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Liveticker zur WM 2014 in Brasilien Argentinien-Coach soll mindestens bis 2015 bleiben

Kirchner blamiert sich - Messi grinst +++ Blatter wundert sich über Messi-Wahl +++ Tostão nennt Brasiliens Fußball "primitiv" +++ Russland rüstet sich für die WM 2018 +++ Alle WM-News im Ticker.

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21:53 Uhr: Argentinien-Coach soll mindestens bis 2015 bleiben

Alejandro Sabella soll Argentiniens Nationalelf nach dem Willen des Verbandes mindestens bis zur erhofften Wiedergutmachung bei der Südamerika-Meisterschaft trainieren. In den kommenden Wochen will die Verbandsspitze die entsprechende Überzeugungsarbeit leisten. Damit könnte es auch beim Länderspiel am 3. September in Düsseldorf gegen Weltmeister Deutschland zu einem Wiedersehen mit dem 59-Jährigen kommen. "Die Absicht der AFA ist es, wenigstens bis zur Copa América mit ihm weiterzuarbeiten", schrieb die Zeitung "La Nacion". Die Copa findet im kommenden Jahr in Chile statt. Vier Jahre nach dem vorzeitigen Aus im eigenen Land hat die Mannschaft um Kapitän Lionel Messi bei der Südamerika-Meisterschaft noch etwas gut zu machen. Sabella hatte damals nach dem Scheitern von Sergio Batista das Amt übernommen. 

08:53 Uhr: Kirchner blamiert sich - Messi "sehr traurig"

Kapitän Lionel Messi hat sich bei seiner Mannschaft für den "grenzenlosen" Einsatz bei der Fußball-Weltmeisterschaft bedankt. "Argentinien hat wieder ein WM-Finale erreicht und unser Land dahin gebracht, wo es hingehört", schrieb der 27-Jährige bei Facebook. Zuvor waren er und seine Vizeweltmeister-Mannschaft in Buenos Aires von Staatschefin Cristina Fernández de Kirchner empfangen worden.

"Wir sind alle sehr traurig, aber wir müssen auch stolz sein", schrieb Messi. Die Argentinier hatten das Endspiel am Sonntag in Rio de Janeiro mit 0:1 nach Verlängerung durch einen Treffer von Mario Götze in der 113. Minute gegen Deutschland verloren. Es war das erste Mal seit 1990, dass die Südamerikaner wieder in einem WM-Finale standen. Der letzte Titel liegt 28 Jahre zurück. Erstmals war Argentinien 1978 Weltmeister geworden.

Kirchner sorgte mit ihrer Ansprache bei dem Empfang für Irritationen. Sie sagte: "Wie Sie wissen, bin ich kein Fußball-Fan." Sie habe kein einziges Spiel gesehen, noch nicht einmal das Finale. Trotzdem habe sie Trainer Alejandro Sabella nach dem Abpfiff angerufen, um ihm zu gratulieren und Trost zu spenden. Kirchner sagte, es habe sich angefühlt, als ob Argentinien gewonnen habe. "So habe ich es empfunden und 40 Millionen Argentinier auch."

15. Juli, 06:56 Uhr: Drei Millionen WM-Zuschauer in den Stadien

Insgesamt 3.429.873 Zuschauer haben die  Spiele der Fußball-WM in Brasilien live im Stadion gesehen. Diese Zahl gab der Weltverband Fifa nach dem Endspiel in Rio de Janeiro bekannt. Im Schnitt wurden die 64 Spiele des Turniers damit von 53.592 Besuchern verfolgt. Verkaufen können hätte die Fifa nach eigenen Angaben mehr als elf Millionen Tickets. So viele Anfragen hatte sie vor dem Turnier erhalten. 

22:00 Uhr: Match-Funktionär Whelan stellt sich den Behörden

Der seit Donnerstag flüchtige leitende Angestellte des FIFA-Partners Match Services AG, Ray Whelan, hat sich den brasilianischen Behörden in Rio de Janeiro gestellt. Dies berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP in Bezug auf einen Staatsanwalt in Rio am Montagabend. Whelan war wegen des Ticketskandals bei der WM per Haftbefehl gesucht.

21:00 Uhr: Enttäuschte Argentinier in Buenos Aires gelandet

Tausende Fußball-Fans haben Vizeweltmeister Argentinien in der Hauptstadt Buenos Aires einen herzlichen Empfang bereitet. Einen Tag nach der Final-Niederlage gegen Deutschland (0:1 n.V) landete die Mannschaft um Superstar Lionel Messi auf dem Flughafen der Millionenmetropole. Anschließend machte sich das Team von Nationaltrainer Alejandro Sabella in mehreren Bussen auf den von Fans gesäumten Weg zu den Räumlichkeiten des nationalen Fußball-Verbandes, wo ein Treffen mit Staatspräsidentin Cristina Kirchner auf dem Programm stand.

