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Von kurios bis dreist Wenn Fußballstars hilflos im Alltag versagen

Beim FC Bayern werden Gehaltszettel nun per Kurier zugestellt, damit die Profis sie nicht verlieren. Ein Beleg, wie hilflos Fußballer im Alltag sein können. Kuriose Geschichten aus einer Parallelwelt.

Wir wollen Medhi Benatia nicht zu nahe treten. Es kann schon mal vorkommen, dass ein emsiger Arbeitnehmer seine Gehaltsabrechnung im Auto liegen lässt. Und dass sie dort noch liegt, wenn der Wagen zur Reparatur in die Werkstatt kommt, berechtigt irgendeinen Schwachkopf natürlich noch lange nicht dazu, den Wisch zu fotografieren und diversen Zeitungen zum Kauf anzubieten, bevor er den Versuch erfolglos abbricht und das Dokument ins Internet stellt.

Seither weiß die Öffentlichkeit, dass der Profi des FC Bayern monatlich 333.400 Euro Grundgehalt kassiert. Das geht niemanden etwas an, aber es war eben auch nicht gerade eine gute Idee von Benatia, seinen Gehaltszettel im Dienstwagen liegen zu lassen. Zumal der Umgang mit den Abrechnungen beim FC Bayern offenbar nicht der diskreteste ist. Die "Bild" berichtet, dass die Teamkollegen bestens informiert sind, weil auch Arturo Vidal gern mal seine Papiere in der Kabine liegen lässt.

Von dort geraten die Zahlen zwar nicht automatisch nach draußen. Doch im Neidgeschäft Fußball-Bundesliga ist es oft schlimmer, wenn der Kollege weiß, was einer verdient, als wenn es die Fans wissen. Begehrlichkeiten sind schnell geweckt, und die vermeintlich Unterbezahlten granteln dann bei Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge im Büro.

„Die kaufen sonst Hundefutter statt Gulasch“
Reiner Calmund

Der FC Bayern hat prompt reagiert. Leider ist die Lösung des Problems bezeichnend. Von nun an bekommen die Bayern-Profis ihre Gehaltsabrechnungen per Kurier zugestellt. Es ist wohl zu viel erwartet, dass sie ihre Dokumente unfallfrei selbst nach Hause tragen.

Dass Fußballspieler sich außerhalb des Feldes gern mal verdribbeln, ist ja nichts Neues. Anekdoten darüber gibt es zuhauf. Nicht umsonst stellte Leverkusens Ex-Manager Reiner Calmund einst einen eigenen Betreuer für seine ausländischen Spieler ab: "Die kaufen sonst Hundefutter statt Gulasch."

Augen auf beim Möbelkauf

Gern wird zum Beispiel erzählt, wie Daniel van Buyten zu seinen HSV-Zeiten einst zum Möbelkauf zu Ikea fuhr. Dass ein sportlicher Zweisitzer eventuell nicht das richtige Transportfahrzeug für einen Einkauf im Wert von mehreren tausend Euro ist, dämmerte dem Belgier dann auf dem Parkplatz – nach dem Einkauf.

Wenig später klingelte das Telefon des damaligen Teammanagers Marinus Bester, der sich mit einem Transporter der Jugendabteilung auf den Weg machte, um den Abwehrstar aus der misslichen Lage zu erlösen. Zur Belohnung durfte Bester das neu erworbene Mobiliar in die Wohnung schleppen und gleich aufbauen.

Kein Schnitzelbrötchen, kein Interview

Mit ganz anderen Sorgen musste sich Alex Alves zu seiner Zeit bei Hertha BSC herumschlagen. Schließlich hatte ihm niemand erzählt, wie sich die verdammten Schranken in Parkhäusern öffnen lassen. Erst Manager Dieter Hoeneß konnte ihn aus der misslichen Lage befreien, das Training verpasste der Brasilianer trotzdem.

