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Polizei greift ein Eklat um Anti-RB-Leipzig-Wagen beim Karneval

Ärger beim Braunschweiger Karneval: Ultras demonstrieren gegen die Kommerzialisierung des Fußballs und bei RB Leipzig. Die Polizei beendete die Fahrt.

Alle Vorbereitungen waren getroffen: Weite Teile der Braunschweiger Fanszene hatten lange vor dem Rückrundenstart der Zweiten Liga beschlossen, das Auswärtsspiel bei RB Leipzig (0:2) zu boykottieren. Stattdessen wollten sie die Zeit am Sonntagnachmittag anderweitig nutzen: beim Braunschweiger Karnevalsumzug "Schoduvel".

Dafür hatten sie extra einen eigenen Motivwagen gebastelt. Er prangerte die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball an, neben RB Leipzig bekam auch Lokalrivale Hannover 96 sein Fett weg. Auf einer Anzeigetafel, die den Ergebnisanzeigern in Fußballstadien nachempfunden war, stand: "Bullenschweine 0, BTSV Eintracht 1", nebenan prangte das Logo von Red Bull. Mit Blick auf 96-Macher Martin Kind hieß es zudem: "Kind, hörst du schlecht? 50+1 muss bleiben!"

Die Polizei Braunschweig hatte diesen Wagen im Vorfeld abgenommen und die Teilnahme am Karnevalsumzug unter der Voraussetzung erlaubt, dass keine Pyrotechnik gezündet werden dürfe. So kam es: Die rund 35 Mitfahrer im Alter zwischen 15 und 66 Jahren auf dem Wagen schunkelten und warfen sogar Bonbons.

Auf Höhe der Braunschweiger Stadthalle wurde der Wagen jedoch gestoppt und eingekesselt. Polizisten nahmen die Personalien der Fans auf. Begründung: "Ihnen wird vorgeworfen, dass sie mit Schmähgesängen und Rufen Beleidigungen begangen haben sollen." Augen- und Ohrenzeugen berichten von Gesängen à la: "Alle Bullen sind Schweine!" und "Bullenschweine".

In einem offenen Brief des Braunschweiger Fanrats heißt es: "Es ist nicht auszuschließen, dass es einen "Bullenschweine"-Ruf oder Gesang auch von unserem Wagen gegeben hat. (…) Natürlich wird in diesem Zusammenhang auch mal gegen die roten "Bullen" aus Leipzig gesungen, aber niemand – und wirklich niemand – hat in dem Moment an die Polizei gedacht. Dass daraus jetzt Anzeigen gegen alle Teilnehmer konstruiert werden, ist eine Farce!"

Nicht der erste Vorfall

Die Fußballfans fühlten sich nach eigenen Angaben "wie Verbrecher" behandelt, die Nachwirkungen der Aktion seien auch am nachfolgenden Tag "schmerzlich zu spüren". Die Fanorganisation, die außerdem auf den satirischen Charakter von Karnevalswagen pocht, fordert daher, dass die Anzeigen fallengelassen werden.

In der Vergangenheit hatte es immer wieder Anfeindungen verschiedener Klubs gegen RB Leipzig gegeben. Die Sachsen gelten Traditionalisten als Feindbild, weil sie mit fremdem Geld in Richtung Bundesliga stürmen. Beim Gastspiel des von Red Bull alimentierten Zweitliga-Spitzenreiters in Braunschweig hissten Eintracht-Anhänger ein Plakat mit der Aufschrift: "In Braunschweig weiß ein jedes Kind, dass alle Bullen Schweine sind!" Der Klub distanzierte sich anschließend von dem Banner.

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