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FC Bayern München Mario Götzes harter und demütigender Absturz

Es war eine Transfer-Sensation: 2013 wechselte Mario Götze vom BVB zum FC Bayern. In München ist er nur noch Ersatz. Von Demütigung ist die Rede. Selbst die Chefs schützen Götze nicht mehr.

Als Spieler des FC Bayern spürst du am Sonntag immer deutlich, ob es eine gute Woche war. Wenn deine auffälligste Szene des Spieltags in allen Zusammenfassungen der Fußball-Sendungen und Nachrichtensender wieder und wieder läuft, war es eine. Wenn deine auffälligste Szene aber die ist, in der du mit finsterem Blick und nägelkauend auf der Ersatzbank sitzt, war es keine gute. Für Mario Götze war es mal wieder keine gute Woche.

Am vergangenen Sonntag, dem Tag des Frühlingsanfangs, sehen die Fans diese Bilder vom Reservisten Götze. "Bitter, oder?", sagen viele. Und andere: "Jetzt muss er wirklich weg!" Der WM-Held nur noch Ersatz. Dass der Offensivstar der Münchner Mittwochabend im Rückspiel des Achtelfinals der Champions League gegen Juventus Turin (4:2) nicht spielte, wundert schon keinen mehr.

Samstag ließ ihn Trainer Pep Guardiola nicht mal beim 1:0 (1:0) des FC Bayern beim 1. FC Köln spielen, das wundert natürlich schon viele. Guardiola wechselte den 23-Jährigen nicht mal ein. Von Demütigung ist die Rede. Über 630 Minuten saß Götze seit der Rückkehr nach seiner Verletzung zuletzt auf der Ersatzbank. Bei Abpfiff in Köln fielen sich auch die Ersatzspieler in die Arme, Götze stand als als Letzter auf und schlurfte mit gesenktem Kopf in die Kabine. Er wollte wohl einfach nur weg. Guardiola und Götze – Liebe wird es nicht mehr. Ein Wechsel des Offensivstars im kommenden Sommer wird immer wahrscheinlicher.

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Bereits in den vergangenen Wochen hatte der Katalane Götze sich meist vergeblich warmlaufen lassen. Acht Mal gehörte er seit seiner überstandenen Adduktorenverletzung zum Kader, nur einmal spielte er, beim 5:0 gegen Werder Bremen vor einer Woche, Götze absolvierte seit seiner Rückkehr 54 von 720 möglichen Minuten. Gegen Bremen zog er sich eine kleine Verletzung am Ellenbogen zu, Guardiola wechselte ihn bereits in der 54. Minute aus. Doch unter der Woche konnte Götze trainieren.

Warum also ließ Guardiola den so veranlagten Götze nicht mal in Köln spielen? Guardiola ist von der Frage genervt. Er antwortet bei Sky trotzig: "Es war meine Entscheidung, und es war die beste Lösung für Bayern München. Wenn wir gewinnen, dann liege ich richtig."

Rode durfte von Beginn an spielen

Die Sache mit der besten Lösung ist nicht neu, Guardiola sagt das seit Monaten immer wieder, wenn es Fragen zu Stars gibt, die nicht spielen. Im Fall Götze klingt es deutlich härter, als der Trainer es ausdrücken wollte. Guardiola meint mit "bester Lösung" die taktische Aufstellung, die Mischung der Spieler. Er meint nicht, dass Götze nicht gut genug ist für Bayern. Mit Rafinha und Sebastian Rode hatte er bereits zwei "Neue" gebracht, er wollte die Mannschaft nicht zu sehr durcheinanderwirbeln.

Für Götze ist das wohl maximal ein geringer Trost. Guardiola wechselte in der Domstadt mit Arturo Vidal, Franck Ribéry und Philipp Lahm drei Spieler ein, die gegen Juventus von Beginn an gespielt hatten und Samstag weniger "frisch" waren als Götze. Von einer B-Elf als Startelf kann bei dem Luxuskader der Bayern keine Rede sein, doch die A-Elf war es nicht. Robert Lewandowski kennt Mario Götze von den Bayern-Spielern mit am längsten, spielte mit ihm bereits bei Borussia Dortmund zusammen. Der polnische Torjäger, der in Köln in der zehnten Spielminute sein 25. Ligator und 36. Pflichtspieltor der Saison erzielte, gibt zu, etwas Mitleid mit Götze zu haben. "Aber das ist eine Entscheidung des Trainers. Mario muss geduldig bleiben. Es sind noch viele Spiele in dieser Saison", so Lewandowski.

