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"Völlig falsche Prioritäten" Was hinterm Streit zwischen Sammer und Hoeneß steckt

Matthias Sammer kritisiert Uli Hoeneß beim Spiel des FC Bayern gegen Juventus Turin. Es geht um das Saisonziel. Dabei fallen brisante Worte. Hat der Sportvorstand ein Problem mit dem Ex-Präsidenten?

Tief in der Nacht verließ Matthias Sammer das Stadion des FC Bayern. Neben der Mannschaft hatte auch der Sportvorstand des deutschen Fußball-Rekordmeisters an diesem Mittwochabend für Aufsehen gesorgt. Vor dem 4:2 nach Verlängerung gegen Juventus Turin im Rückspiel des Achtelfinals der Champions League hatte der Europameister von 1996 etwas gewagt, was nicht viele wagen: Sammer hatte Uli Hoeneß widersprochen.

Im Sky-Interview ging es um eine Aussage von Hoeneß, die der ehemalige Klubpräsident Sonntag bei einer Ehrung von Jupp Heynckes getätigt hatte. Hoeneß sagte dort, Pep Guardiola sei angetreten, die Champions League zu gewinnen. Heynckes habe 2013 mit den Bayern sogar das Triple gewonnen, Guardiola habe auch deswegen größten Respekt vor Heynckes, so Hoeneß.

Sammer ist in den vergangenen Monaten nie müde geworden, die vierte Meisterschaft in Folge als Hauptsaisonziel zu deklarieren. Er will Druck von der Mannschaft nehmen. Bei Sky sagte er: "Ich freue mich, wenn der Uli das sagt, aber ich bin jeden Tag mit Pep zusammen, und ich kann das nicht bestätigen. Ich schätzte den Uli sehr. Aber es stimmt nicht. Es stimmt einfach nicht."

Sammers einschneidende Worte

Und dann dieser brisante Satz: "Aber wie im Triple-Jahr 2013 – und das kann ich ganz gut nachvollziehen – ist es in einer Phase nicht richtig und nicht wichtig, über dummes Zeug zu reden, sondern gut zu arbeiten." Hoeneß redet dummes Zeug? Viele sind verwundert über Sammers Aussagen. Es wird interpretiert: Hat Sammer ein Problem mit Hoeneß?

Tatsächlich nimmt Sammer einfach nur mal wieder seine Rolle als Mahner an und erledigt seinen Job. Er stellt die vierte Meisterschaft seit Wochen in den Vordergrund, insofern ist sein Handeln jetzt nur eine Fortsetzung und konsequent. Dass seine Wiederworte gegen Hoeneß für Aufsehen sorgen werden, war ihm als Medienprofi vorher bewusst. Und vielleicht sogar recht, weil seine Botschaft so ein zusätzliches Ausrufezeichen bekommt. Und er noch mehr gehört wird, intern wie extern.

Die Erklärung folgt nach dem Spiel

Nach dem Weiterkommen gegen Juventus erklärte Sammer seine Aussagen. "Es ist nichts passiert. Außer dass ich gesagt habe, dass bei uns intern keiner von der Zielsetzung Triple spricht. Ich muss nicht noch das bestätigen, was ihr (die Medien – d.R.) uns die ganze Zeit einreden wollt. Und wenn der Uli das gut gemeint sagt – das ist ja nichts Schlechtes, was er gesagt hat –, muss ich als sportlich Verantwortlicher das korrigieren. Weil das dann völlig falsche Prioritäten setzt. Und ich finde es auch ein bisschen unglaubwürdig. Denn wir haben das die ganze Zeit nicht gemacht. Und werden es bis zum Ende der Saison nicht tun." Die Mannschaft wolle natürlich alles gewinnen, doch man solle das nicht "benennen", also das Triple als Ziel ausgeben.

Hoeneß sei super, "aber er erwartet, dass Dinge korrigiert werden, wenn sie korrigiert werden müssen". Den Satz mit dem dummen Zeug bereut Sammer offensichtlich nicht, er wiederholte ihn in der Nacht sogar: "Dass wir das Triple gewinnen müssen, ist dummes Zeug. Nicht mehr – und nicht weniger."

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