Auch dass er während einer laufenden Kernspintomografie aus der Röhre kletterte, weil ihm die Untersuchung zu lange dauerte und er Hunger hatte, ist legendär. Ebenso das Interview, das er abbrach, weil ihm das versprochene Schnitzelbrötchen nicht serviert wurde.

Ohnehin tummelten sich bei Hertha lustige Gestalten. Marcelinho war spätnachts selbst vom herbeieilenden Hertha-Pressesprecher Hansi Felder nicht dazu zu bewegen, eine Karnevalsfeier nach einem verlorenen Spiel abzubrechen. Abwehrmann Alexander Madlung sammelte Parkknöllchen auf dem Rücksitz seines Autos, bis er vor Gericht erscheinen musste. Und Patrick Ebert und Kevin-Prince Boateng machten von sich reden, weil sie nachts ein Schusstraining absolviert hatten – mit den Rückspiegeln fremder Autos.

Ein Feuerchen mitten im Raum

Beim FC St. Pauli wird sich die Geschichte erzählt, dass Yakubu Adamu nach dem Abgang 2003 seine Wohnung in grenzwertigem Zustand hinterließ. Unter anderem soll sich in der Mitte des Wohnzimmers eine Feuerstelle befunden haben – an einem Ort, an dem der Architekt definitiv keine vorgesehen hatte.

Probleme in der Fremde hatte auch Ailton, als er zu Werder Bremen kam. Drei Wochen lang aß der Brasilianer nur Spaghetti Bolognese, was ursächlich für seinen Spitznamen "Kugelblitz" gewesen sein könnte. "Deutsch ist schwer, ich konnte nur zwei Worte", sagte er später.

Die eigene Entführung vorgetäuscht

Apropos Brasilianer: Somalia, Profi bei Botafogo Rio de Janeiro, feierte einst seinen letzten Urlaubstag mit einer großen Party. Er verschlief und verpasste das Auftakttraining. Da kam er auf eine brillante Idee: Er täuschte seine eigene Entführung vor. 7.15 Uhr sollen die Entführer zugeschlagen haben, samt schneller Entlassung zwei Stunden später. Um ernst genommen zu werden, zeigt er den Vorfall bei der Polizei an. Dumm nur, dass er die Überwachungskameras vor seinem Haus vergessen hatte. Die Bilder wurden ausgewertet und zeigten folgendes: Somalia war 4.00 Uhr mit leichter Schräglage nach Hause gekommen und gegen 9.00 Uhr seelenruhig aus dem Haus geschlendert. Um einer Verurteilung zu entgehen, einigt er sich später mit dem Staatsanwalt auf eine Spende für Flutopfer

Doch nicht nur Spieler, auch Trainer und Schiedsrichter sind nicht immer auf der Höhe. Bielefelds Ernst Middendorp hatte Mitte der 1990er-Jahre einen Termin am Landgericht. Nicht ganz nüchtern bog der Arminia-Trainer zu spät ab und landete mit seinem Wagen auf den Straßenbahnschienen. Die Idee, auf den Nebensitz zu wechseln und dort den eingedösten Beifahrer zu mimen, nahmen ihm die Polizisten nicht ab.

Aus ähnlichem Grund pfiff Referee Wolf-Dieter Ahlenfelder 1975 die erste Spielhälfte zwischen Bremen und Hannover nach nur 29 Minuten ab. Seine Rechtfertigung: "Ein Bier und ein Malteser zum Mittagessen werden doch wohl erlaubt sein. Männer trinken nun mal keine Fanta."

Und auch Spielerfrauen sind vor dem Unbill des Lebens nicht gefeit. Als Diego Placente erst ein paar Tage in Deutschland war, bekam Leverkusens Dolmetscher einen Anruf von der Freundin des Argentiniers. Die stand an einer Tankstelle – und nichts passierte. Er erklärte ihr via Handy, dass es in Deutschland keine Tankwarte gibt. Als sie versuchte, selbst zu tanken, bekam sie den Tankverschluss nicht auf. Schließlich eilte ein edler Retter zu Hilfe.

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