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Listige Botschaft an Guardiola Ein Satz von Mario Götze lässt aufhorchen

In München nur Reservist, beim DFB Startelfspieler und Torschütze: Nach dem 4:1 gegen Italien strahlte Mario Götze vor Glück. Ein Satz sollte Bayern-Trainer Pep Guardiola zu denken geben.

So intensiv hat er lange kein Tor in einem Freundschaftsspiel bejubelt. Nach seinem Treffer zum 2:0 gegen Italien ballte Mario Götze seine Hände zu Fäusten, er rutschte auf seinen Knien über den Rasen des Münchner Stadions und blickte angefasst gen Himmel. Die Fans in der Stadionkurve vor ihm jubelten und sprangen und schrien, und seine Mitspieler rannten auf Götze zu und gratulierten ihm.

Es war ein besonderer Treffer für den 23-Jährigen. Zum einen war das 4:1 (2:0) gegen die Italiener sein 50. Länderspiel, Götze erzielt seinen 17. Treffer für sein Land also an einem Jubiläumstag (und er initiierte obendrein das 3:0 durch Jonas Hector). Zum anderen steht der Mittelfeldmann derzeit wegen seines Reservisten-Daseins beim FC Bayern und einem möglichen Abgang im kommenden Sommer besonders im Fokus.

Nun also ein Spiel in seiner Stadt, in seinem Stadion. Die Partie war Götzes große Chance. Und er nutzte sie – zumindest in Sachen Effektivität, denn gleicht seine erste Torchance münzte er in ein Tor um. Eiskalt war Götze in der 45. Minuten, als er sich im Luftduell gegen gleich zwei Italiener durchsetzte und Müllers Flanke gezielt ins Netz köpfte.

Da mussten die Emotionen einfach raus: Der bei den Bayern so oft verschmähte Mario Götze (r.) trifft zum 2:0. Dafür gibt es dann auch mal ein paar freundliche Watsch'n von Kapitän Thomas Müller. (Foto: dpa)

Nach einer langen Verletzungspause sei er "einfach glücklich gewesen, wieder spielen zu können, einfach das zu machen, woran ich so viel Spaß habe", sagte Götze später lächelnd am ARD-Mikrofon.

Der 23-Jährige hatte sich im Oktober 2015 im EM-Qualifikationsspiel gegen Irland an den Adduktoren verletzt. Doch obwohl er seit Mitte Februar wieder zum Aufgebot beim FC Bayern gehört, ließ ihn Pep Guardiola in München seitdem nie von Beginn an spielen, sondern wochenlang meist vergeblich als Ergänzungsspieler warmlaufen.

Ausdrücklich dankte Mario Götze hinterher Joachim Löw

Von der Tribüne aus sah sein Vereinstrainer Dienstagabend in München zu, wie Götze den für ihn so erlösenden Treffer feierte. Explizit dankte der Mittelfeldspieler hinterher Bundestrainer Löw dafür, dass der ihn in der Startelf aufgestellt hatte: "Ich find's einfach super, dass der Trainer mir das Vertrauen gegeben hat. Das hat mir sehr, sehr viel gegeben", sagte Götze.

Mit schönem Gruß an Guardiola – aber das sagte er nicht. Stattdessen betonte Götze, wie sehr er die vergangenen Tage genossen habe, "mit der Mannschaft, mit dem Trainerteam". Sein Treffer sei das i-Tüpfelchen gewesen.

In der 60. Minute wechselte Löw Götze dann gegen Marco Reus aus. An der Seitenline umarmte der Bundestrainer den Torschützen.

Später sagte Löw im ARD-Studio: "Mario hat sich den Einsatz hart erarbeitet. Er war lange verletzt. Ich konnte es nachvollziehen, dass er bei Bayern vielleicht weniger gespielt hat. Klar, weil Bayern hat einen Top-Kader. Da werden erst mal Spieler spielen, die körperlich einen guten Rhythmus haben." Er hoffe, sagte Löw, das Länderspiel gegen Italien werde Götze Selbstvertrauen geben für die nächsten Wochen.

Die Personalie Mario Götze bleibt eine kontroverse

Bis zu seinem Tor war der Abend für Götze allerdings nicht gut gelaufen. Löw hatte den Helden des WM-Finals 2014 als Stürmer aufgestellt, und die in dieser Formation uneingespielte deutsche Mannschaft bedient Götze kaum. Nur nach wenigen Pässe gelangte der Ball in die Spitze.

Götze probierte viel, wich auf den Flügel aus, flankte, ließ sich dann wieder fallen, um sich den Ball in der eigenen Hälfte zu holen. Doch torgefährliche Aktionen hatte er kaum. In der 30. Minute kam er bei einer Hereingabe Julian Draxlers etwas zu spät. Insgesamt strahlte er nach seiner langen Verletzungspause noch nicht die gewohnte Spritzigkeit aus. Dann sein Tor.

Kontrovers bleibt die Personalie Götze jedoch. Mehmet Scholl etwa kritisierte den Weltmeister scharf. Der ARD-Experte meinte vor dem Anpfiff, Götze müsse "viel, viel mehr trainieren." Stimmt beim Bayern-Profi also die Einstellung nicht? Arbeit er nicht hart genug an sich?

Irgendjemand müsse Götze, der beim Rekordmeister unter Trainer Pep Guardiola außen vor ist, "auf die Sprünge helfen, ihn anstupsen", befand Scholl. Verglichen mit seiner Zeit bei Borussia Dortmund sei Götze nur noch ein Schatten seiner selbst. "Er war ein Pfeil, so schnell, athletisch", sagte der Europameister von 1996. Davon sei Götze aktuell weit entfernt.

Sein Tor gegen Italien wird Götze Selbstvertrauen geben. Inwiefern es ihm beim FC Bayern hilft, ist noch nicht abzusehen.

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