18:00 Uhr: Blatter wundert sich über Messi-Wahl

FIFA-Chef Joseph Blatter hat die Wahl von Lionel Messi zum besten Spieler der WM kritisiert. "Soll ich diplomatisch sein oder die Wahrheit sagen? Ich war selbst ein bisschen überrascht, dass Messi zum besten Spieler gewählt wurde", sagte der 78 Jahre alte Schweizer am Montag in Rio de Janeiro. An der Auszeichnung des 27-Jährigen mit dem "Goldenen Ball" hatte sich zuvor selbst Argentiniens Fußball-Idol Diego Maradona gestört. FIFA-Kommunikationsdirektor Walter De Gregorio erklärte daraufhin, dass man das Wahl-Verfahren möglicherweise wieder ändern könnte. "Es gab lange Diskussionen, wer wählen soll. Am Ende war es die Technische Kommission der FIFA. Wir sind aber offen für alle Vorschläge", sagte er.

17:05 Uhr: Prügeleien zwischen Brasilianern und argentinischen Fans 

Schadenfreude und Provokationen haben nach dem WM-Finale in Rio de Janeiro für Streit zwischen Brasilianern und argentinischen Fans gesorgt. Nach dem Sieg der Deutschen warteten laut Polizei rund 50 Brasilianer vor dem Maracanã-Stadion auf die Fans des Verlierers und Fußball-Erzfeindes, um sie mit Gesängen und Beleidigungen zu empfangen. Als die "Albiceleste"-Fans mit Beschimpfungen konterten, musste die Polizei dazwischengehen. Zu handfesten Auseinandersetzungen kam es beim Public Viewing an der Copacabana, wo Brasilianer inmitten argentinischer Fans das deutsche 1:0 bejubelten. Beide Fangruppen bewarfen sich daraufhin mit Plastik- und Glasflaschen. Nach Angaben eines Polizeisprechers handelte es sich um Einzelkonflikte, die keine Verletzten forderten.

16:49 Uhr: Blatter lobt WM als "außergewöhnlich"  

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hat  die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien auf einer  Bilanzpressekonferenz in Rio de Janeiro einen Tag nach dem deutschen  WM-Triumph als "außergewöhnlich" bezeichnet. Er vermied aber eine  nähere Qualifizierung: "Man kann die Weltmeisterschaft nicht mit anderen WM-Turnieren vergleichen."

Der 78-jährige Schweizer äußerte sich erstmals im  Turnierverlauf öffentlich, nachdem er zuvor nur nach Abschluss der  Vorrunde ein Interview bei FIFA.TV gegeben hatte. "Es war meine  zehnte WM, eine sehr spezielle, weil die Qualität und Intensität der  Spiele so hoch waren", betonte Blatter. Das Turnier habe direkt mit  Offensivfußball begonnen, "das war neu. Bumm Bumm! Das hat sich bis  zum Ende durchgezogen", sagte der FIFA-Chef.

13:44 Uhr: Van Gaal braucht "keinen Urlaub"  

Louis van Gaal brennt auf seinen neuen Job als Teammanager des englischen Rekordmeisters Manchester United. "Ich brauche keinen Urlaub", sagte der 62-Jährige, der am Mittwoch nur vier Tage nach seinem "Abschiedsspiel" als Trainer der niederländischen Nationalmannschaft bei der WM gegen Brasilien (3:0) seinen Dienst bei den "Red Devils" aufnehmen wird.

Nach dem Erreichen des dritten Platzes bei der Endrunde in Brasilien mit Oranje gönnte sich van Gaal nur zwei freie Tage, um persönliche Dinge in Amsterdam zu regeln. "Es ist doch großartig, vor einer so aufregenden Herausforderung zu stehen. Für die tägliche Arbeit mit jungen Menschen muss ich mich nicht erholen. Ich freue mich darauf", sagte er dem niederländischen Fernsehen NOS.
Der frühere Bayern-Coach soll Manchester, wo er bis 2017 unterschrieb, nach einer wahren Horrorsaison ohne Titel und dem erstmaligen Verpassen der Europacup-Plätze seit 25 Jahren wieder in die Erfolgsspur bringen. Er hoffe, sagte van Gaal, dass er bei United einen Teamgeist schaffen könne wie bei der Elftal: "Ich werde mein Bestes geben. Ob den Fans das reicht, muss man abwarten."

12:53 Uhr: Tostão nennt Brasiliens Fußball "primitiv"

Die brasilianische Fußball-Legende Tostão hat nach der enttäuschend verlaufenen WM der Seleção die Nationalmannschaft und das Verbandswesen scharf kritisiert. "Unser Fußball ist primitiv. Es ist nicht der Fußball, der in den großen Clubs der Welt gespielt wird", sagte der angesehene Fußball-Analyst im Interview der "Welt". Für den 67-Jährigen war das 1:7-Desaster der Brasilianer im WM-Halbfinale gegen Deutschland "eine Lehrveranstaltung über die Unterschiede, die heutzutage zwischen beiden Mannschaften existieren".

