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Nick Proschwitz SC Paderborn schmeißt "Penis-Blitzer" raus

Nach den Exzessen im Trainingslager zieht der SC Paderborn personelle Konsequenzen. Gehen muss nicht Trainer Stefan Effenberg, sondern Stürmer Nick Proschwitz.

Fußball-Zweitligist SC Paderborn trennt sich sofort von seinem Stürmer Nick Proschwitz. Das gab der Bundesligaabsteiger nach einer Krisensitzung bekannt. "Nick Proschwitz wird das Trikot des SC Paderborn nicht mehr tragen. Das ist die wesentliche Nachricht des Tages", sagte Club-Präsident Wilfried Finke bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz.

Hintergrund der Entscheidung ist ein Vorfall im Trainingslager in Belek. Dort hatte sich Proschwitz Medienberichten zufolge in der Bar des Mannschaftshotels entblößt. Proschwitz war seit dem Sommer 2015 für die Ostwestfalen aktiv.

Bleiben dürfen dagegen Trainer Stefan Effenberg und Manager Michael Born. Finke sagte der "Sport Bild", die Vorwürfe gegen Stefan Effenberg und Michael Born hätten sich "aufgelöst" und seien "ungerecht".

Party bis sechs Uhr morgens

Am Wochenende hatten die Eskapaden im Trainingslager in der Türkei für Schlagzeilen gesorgt. Proschwitz hatte vor einer Mitarbeiterin der Agentur IQ Match, die das Trainingslager organisiert hatte, die Hosen heruntergelassen. Zwar verwies der fünffache Torschütze darauf, dass ihm Mitspieler die Hose heruntergezogen hätten und er leider keine Unterhose trug: "Die Hose war höchstens für eine Sekunde unten."

Diese Ausrede ließ der Klub-Präsident jedoch nicht gelten. "Er gehört nicht mehr zu unserem Kader. Einen Spieler, der sich als Gast im Ausland vor einer Dame entblößt, können und werden wir nicht tolerieren", sagte Wilfried Finke der "Bild".

Da half es wenig, dass die betroffene Frau am Montag klar stellte: "Sexuell belästigt worden, das sei hier noch einmal definitiv gesagt, bin ich zu keinem Zeitpunkt. Belästigt hat mich erst die falsche Berichterstattung. Davon, dass ein Paderborner Spieler eintrat, in zwei Metern Abstand an seiner Hose zog und sofort wieder ging, nahmen wir kaum Notiz."

Wenige Tage zuvor waren beim Mannschaftsabend, der bis sechs Uhr morgens gedauert haben soll, bereits Blumenkübel in den Hotelpool geflogen, Spieler sollen auf die Flure uriniert haben. 

Finke stellt sich hinter Effenberg

Finke hatte daher zunächst öffentlich an der Autorität seines Trainers gezweifelt. "Wenn bei einem zehntägigen Trainingslager zwei Abende in Eskapaden enden, spricht das nicht für ein diszipliniertes Verhalten", sagte der Klub-Präsident der "Neuen Westfälischen": Das ist die bescheidenste Gesamtsituation, die ich in meiner Laufbahn bei diesem Verein erlebe."

Erst kurz vor Weihnachten hatte der 47 Jahre alte Trainer-Novize Effenberg drei Profis suspendiert. Damals erhielt er trotz der harschen Kritik der Fans Rückendeckung von der Klubführung, noch vor der Abreise bekam Effenberg von Finke eine Jobgarantie. Offenbar gilt die weiterhin.

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