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Ausschluss aus EM-Kader Darum rechnet Löw öffentlich mit Großkreutz ab

Kevin Großkreutz fährt nicht zur Fußball-EM. Aus sportlichen Gründen war das zu erwarten, trotzdem überrascht die Art, in der Joachim Löw ihn abservierte. Was trieb den Bundestrainer an?

Joachim Löw fand deutliche Worte. Ungewohnt deutliche Worte. Angesprochen auf die Zukunft von Kevin Großkreutz, ließ der Fußball-Bundestrainer jegliche Diplomatie außen vor. Der Weltmeister von Rio de Janeiro kann laut Löw seine Hoffnungen auf die Teilnahme an der Europameisterschaft 2016 in Frankreich aufgeben.

Zum einen stünde dies sportlich nicht mehr zur Dískussion. Zum anderen – und hier wurden Löws Aussagen wirklich interessant – stelle sich bei Großkreutz die Charakterfrage. In seinen Ausführungen warf der Weltmeistertrainer seinem (Ex)-Schützling vor, zuletzt trainingsfoul und nicht mannschaftsdienlich gewesen zu sein. Löws Fazit: "Ich habe nur begrenzt Verständnis dafür, wie er mit seiner Karriere umgegangen ist."

 

Eine solch klare Abrechnung mit einem einzelnen Spieler war von Löw bislang selten zu hören. Warum also hat er dies im Fall Großkreutz getan? Die feine Art war es schließlich nicht.

Großkreutz war schon bei der WM auf Bewährung

Hierzu muss festgehalten werden, dass Löw mit Großkreutz längst abgeschlossen hat. Bei Männern dieses Spielertyps ist der Bundestrainer ohnehin hin- und hergerissen.

Nach Brasilien durfte der damalige Dortmunder 2014 nur mit, weil er eine spezielle Rolle ausfüllen sollte. Denn sportlich benötigte Löw ihn nicht wirklich. Mit seiner lockeren Art sollte er unter anderem dem Teamgeist zuträglich sein. Auf dem Platz sah Löw einen Spieler, der sich als Joker für wenige Minuten zerreißen würde – oder als Back-up für die Außen. Später ließ sich Großkreutz ein Tattoo vom WM-Pokal stechen, gespielt hatte er aber keine Minute.

Was auch daran lag, dass der Defensiv-Allrounder damals schon auf Bewährung war. Nach dem Pokalfinale vor der WM hatte der BVB-Spieler in einem Berliner Hotel in eine Palme uriniert. Die Geschichte wurde öffentlich, Löw war angewidert. "Nationalspieler sind in ganz besonderem Maße Vorbilder, auch neben dem Platz", sagte der Bundestrainer damals: "Daran haben wir ihn erinnert und ihm klargemacht, dass so etwas nicht wieder vorkommen darf."

Löw sendet klare Botschaft an alle EM-Kandidaten

Als Löw nun vom Galatasaray-Trainer persönlich hörte, dass Großkreutz seinen unseligen Istanbul-Abstecher immer wieder mit Heimflügen unterbrochen hatte, sah er offenbar die Zeit gekommen, das Kapitel auch öffentlich zu beenden.

Löw hat selbst als Trainer in der Türkei gearbeitet und nach wie vor gute Kontakte in das Land. Dass einer seiner Weltmeister sich ausgerechnet dort derart gehen lässt und ein solch schlechtes Bild abgibt, missfällt ihm offenbar besonders.

Zudem hat sich Löw seit dem WM-Titelgewinn selbst gewandelt. Mit dem Pokal in der Vitrine ist er spürbar selbstbewusster geworden. Öffentliche Auftritte und Meinungsäußerungen hat er reduziert. Wenn Joachim Löw aber etwas sagt, sind seine Aussagen sehr viel klarer als noch vor einigen Jahren. Dies hat Kevin Großkreutz nun zu spüren bekommen. Andere Spieler sind nun gewarnt: Der Weltmeistertrainer wird kompromissloser.

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