Brasilien spiele mit "vielen Fernschüssen, vielen langen Bällen, viel Rennen, Zweikämpfen und Einzelaktionen", monierte der frühere Stürmer, der 1970 mit Brasilien den WM-Titel gewann. Das DFB-Team spiele hingegen "den modernen Fußball dieser Zeit. Mit vielen Pässen, mit Ballbesitz und Spielkontrolle, mit außergewöhnlichen Spielern im Mittelfeld".

Der brasilianische Fußball stagniere, daher fordert Tostão drastische Veränderungen: "Es müsste eine Revolution geben, alles müsste auf den Kopf gestellt werden, es bräuchte andere Persönlichkeiten mit einer anderen Vision, neue Trainer mit anderen Vorstellungen." Bei den Verbandsfunktionären, denen er eine Mentalität der Korruption vorwirft, sieht Tostão jedoch "überhaupt keine Bereitschaft zur Veränderung".

10:28 Uhr: Russland rüstet sich für die WM 2018

Wladimir Putin beglückwünschte seine brasilianische Amtkollegin Dilma Rousseff kurz für die gelungene Ausrichtung der Endrunde, dann blickte er voraus auf seine Fußball-WM. "Wir werden alles tun, was wir können, um dieses Turnier auf höchstem Niveau zu organisieren", sagte der russische Präsident, der die Fußball-Welt in vier Jahren in seinem Reich willkommen heißen wird, am Rande des WM-Finales in Rio de Janeiro. Es soll ein Fest der Superlative werden, perfekt geplant und trotzdem mit Herz. Und dafür wird kräftig investiert.

665,3 Milliarden Rubel (rund 14,3 Milliarden Euro) stehen den Organisatoren zur Verfügung, teils aus staatlicher Hand, teils aus privater. Die Hälfte des Geldes geht dabei in die Verkehrs-Infrastruktur, Flughäfen werden modernisiert, schnelle Bahnverbindungen und neue U-Bahnen gebaut. Für den Neu- und Umbau der zwölf Stadien in den elf Spielorten (zwei Arenen in Moskau) sowie unter anderem 113 neue Trainingsplätze wird mit 174,7 Milliarden (3,75 Milliarden Euro) gerechnet. Teurer war eine WM noch nie. 

08:15 Uhr: Teenager beim Public-Viewing in Kinosaal erstochen

Ein 19-Jähriger ist gegen Ende einer Public-Viewing-Veranstaltung zur Fußball-Weltmeisterschaft in einem Bremer Kino erstochen worden. Er starb nach Polizeiangaben im Krankenhaus. Zuvor hatte es Streit zwischen Zuschauern gegeben. Ein 22 Jahre alter Mann wurde festgenommen. Er sowie der 23 Jahre alte Bruder des Opfers wurden verletzt.

Als das WM-Endspiel in Brasilien in die Verlängerung ging, habe es plötzlich einen Bildausfall gegeben, sagte der Polizeisprecher. Die Zuschauer wechselten in einen anderen Saal. Dort kam es zu Auseinandersetzungen. Was den Streit ausgelöst hat, ist noch unklar. Sowohl der Tatverdächtige als auch andere Zuschauer werden von der Polizei befragt.

Während das Spiels hatte es in Bremen sehr heftig geregnet. Dieser Starkregen habe möglicherweise den Stromausfall ausgelöst, sagte der Polizeisprecher.

06:24 Uhr: TV-Sender meldet Scolaris Rücktritt

Luiz Felipe Scolari ist nach Angaben des TV-Senders "Globo" nicht mehr brasilianischer Fußball-Nationaltrainer. Demnach hat der 65-Jährige am Sonntag seinen Rücktritt beim brasilianischen Verband (CBF) eingereicht, der diesen akzeptierte. Scolaris Vertrag hätte nach der Weltmeisterschaft ohnehin geendet. Der Rekord-Weltmeister hatte sich zuletzt mit dem 1:7 im Halbfinale gegen Deutschland - der höchsten Länderspiel-Niederlage überhaupt - und mit dem 0:3 gegen die Niederlande im Spiel um Platz drei blamiert. Der angepeilte sechste WM-Titel wurde verpasst.

Scolari hatte nach dem so schwachen Abschneiden beim Heimturnier nicht von einem Rücktritt reden wollen und mehrfach betont: "Wir hatten vereinbart, dass wir nach Ende des Wettbewerbs einen Bericht einreichen werden. Unsere Position wird vakant sein, und der Präsident und der Vorstand werden die WM analysieren." Der Trainer der Weltmeistermannschaft von 2002 und sein Mitstreiter Carlos Alberto Parreira, Technischer Direktor beim WM-Gastgeber, hatten sogar ihre Arbeit vehement verteidigt und wollten keine Fehler einräumen. Daraufhin waren sie von den Medien noch vehementer kritisiert worden.

