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DFB-Skandal Netzer verklagt Zwanziger, Beckenbauer droht Sperre

Die Protagonisten der Sommermärchen-Affäre sehen sich vor Gericht: Günter Netzer verklagt Theo Zwanziger wegen einer brisanten Aussage. Auch Franz Beckenbauer droht Ungemach.

Das Landgericht Köln hat den Eingang der Klage von Günter Netzer gegen den früheren DFB-Präsidenten Theo Zwanziger bestätigt. "Es liegt vor, das Verfahren ist hier anhängig, und hier würde auch verhandelt werden, sollte es dazu kommen", sagte Gerichtssprecher Achim Hengstenberg. Weitere Auskünfte zum Inhalt der Klage seien derzeit nicht möglich.

Die beiden Fußball-Größen streiten über eine angebliche, sehr brisante Aussage Netzers im Zuge der Affäre um die Fußball-WM 2006. Zwanziger (70) hatte dem Nachrichtenmagazin "Spiegel" gesagt, Netzer (71) habe bei einem persönlichen Treffen in Zürich 2012 berichtet, die vier asiatischen Stimmen für die WM-Vergabe im Jahr 2000 seien gekauft worden. Netzer bestreitet vehement, dies auch nur im Ansatz gesagt zu haben. Er verweist auf die Anwesenheit seiner Gattin Elvira, die bezeugen könne, dass Zwanziger lüge.

Netzer, im achtköpfigen Aufsichtsrat des WM-OK, ließ Zwanziger, OK-Vizepräsident für Recht, Finanzen und Personal ab 2003, über seinen Anwalt eine Abmahnung und Unterlassungserklärung zukommen. Doch diese unterschrieb der Jurist aus Altendiez nicht. Daraufhin reichte Netzer die Klage ein.

Zwanziger, bis 2012 Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), hatte schon auf die Ankündigung kampfeslustig reagiert. "20 Minuten war seine Frau vielleicht dabei, das Gespräch ging aber etwa eine Stunde lang. Das haben viele Leute gesehen. Netzer geht ein hohes Risiko", sagte Zwanziger. Elvira Netzer solle seinetwegen "ruhig den Meineid schwören. Ich sehe das ganz gelassen."

Ermittlungen gegen Beckenbauer

Auch an einer anderen Front droht Zwanziger Ungemach. Ihm und Franz Beckenbauer stehen nach Informationen der "Bild" im kommenden Jahr Ermittlungen der Fifa-Ethikkommission im Zusammenhang mit der WM-Affäre bevor. Diese sollen nach dem Abschluss der DFB-internen Ermittlungen durch die Wirtschaftskanzlei Freshfields beginnen. Der Freshfields-Abschlussbericht wird voraussichtlich Ende Februar vorliegen.

In der WM-Affäre ist der exakte Verbleib von 6,7 Millionen Euro weiter ungeklärt. Auch der dubiose Vertrag zwischen Beckenbauer und dem mittlerweile lebenslang gesperrten Fifa-Vizepräsidenten Jack Warner soll laut Bild-Zeitung Gegenstand der Ermittlungen sein. Dieser angeblich nie umgesetzte Vertrag wird von der DFB-Interimsführung als Bestechungsversuch gewertet.

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