Karl-Heinz Rummenigge hält sich mit aufbauenden Worten für Götze schon lange zurück. Götze hat für seinen Klub ja auch wenig Großes geleistet. Die Vereinsbosse hatten nach seinem Finaltor bei der WM 2014 gehofft, dass er jetzt bei Bayern zu einem der entscheidenden Spieler wird. Und sind mehr als irritiert, dass Götze es nicht schaffte. Zuletzt baute Rummenigge noch einmal etwas Druck auf und machte seine Enttäuschung subtil deutlich, als er sagte, Götze sei als Spieler "mit großen Namen" verpflichtet worden.

In Köln sagte Rummenigge zu der brisanten Personalie jetzt: "Ich mische mich da nicht ein. Das muss der Trainer entscheiden. Wir haben in der Offensive sechs oder sieben Topspieler. Es können eben nicht mehr als vier spielen. Man kann es nicht ändern." Er wisse, dass das für Götze "nicht einfach zu akzeptieren" sei. Auch für die Zeit nach dem Sommer können und wollen die Münchner Götze einen Stammplatz nicht versprechen. Wie auch in der aktuellen Situation.

Götze hatte zuletzt betont, ein Gespräch mit dem künftigen Bayern-Trainer Carlo Ancelotti abwarten zu wollen, ehe er über seine fernere Zukunft spricht. Sein Vertrag beim deutschen Fußball-Rekordmeister gilt bis 30. Juni 2017. In diesem Sommer können die Bayern noch eine Ablöse erzielen. Götzes geschätzter Marktwert ist seit 2014 von 55 auf 40 Millionen Euro gesunken, der von Götzes ehemaligem Trainer Jürgen Klopp trainierte FC Liverpool soll interessiert sein. Bayerns Sportvorstand Matthias Sammer sagt: "Ich bitte um Verständnis, dass ich zur Personalpolitik keine Wasserstandsmeldungen abgebe." Vor dem Spiel in Köln hatte Sammer noch betont, Götze sei ein Kandidat, im Laufe der Partie ins Spiel zu kommen.

In der neuen Woche wird Götze möglicherweise endlich mal wieder spielen können. Er reist zur Nationalmannschaft, die Ostersamstag in Testspielen in Berlin auf England und in der Woche darauf in München auf Italien trifft. Bundestrainer Joachim Löw hat Götze immer unterstützt, in der deutschen Auswahl spielte dieser oft deutlich besser als für die Bayern. Löw betonte auch an diesem Wochenende, er habe keine Sorgen um Götze.

Löw lobt und verspricht EM-Teilnahme Götzes

"Auf Mario zähle ich immer, weil er ein Spieler ist, der unberechenbar und technisch gut ist, der in unsere Philosophie passt. Er braucht jetzt einige Spiele, braucht Trainingseinheiten. Für die EM plane ich mit Mario Götze, ganz klar", so der Bundestrainer. Er sagte über Götze allerdings auch: "Er war jetzt lange verletzt. Da darf man nicht zu viel erwarten in diesen beiden Spielen. Aber er hat noch genügend Zeit." In der Bundesliga sind es noch sieben Spiele. Die EM beginnt am 10. Juni.

Die Bayern-Stars sind froh, dass jetzt erst mal keine englische Woche ansteht. Sondern Training mit der Nationalelf und Zeit zum Regenerieren. "Es tut uns allen gut, dass wir jetzt vor dem Saisonfinale noch mal ein bisschen runterkommen können", sagt Nationaltorwart Manuel Neuer.

Für Mario Götze hingegen sollen es Tage des Aufdrehens werden. "Er kann sich ja jetzt bei der Nationalmannschaft wieder in Spielform bringen", sagt sein Kollege Thomas Müller. Es klingt so wunderbar einfach. Ist es für Mario Götze aber schon lange nicht mehr.

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