00:53 Uhr: Merkel und Gauck besuchen DFB-Elf

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich nach dem Gewinn der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Feierlaune gezeigt. Bilder zeigen die gemeinsam mit Bundespräsident Joachim Gauck zum Finale nach Brasilien gereiste Regierungschefin am Sonntagabend (Ortszeit) in Rio de Janeiro strahlend mit DFB-Team und WM-Pokal in der Kabine. Nach Angaben des Deutschen Fußball-Bundes stieß die CDU-Vorsitzende auch mit einer Dose Bier auf den WM-Sieg an. Lukas Podolski ließ es sich nicht nehmen, sein - nach dem Spiel gegen Portugal zweites - Selfie mit der Kanzlerin zu schießen.

Auch modisch zeigte Merkel, wie viel Fanblut in ihr steckt: Neben einer Kette mit Steinen in den deutschen Nationalfarben kursierte im Netz ein Foto, dass die Kanzlerin mit einer schwarz-rot-goldenen Tasche in Fußballform zeigt. Aufmerksamkeit erregte sie während des Spiels auch mit einer bei ihr selten gesehenen, rundlich gebogenen Brille und einem Blazer in sattem Rot.

00:25 Uhr: Fair-Play-Trophäe an Kolumbien

Die Nationalmannschaft Kolumbiens hat  die Fair-Play-Trophäe der FIFA bei der Weltmeisterschaft 2014  gewonnen. Die Auszeichnung erhält die Mannschaft mit der besten  Disziplinarwertung, die über die Gruppenphase hinauskommt. In  Südafrika 2010 wurde Weltmeister Spanien ausgezeichnet.

In Brasilien wird diese Wahl allerdings für Diskussionen sorgen:  Bei Kolumbien spielt auch Juan Zuniga, der mit seinem Foul für das WM-Aus für Superstar Neymar sorgte.

00:12 Uhr: James Rodriguez Torschützenkönig der WM  

Der Kolumbianer James Rodriguez ist  mit sechs Treffern Torschützenkönig der Fußball-WM in Brasilien  2014. Im Finale konnten den 23-Jährigen weder Deutschland Thomas Müller noch Argentiniens Lionel Messi ablösen. 

23:55 Uhr: Deutschland außer Rand und Band

Als der Schlusspfiff im 10.000 Kilometer entfernten  Rio de Janeiro ertönte, ging die größte Fußball-Party des Jahres  erst richtig los. Hunderttausende Fans bei den deutschlandweit  unzähligen Public Viewings feierten den dramatischen 1:0 (0:0)-Sieg  des Nationalteams nach Verlängerung im WM-Finale gegen Argentinien  mit einem rauschenden Fest in Schwarz-Rot-Gold. Acht Jahre nach der  Heim-WM gab es endlich ein Sommermärchen mit Happy End.

Der Siegtreffer von Mario Götze (113.) löste Jubelorkane auf den  Fanfesten aus, es schallte "Deutschland, Deutschland"-Rufe und das  obligatorische "Oh, wie ist das schön". Die Berliner Fanmeile, auf  der sich die deutschen WM-Helden am Dienstag mit einer Siegesfeier  bei den heimischen Fans bedanken werden, glich mit rund 250.000  euphorisierten Menschen einem Tollhaus. Übertönt wurden die Anhänger  nur vom großen Feuerwerk über der Hauptstadt kurz nach Mitternacht.  Auf dem Kurfürstendamm versammelten sich direkt nach dem  Schlusspfiff die Leute zum Autokorso - genau wie in vielen anderen Städten Deutschlands.

21:02 Uhr: Merkel mit Deutschland-Kette im brasilianischen Stadion

Kurz vor dem Anpfiff des WM-Finals hat Bundeskanzlerin Angela Merkel im Maracanã-Stadion von Rio de Janeiro der deutschen Fußball-Nationalelf viel Glück gewünscht. "Es wird sicherlich ein schweres Spiel, und ich werde die Daumen drücken", sagte sie im Fernsehinterview. Die Stimmung im Stadion und in der Stadt sei großartig. Viele Brasilianer hätten ihr auf dem Weg ins Stadion freudig zugewunken, als sie die deutschen Fahnen am Auto sahen. Aber: "Zum Schluss entscheidet sich das Spiel auf dem Feld" und nicht durch den Zuspruch der Zuschauer. Merkel ist zusammen mit Bundespräsident Joachim Gauck sowie anderen deutschen Spitzenpolitikern zum WM-Endspiel Deutschland-Argentinien gereist. Ein wichtiges Accessoires, das schon bei anderen großen Spielen der DFB-Elf von sich reden machte, trug sie erneut um den Hals: Eine Kette, die in den Farben der deutschen Nationalflagge gestaltet ist. 

