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Patrick Herrmann Diese Fair-Play-Geste verdient den größten Respekt

Bei dem Bundesliga-Spiel in Wolfsburg hat Patrick Herrmann eine Frage des Schiedsrichters ehrlich beantwortet. Sein Team hat dadurch einen Nachteil. Die Fans verneigen sich aber vor der Geste.

Diese kuriose Strafraumszene aus der 70. Spielminute hatte ihn zum Hauptdarsteller gemacht. Vom gegnerischen Torhüter zu Fall gebracht, vom eigenen Mitspieler danach angeschossen, vom Schiedsrichter dazu befragt: Patrick Herrmann war nach der bitteren Niederlage mit Borussia Mönchengladbach beim VfL Wolfsburg (1:2) ein begehrter Mann. Leider wurde er vornehmlich zu dem befragt, was in der Fußball-Bundesliga am meisten zählt. Sind Sie gefoult worden? War da nicht ein Elfmeter fällig? Nur ganz am Rande tauchte der Aspekt auf, wie fair ein Fußballprofi mitten in einer ganz wichtigen Partie sein darf.

Für alle, denen harte Fakten wichtig sind, sei aufgelöst: Der 25-jährige Herrmann war mit Wolfsburg-Torhüter Koen Casteels zusammengeprallt, aber nicht von ihm gefoult worden – also kein Elfmeter. Sein Teamkollege Thorgan Hazard hatte den am Boden liegenden Herrmann danach angeschossen, anstatt den Ball ins Tor zu befördern – also sehr ärgerlich. Und dann kam die Thematik dazu, die viel wichtiger als der ganze Rest war. Hätte es einen Eckball für Gladbach geben sollen?

Schiedsrichter Daniel Siebert wollte einen geben, sah sich wütenden Protesten der "Wölfe" ausgesetzt und fragte bei Herrmann nach. Der gab mit verblüffender Ehrlichkeit zu, den Ball berührt zu haben – also keine Ecke, sondern Abstoß. "Das war Fair Play, wie wir es uns wünschen", sagte Dieter Hecking, Wolfsburgs Trainer.

Herrmanns Woche, die die Herzen berührt

Gladbach und Wolfsburg streiten um Punkte und Millionen. Sollten am Ende der Saison genau diese drei Punkte für Wolfsburg, die am 25. Spieltag vergeben worden sind, über den Einzug in die Champions League entscheiden, wäre das ungerecht.

Herrmann hat eine Woche in eigener Sache gekrönt – und die Herzen berührt. Spieltag 24, Heimsieg über Stuttgart: Der Mittelfeldspieler kehrt nach seinem auskurierten Kreuzbandriss ins Team zurück, schießt sofort ein Tor und muss deshalb am Ende weinen. Drei Tage später führt Herrmann in Wolfsburg vor, wie ein Fußballspieler ehrlich bleibt, in Würde verliert und trotzdem zufrieden abtritt.

Hoffentlich findet sich zum Abschluss der Saison 2015/2016 ein Funktionär oder ähnlicher Würdenträger des deutschen Fußballs, der dafür mehr als nur einen öden Zinnteller überreicht. Patrick Herrmann mag mit Gladbach ein Auswärtsspiel verloren haben. Aber dafür ist der Mann in die Champions League der Herzen aufgestiegen.

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