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Modesünden von Fußballstars Gabuner im Schafspelz, Kaiser im Fuchs

Pierre-Emerick Aubameyang verstörte die Zuschauer mit einem unfassbar hässlichen Outfit. Doch der BVB-Star ist in guter Gesellschaft. Schon immer griffen Fußballer im Kleiderschrank gern daneben.

So einen wie Alex Alves, Gott hab ihn selig, hatten sie in Berlin noch nicht gesehen. Jedenfalls bei der ollen Hertha nicht. Der Hauptstadtklub hatte sich Anfang des Jahrtausends gerade den Staub von vielen Jahren Zweiter Liga von den Klamotten geklopft, als Manager Dieter Hoeneß ein spektakulärer Transfer gelang. Für 15 Millionen Mark kam Alves aus Belo Horizonte an die Spree. Da war was los.

Nicht nur, dass der Paradiesvogel aus MRT-Röhren kletterte, weil ihm langweilig war, oder Fernsehinterviews abbrach, weil ihm das versprochene Schnitzelbrötchen nicht serviert wurde. 2002 kam er in einem Outfit zur Weihnachtsfeier des Fußballklubs, das die "SZ" als Mischung "zwischen Gangsterrapper und Hafennutte" beschrieb. Er trug einen schneeweißen Pelzmantel, und über dem weißen Unterhemd baumelte ein überdimensionales Goldkreuz. In Verbindung mit seiner blondierten Lockenpracht ein wahrlich bizarrer Anblick. Als er nach nur drei Jahren Berlin wieder verließ, rief ihm die "BZ" gehässig hinterher: "Alex, nimm bloß den weißen Fummel mit!"

Viele wurden am Samstag an den 2012 verstorbenen Brasilianer erinnert, als Pierre-Emerick Aubameyang in sehr ähnlichem Outfit auf der Tribüne des Dortmunder Stadions erschien. Auch er trug Pelz, und gekrönt wurde die fluffig weiße Scheußlichkeit von einer hellblauen Baseballmütze. Kurzum: Aubameyang verbreitete in der Modewelt ähnlich Angst und Schrecken wie sonst im Strafraum des Gegners.

Dabei ist die Öffentlichkeit ja schon eine Menge Scheußlichkeiten gewohnt von den Herren Fußballstars. Denn nicht immer geht viel Gehalt auch Hand in Hand mit viel Stil. Schon in den 1970er-Jahren saßen Franz Beckenbauer und Gerd Müller in Pelzmänteln auf der Tribüne. Das Haupt des "Kaisers" zierte ein wollenes Schiebermützchen, der "Bomber" trug das, was sie heute Hipsterbart nennen. Es spricht für Beckenbauers Selbstironie, dass er ebenjenes Foto 2012 anlässlich von Müllers 67. Geburtstag twitterte.

 

Tennissocken und Bommelslipper

Beckenbauer war schon immer anfällig für kleine Modesünden. 1975 erschien er auf dem Filmball in einem Sakko (mit korrespondierender Fliege), das wie frisch aus einem Badezimmerflokati geschneidert scheint. Ein Jahrzehnt später gab es den verhängnisvollen Trend, weiße Tennissocken mit schwarzen Slippern (gern mit Doppelbommel) zu kombinieren. Beckenbauer stand so als Teamchef der Nationalmannschaft an der Seitenlinie, Christoph Daum trug das tragische Ensemble selbstbewusst im "Sportstudio".

Franz Beckenbauer mit seiner ersten Frau Brigitte 1975 beim Filmball in München. Das Ensemble des Kaisers brennt in den Augen. (Foto: dpa)

Apropos Daum. Der Trainer versuchte sich einst mit der "Christoph Daum Collection" am Modemarkt. Dass bei näherer Betrachtung der Oberhemden die Ablösung der Netzhaut drohte, mag dazu beigetragen haben, dass die Kollektion floppte. Nicht das erste Mal, dass Daum modisch danebengelegen hatte. 1986 saß er mit Minipli, Schnurrbart und einer überdimensionalen Zuhältersonnenbrille auf der Trainerbank.

Keine Modesünde schlug wohl so hohe Wellen wie Uli Stielikes Outfit. 1998 erschien er als Assistent von Bundestrainer Erich Ribbeck auf einer Pressekonferenz in einem Sakko, das sich mit Krawatte und Hemd so dermaßen biss, dass den Betrachtern die Augen tränten. Das Outfit ging als "Sakko des Grauens" in die Fußballgeschichte ein und wurde bis heute nicht übertroffen. Obwohl Aubameyang und seine Mitsünder sich alle Mühe gegeben haben.

OMG! Uli Stielike in seinem legendären Outfit. Als ob er einen Vorwärtsköpper in die Altkleidersammlung gemacht hätte. (Foto: picture-alliance / dpa)

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