17:47 Uhr: Berliner Fanmeile bereits voll

Gut drei Stunden vor dem Anpfiff des Fußball-WM-Finales Deutschland gegen Argentinien hat sich die Berliner Fanmeile auf der Straße des 17. Juni bereits gut gefüllt. Der Veranstalter sperrte mit Unterstützung der Polizei die beiden Eingänge links und rechts der Hauptbühne am Brandenburger Tor. "Das machen wir vorsorglich, damit der Bereich vor der Hauptbühne nicht überläuft", sagte ein Polizeisprecher. Der Veranstalter richtete den dringenden Appell an alle, sich jetzt nicht mehr auf den Weg zur Fanmeile zu machen. "Das lohnt sich nicht", sagte eine Sprecherin. "Was jetzt noch draußen steht können wir noch reinlassen. Später Kommende nicht mehr."

13:40 Uhr: Fake-Video zeigt Nordkoreas Finaleinzug

Ein Youtube-Video über den angeblichen WM-Finaleinzug Nordkoreas macht zurzeit im Internet die Runde. Darin zu sehen sind die Kicker des abgeschotteten Landes, die ein Tor nach dem anderen schießen. Eine Nachrichtensprecherin verkündet stolz, dass Nordkorea im WM-Finale gegen Portugal steht – nachdem es die USA, China und Japan besiegt hat. Über Deutschland und Argentinien wird kein Wort verloren.

Weitere Bilder zeigen feiernde Menschen auf den Straßen von Pjöngjang. Und Machthaber Kim Jong Un grüßt gar per Videoübertragung das Fanfest an der Copacabana. Doch auch wenn Nordkorea immer wieder für Überraschungen gut ist, dieses Video ist auf jeden Fall ein Fake und wurde nie dort ausgestrahlt.

 

Lippenleser identifizierten den Dialekt der vermeintlichen Nachrichtensprecherin als landesuntypisch, berichtet die "Welt" in ihrer Online-Ausgabe. Außerdem kann die Bevölkerung in dem abgeschotteten Land die WM-Spiele sehen, wenn auch mit einer Verzögerung von 24 Stunden. Die Nordkoreaner hätte also sicherlich bemerkt, dass ihre Spieler es gar nicht ins WM-Finale geschafft hätten – wenn sie überhaupt qualifiziert gewesen wären.

10:57 Uhr: Pelé - "Deutschland ist viel besser als Argentinien"

Brasiliens Fußballlegende Pelé ist mit Blick auf das WM-Finale von der Überlegenheit des Teams von Joachim Löw überzeugt. "Deutschland ist viel besser als Argentinien", sagte der dreimalige Weltmeister dem TV-Sender SporTV. Der 73-Jährige gab aber auch zu bedenken, dass es im Fußball immer Überraschungen geben könne. So sei es auch Brasilien bei der 1:7-Niederlage gegen die deutsche Elf im Halbfinale ergangen. "Nur Gott kann dieses Desaster erklären", meinte "O Rei" (Der König) weiter.

13. Juli - 09:35 Uhr: Run auf Deutschland-Trikots

Mehr als zwei Millionen deutsche Fußball-Fans hofften am Sonntag darauf, dass ihr gerade erst gekauftes Trikot schon wieder ein Auslaufmodell ist. Noch nie wurden von einem Dress der deutschen Nationalmannschaft so viele Exemplare verkauft wie diesmal. Doch im WM-Endspiel gegen Argentinien könnten Deutschlands Fußballer dafür sorgen, dass das erst seit acht Monaten erwerbbare Trikot schon wieder durch ein neues ersetzt werden muss.

Der Grund: Im Falle eines deutschen Titelgewinns bekommt das Trikot einen vierten Stern. Ausrüster adidas hatte schon im Vorfeld versprochen "dafür zu sorgen, dass es sehr schnell Trikots mit dem vierten Stern gibt".

Schon der Final-Einzug hatte einen ungeahnten Run auf die DFB-Trikots ausgelöst. "Ich musste vergangene Woche eines für einen Bekannten besorgen, und es war selbst für mich schwierig", berichtete adidas-Vorstandschef Herbert Hainer. "Und so wie ich gehört habe, sind auch die Geschäfte ziemlich leer gekauft." Ganz weit vorne in der Gunst der Fans lag wie in den Vorjahren Thomas Müller. 

16:35 Uhr: Beckenbauer - "Wir gewinnen 2:0 und werden Weltmeister"

Im Vergleich zu Deutschlands letztem WM-Triumph von 1990 sieht Franz Beckenbauer viele Parallelen: "Mich erinnert der ganze Turnierverlauf in Brasilien sehr an Italien 1990. Damals sind wir mit dem 4:1 gegen Jugoslawien super ins Turnier gestartet, diesmal 4:0 über Portugal. Damals wie heute folgten dann aber nicht so überzeugende Vorstellungen. Trotzdem hatte man nie das Gefühl, dass da was passieren kann."

