch für sich umzudeuten. Sie haben die Möglichkeit, eine Vorentscheidung zu schaffen." Und weil dem so sei, rechne er mit den "besten Bayern überhaupt".

Im Hinspiel unterlag der BVB 1:5

Aber immerhin: Die große Chance auf einen Zweikampf ist nicht zu leugnen. Auch, weil die Entwicklung, die die Dortmunder genommen haben, einiges erhoffen lässt. Es ist ein langer Weg, den der BVB seit dem achten Spieltag hinter sich gebracht hat: Damals, am 4. Oktober, war Tuchels Team bei der 1:5-Hinspielniederlage in München vorgeführt worden. "Dieses Ergebnis zeigte, wie wichtig es ist, die Füße auf dem Boden zu halten."

Sein Team habe Lehren daraus gezogen: "So bitter das war, auch für mich persönlich, so heilsam sind solche Niederlagen auch." Der Schock von München hatte seinen Spielern gezeigt, dass sie nur scheitern können, gegen die erfahrenen und ausgeruhten Bayern sorglos zu spielen und ohne Absicherung. Diese Erfahrung "hat uns zu dem gemacht, was wir jetzt sind", glaubt Tuchel: "Der kritische Umgang gehört mit zu der Entwicklung, die wir seitdem genommen haben."

Mit Disziplin, taktischer Reife und vor allem Geduld überzeugte der BVB, besonders in der Rückrunde, in der die Dortmunder 19 von 21 möglichen Punkten holten. Sie agierten abwartend und vorsichtig gegen konterstarke Teams wie Hoffenheim (3:1) und Darmstadt (2:0) oder ballsicher und aggressiv gegen angriffslustige Gegner wie Gladbach (3:1) und Leverkusen (1:0).

Englische Wochen ohne Substanzverlust

Sie benötigten in einigen Spielen auch Glück, schafften es aber trotzdem, mit häufigen Wechseln ohne Substanzverlust durch vier englische Woche zu kommen. Dies war in früheren Jahren stets ein Alleinstellungsmerkmal der Bayern.

Vor dem Spiel am Samstag jedoch scheinen sich diese Vorzeichen umgekehrt zu haben: Die Bayern haben Personalprobleme in der Defensive – der BVB kann bis auf den angeschlagenen Innenverteidiger Sokratis in Bestbesetzung spielen: Speziell die wichtigen Kreativspieler wie Marco Reus und Ilkay Gündogan sind frisch und in guter Form, weil Tuchel ihnen immer wieder Pausen gegeben hat.

Die vielen Alternativen schaffen vielversprechende Perspektiven. Auf die habe sein Team "hart hingearbeitet", sagt Tuchel. Nun gelte es, die Chance, die daraus erwachsen kann, zu nutzen. Dies werde zwar extrem schwer, aber es sei möglich. "Wir werden Situationen haben, in denen wir leiden", warnt Tuchel: "Aber wenn wir in diesen Phasen ruhig bleiben und gleichzeitig frei spielen und uns trauen, die Besten zu sein, die wir sein können – dann könnten auch die Bayern leiden."

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