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Proschwitz, Matthäus & Co. Diese Fußballer tappten in die "Penis-Falle"

Der pikante Fall des Paderborners Nick Proschwitz ist längst nicht der erste im Fußball, der unter die Gürtellinie geht. Von Engelhardt über Holtby bis Matthäus – das sind die besten Anekdoten.

Bei Film und Fernsehen gibt es die pädagogisch sinnvolle Einrichtung, den einen oder anderen Sendebeitrag als "nicht jugendfrei" zu kennzeichnen. Im Printwesen ist das irgendwie noch nicht erfunden worden, und wer allzu zart besaitet ist und/oder das 16. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, dem stellen wir frei, diesen Artikel nur bis hierher und nicht weiter zu lesen. Aber er muss sein.

Der Fall SC Paderborn macht es zwingend nötig, der Jugend und allen allzu unreifen Erwachsenen noch einmal zu erklären, wo der Spaß im öffentlichen Leben aufhört: dort, wo die Gürtellinie anfängt. Da verläuft die Grenze, da beginnt die No-go-Area für Anstand und Moral.

Stürmer Nick Proschwitz entblößte im Trainingslager in der Türkei in einer Hotellobby Gesäß und Geschlechtsteil. (Foto: dpa)

Nick Proschwitz, der suspendierte Paderborner Stürmer, hat das sicher auch schon mal gehört, er ist ja 31. Trotzdem ist er Opfer dieser Grenzüberschreitung geworden, weil er auch Opfer des Teufels Alkohol gewesen ist. Wie das eben schon mal so ist, wenn sich Fußballer in Trainingslagern langweilen und die Aufsichtsperson die Zügel nicht fest in der Hand hat.

Unser Mitleid hält sich in Grenzen, übrigens ebenso wie die Empörung der angeblich belästigten, zum Teil weiblichen, Augenzeugen in der Hotellobby. Egal, für den Penis-Blitzer ist es das vorläufige Ende seiner Karriere, denn seinem allmächtigen Präsidenten Finke war es "völlig egal, wie tief die Hose hing". Für ihn war es schlicht "verabscheuungswürdig".

Und da in Paderborn noch die katholische Kirche herrscht und beim SCP die Monarchie gilt, durfte der Sünder nicht auf Gnade hoffen. Raus, ohne Applaus. Recht hat Finke. Wo kommen wir denn da hin?

Nun ist es gewiss kein spezielles Fußballerproblem, dass junge Männer irgendwann mal irgendwo ungefragt die Hosen runterlassen – aber keiner, außer vielleicht hohe Staatsmänner, hat hinterher größere Probleme. Wird doch alles gnadenlos in die Öffentlichkeit gezerrt – und danach ist oft die Luft raus.

Denken wir nur an den Fall des Kaiserslauterners Marco Engelhardt. Bis 2005 war er Nationalspieler und ein Sommermärchen-Kandidat. Dann erschien Anfang 2006 sein bestes Stück verpixelt auf der Titelseite von "Bild", und er war Ex-Nationalspieler.

Heute spielt Engelhardt Dritte Liga, in Erfurt. Nun muss hinzugefügt werden, dass das Foto für seine Freundin bestimmt war und er danach sein Handy verlor, was ein niederträchtiger Mensch für seine Zwecke ausnutzte. Und doch ist die Lehre: besser nicht so tief sinken – auch nicht mit der Kamera.

Selbst schlüpfrige Gedankenspiele können gefährlich sein

Lewis Holtby, heute beim HSV, schreckte das zum Beispiel nicht davon ab, ein Bild seines Exemplars einer Stewardess zu schicken, die nicht seine Freundin war. Die flog gar nicht darauf, machte den Un-Fall öffentlich, samt bedingt geschmackvoller SMS-Konferenz.

Der kleine Holtby wurde noch kleiner vor Scham, sprach vom "Fehler meines Lebens" und davon, dass er "nicht mehr in den Spiegel sehen kann". Dass seine Freundin ihm verzieh, wäre ein Grund, sie zu heiraten. Aber da wollen wir uns nicht einmischen.

Übrigens können schon schlüpfrige Gedankenspiele, wenn sie nicht in den eigenen vier Wänden bleiben, zu Fallen werden für Promis. Robert Huth, der das 2006er-Sommermärchen weitgehend sitzend miterlebte, wurde vor einem Jahr in der Premier League für zwei Spiele gesperrt und zu umgerechnet 20.000 Euro Strafe verdonnert. Er hatte beim heiteren Twitter-Ratespiel "Penis oder kein Penis" allzu engagiert teilgenommen. Huths Wortwahl sei diskriminierend gewesen, hieß es. Er entschuldigte sich.

Als Nicklas Bendtner sich nackt an einem Auto rieb

Unser aller Lothar Matthäus stand 1993 dicht vor einer Anzeige wegen sexueller Nötigung, weil er sich einer Basketballspielerin gegenüber bemüßigt sah zu berichten, "unser Schwarzer" – gemeint war Bayern-Teamkollege Adolfo Valencia – habe "so einen Langen". Unterstützend nahm er beide Hände zur Hilfe. Statt der Justiz strafte eben die Medienmeute Matthäus, denn auch die junge Dame konnte den Affront nicht für sich behalten.

In Zeiten sozialer Medien ist das alles noch viel schlimmer. Manch einer – siehe Holtby – überführt sich da von selbst. Noch ein Beispiel gefällig, warum wir davon wirklich schon genug haben?

2014 meinte der damalige Stürmer von Arsenal London, Nicklas Bendtner, seinem Ärger über einen dänischen Taxifahrer am besten damit Ausdruck verleihen zu können, indem er sich mit heruntergelassener Hose an dessen Karre rieb. Auch er war betrunken.

Heute spielt Bendtner (manchmal) beim VfL Wolfsburg, wo sie doch immer so viel Wert auf Ansehen von Klub und Werk legen. Das lehrt: Auch wer die Hosen runterlässt, bekommt eine zweite Chance. Aber wer sie anlässt, braucht keine.

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