Beckenbauer, der als Spieler 1974 und als Teamchef 1990 den WM-Titel gewann, fand zudem lobende Worte für Bundestrainer Joachim Löw: "Jogi Löw hat bis jetzt alles richtig gemacht. Er hat anfangs auch die noch nicht ganz so gesunden Khedira und Schweinsteiger geschont. Das war sehr klug."

Beckenbauer betonte, er habe sich unmittelbar vor dem Finale 1990 (1:0 gegen Argentinien) "ganz locker und gelöst" gefühlt. Er habe "Dankbarkeit an den Schöpfer verspürt". Für die Neuauflage des Endspiels von Rom hat Beckenbauer die passende Siegtaktik parat: "Ich habe meine Mannschaft immer mit dem Satz auf den Platz geschickt: Geht's raus und spielt's Fußball. Das sage ich am Sonntag wieder. Ganz still für mich."

14:23 Uhr: Scolari adelt Robben

Für Brasiliens Nationaltrainer Luiz Felipe Scolari ist Arjen Robben der herausragende Spieler der Fußball-WM. "Ich denke, Robben ist der beste Spieler der WM gewesen", sagte Scolari am Freitag und bestätigte, dass er im Training besonderen Fokus darauf gelegt habe, Robben zu stoppen. Brasilien und die Niederlande treffen am Samstagabend in Brasilia im Spiel um Platz drei (22 Uhr MESZ) aufeinander.

Robben steht auf der Liste der zehn Kandidaten für die Wahl zum Gewinner des Goldenen Balls. Zudem dürfen sich Mats Hummels, Toni Kroos, Philipp Lahm und Thomas Müller Hoffnungen auf die Auszeichnung als bester Spieler des Turniers machen. Torwart Manuel Neuer gehört zur Auswahl von drei Keepern, die zur Wahl stehen.

12. Juli - 9:50 Uhr: Vier Deutsche kämpfen um den Goldenen Ball

Einer von vier deutschen Nationalspielern könnte nach dem Endspiel am Sonntag als bester Spieler der Fußball-WM in Brasilien ausgezeichnet werden. Kapitän Philipp Lahm, Mats Hummels, Toni Kroos und Thomas Müller gehören zu den zehn Spielern, die auf der Liste der Kandidaten für die Wahl zum Gewinner des Goldenen Balls stehen. Das gab der Weltverband FIFA am Freitag bekannt. Die weiteren Bewerber sind Lionel Messi, Angel di Marie und Javier Mascherano (alle Argentinien) sowie Neymar (Brasilien), Arjen Robben (Niederlande) und James Rodriguez (Kolumbien).

Der beste Spieler der WM wird nach dem Finale im Maracana zwischen Argentinien und Deutschland (21.00 Uhr MESZ) bestimmt. Neben der sogenannten Technical Study Group (TSG) des Fußball-Weltverbandes FIFA sind an der Wahl auch die bei der WM akkreditierten Journalisten beteiligt.

23:30 Uhr: Ein ganzes Flugzeug flippt aus

Eine Boeing voller Argentinier. Unglaublich, was passiert, als sie hören, dass ihre Nationalmannschaft die Niederlande geschlagen und sich damit den Einzug in das WM-Finale gegen Deutschland gesichert hat.

 

21:37 Uhr: Netz feiert den “traurigsten Mann" der WM

Für den YouTube-Nutzer Joe Bell ist Clovis Acosta Fernandes schlicht der “traurigsten Mann der Weltmeisterschaft”. Doch Fernandes dürfte auch der populärste Fan der Fußball-WM sein. Zahlreiche Medien wie beispielsweise die britische Tageszeitung "The Independent" oder die Webseite "The Daily Dot" berichteten, wie Fernandes nach dem historischen 7:1-Sieg der DFB-Elf im Halbfinale gegen Brasilien seinen Fan-Pokal einer jungen Deutschen gab. Bell würdigte "Gaucho" nun auf ganz spezielle Art. Eine TV-Aufnahme des Brasilianers unterlegte er mit dem Lied "Sound of Silence” des US-Duos Simon & Garfunkel. Auf YouTube wurde der kurze Clip bislang rund 3,4 Millionen Mal angeklickt.

17:23 Uhr: Van Gaal hat Halbfinal-Aus noch nicht verkraftet  

Bondscoach Louis van Gaal hat das unglückliche Halbfinal-Aus der niederländischen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Brasilien noch nicht verkraftet. "Wir sind immer noch sehr traurig. Ein Traum ist zerbrochen. Alle sind noch immer enttäuscht", sagte van Gaal zwei Tage nach der 2:4-Niederlage im Elfmeterschießen am vergangenen Mittwoch in Sao Paulo gegen Argentinien.

Für das Spiel um Platz drei am Samstag (22 Uhr/Liveticker N24) in Brasilia gegen den WM-Gastgeber hat van Gaal ein neues Ziel ausgegeben. "Wir können immer noch Geschichte schreiben. Die Niederlande hat bei der WM bisher immer mindestens ein Spiel verloren. Wir können ungeschlagen bleiben", sagte van Gaal. Das Halbfinale gegen Argentinien wird offiziell als Unentschieden gewertet, da es nach der Verlängerung 0:0 stand.

Für Ex-Bayern-Coach van Gaal ist das Spiel am Samstag sein letztes als Bondscoach. Nach der WM wird er Teammanager beim englischen Rekordmeister Manchester United.

16:13 Uhr: Sexy Belgien-Fan begeistert - und empört

Ein hübscher Fußballfan sorgt in Belgien derzeit für Aufregung: Axelle Despiegelaere jubelte bei der WM in Brasilien mit Hörner-Kappe und Pompons in den belgischen Nationalfarben den "Roten Teufeln" zu. Die Bilder der 17-jährigen Blondine gingen um die Welt - und brachten Despiegelaere mehr als 250.000 Facebook-Fans und sogar einen Videoauftritt für eine L`Oreal-Marke in Belgien ein.

Doch schnell schlug die Begeisterung in Empörung um. Denn kurz darauf tauchte ein Foto auf, das anscheinend die junge Frau mit einem Gewehr und einer toten Antilope zeigt. Die Online-Ausgabe der britischen Tageszeitung "Daily Mail" schrieb, die junge Frau habe das Bild auf Facebook gestellt.

11:16 Uhr: Neymar kann Zúñiga nicht verzeihen

Brasiliens Superstar Neymar kann dem Kolumbianer Juan Zúñiga das schwere Foul im WM-Viertelfinale nicht verzeihen. "Wenn er mich zwei Zentimeter weiter in der Mitte getroffen hätte, dann könnte ich heute im Rollstuhl sitzen", sagte der Stürmer unter Tränen bei einer Pressekonferenz in Teresópolis. Neymar hatte bei der Attacke einen Lendenwirbelbruch erlitten. "Alle, die was vom Fußball verstehen, wissen, dass so ein Foul nicht normal ist", sagte Neymar. Er habe sich immer gegen Fußtritte wehren können, "aber wenn ich jemandem den Rücken zuwende, habe ich keine Möglichkeit, mich zu schützen."

10:58 Uhr: WM-Finalball "Brazuca" hat neue Farben

So sieht der WM-Finalball brazuca aus: Gold, Grün und Schwarz. (Foto: DPA)

Philipp Lahm und Co. müssen sich im WM-Finale auf einen neuen Ball einstellen - wenn auch nur farblich. Der WM-Ball "Brazuca" kommt beim Duell gegen Argentinien am Sonntag in einem neuen optischen Design daher. Die blauen und orangene Applikationen wurden für das entscheidende Spiel im Fußball-Tempel Maracanã von Rio de Janeiro durch goldene Streifen ersetzt, die grünen Elemente sind etwas heller als auf den bisher verwendete Bällen. Der Schriftzug "brazuca final rio" deutet zudem auf die Bedeutung der Partie hin.

10:35 Uhr: Argentiniens Präsidentin kommt nicht zum Finale

Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner wird nicht zum WM-Finale zwischen der Nationalelf ihres Landes und der deutschen Auswahl nach Brasilien reisen. Sie leide seit mehr als einer Woche an einer schweren Pharyngolaryngitis (Rachen- und Kehlkopfentzündung), schrieb die Staatschefin an ihre brasilianische Amtskollegin Dilma Rousseff. Am Samstag werde sie dennoch in Buenos Aires den russischen Präsidenten Wladimir Putin empfangen, heißt es in dem Schreiben.

Zudem werde am Montag ihr Enkel Néstor Iván ein Jahr alt, erklärte die Präsidentin. Sie wolle bei dem Geburtstag dabei sein. "Als Oma, die du ja auch bist, kannst du dir vorstellen, wie gerne ich diesen Anlass mit meiner Familie teilen möchte", schrieb Kirchner. Das Team von Joachim Löw kann dagegen im Endspiel im Maracanã-Stadion auf die Unterstützung von Bundeskanzlerin Angela Merkel hoffen, die zusammen mit Bundespräsident Joachim Gauck nach Rio de Janeiro fliegen will.

08:22 Uhr: War Vlaars Elfmeter gegen Argentinien doch drin?

Wenn das stimmt, ist es unfassbar: Der Elfmeter von Oranjes Innenverteidiger Ron Vlaar im Halbfinale gegen Argentinien könnte doch drin gewesen sein. Ein Handy-Video eines Zuschauers soll Bilder zeigen, die von den offiziellen Kameras nicht eingefangen wurden. Handelt es sich um eine Mogelei? Auf den ersten Blick sieht es nicht so aus.

 

07:02 Uhr: Adidas druckt Trikots mit viertem Stern

Schon vor dem Finale zwischen Deutschland und Argentinien steht Europas größter Sportartikelhersteller Adidas als Gewinner der Fußball-WM fest. Beide Endspielteilnehmer werden von dem Unternehmen aus Herzogenaurach ausgestattet. "Für uns ist es super gelaufen. Wir werden davon profitieren, egal welche Mannschaft gewinnt, weil beides Adidas-Teams sind", sagte eine Sprecherin.

Nach Informationen des "Hamburger Abendblatt" sollen die neuen Fan-Trikots nur wenige Tage nach dem Finale in den Handel kommen. Das Unternehmen habe bereits neue DFB-Modelle mit einem vierten Stern, der für die Anzahl der WM-Titel steht, auf Lager. "Wir sind für den Erfolgsfall vorbereitet", sagte ein Sprecher dem Blatt. "Erste Trikots werden im Laufe der nächsten Woche im Handel erhältlich sein". Bei einem Triumph der Argentinier bringt das fränkische Unternehmen ebenfalls neue Trikots - in diesem Fall mit einem dritten Stern - auf den Markt.

17:33 Uhr: Vierjähriger tippte 7:1-Ergebnis richtig

Rüdesheim - Kindermund tut Wahrheit kund: Ein vierjähriger Junge hat in seiner Kita in Rüdesheim das Ergebnis des Halbfinalspiels Deutschland gegen Brasilien richtig getippt. Die Erzieherin habe noch versucht, bei dem Tippspiel dem kleinen Augustin seinen unrealistischen Vorschlag auszureden, berichtete die "Allgemeine Zeitung Mainz". Der Junge aus Bad Kreuznach habe auch schon einen Tipp für das Endspiel gegen Argentinien abgegeben: wieder 7:1 für Deutschland.

14:10 Uhr: Kolumbien rächt sich an Brasilien mit YouTube-Video

In Kolumbiens Internetforen erfreut sich ein Lied großer Beliebtheit, das das 7:1 der deutschen Fußballnationalmannschaft über Brasilien feiert. Der "Siete Song" beruht auf einem Lied des kolumbianischen Sängers Lisandro Meza, der die Zahl Sieben besingt. Diese heftige Niederlage sei nun die "göttliche Gerechtigkeit" für die Brasilianer, singen die kolumbianischen Fans. "Die Deutschen haben uns gerächt, vielen Dank von Kolumbien."

 

Im Viertelfinale - dem ersten in der Geschichte des Landes - hatte der Gastgeber Kolumbien geschlagen. Für viele kolumbianische Fans ist Deutschlands Sieg eine Wiedergutmachung für angebliche Ungerechtigkeiten, die ihre Mannschaft bei dem Turnier erfahren musste. Vor allem die Schiedsrichterentscheidungen im Spiel gegen Brasilien sind umstritten. Letztendlich konnte auch die "korrupte FIFA" Brasilien nicht mehr helfen, singt der Sänger im "Siete Song".

13:38 Uhr: Adidas sieht Deutschland schon als Weltmeister

Ein Werbespruch des Sportartikelherstellers Adidas via Twitter verbreitet Zuversicht für das WM-Finale. "Nur noch kurze Zeit erhältlich - Deutschland-Trikot mit 3 Sternen", teilt der Ausstatter der National-Elf über den Kurznachrichtendienst mit. Mit dieser Prophezeiung könnte Adidas durchaus richtig liegen. Ob die Nationalelf künftig wirklich vier Sterne auf ihren Trikots trägt, wird sich jedoch erst am Sonntagabend zeigen. Dann trifft die DFB-Auswahl im WM-Finale auf Argentinien.

 

12:15 Uhr: Kein gemeinsamer Fußballabend der Päpste

Der argentinische Papst Franziskus und sein deutscher Vorgänger Benedikt XVI. werden aller Voraussicht nach nicht gemeinsam das Fußball-Weltmeisterschaftsendspiel zwischen Argentinien und Deutschland verfolgen. Vatikan-Sprecher Federico Lombardi erklärte, dass der Anpfiff am Sonntag um 21 Uhr eigentlich zu spät für den Tagesablauf des Kirchenoberhaupts sei.  Zudem verwies Lombardi schmunzelnd darauf, dass Benedikt nicht als besonders begeisterter Sportfan gelte. Kategorisch ausschließen wollte er allerdings nichts. "Wir werden es in den kommenden Tagen sehen", sagte er.

Franziskus, ein bekennender Fußball-Fan, hatte bereits klargestellt, dass es keine päpstliche Intervention für das Schicksal der argentinischen Mannschaft geben werde. Er werde für kein Team beten. Benedikts Interessen lagen bekanntlich ohnehin mehr auf dem intellektuellen als auf dem sportlichen Gebiet. Beide Kirchenmänner wünschten dem besseren Team den Sieg, ohne dabei Partei einzunehmen, sagte Lombardi.

11:49 Uhr: Historisches WM-Halbfinale schafft es bis auf Pornoportal

Die deutsche Nationalelf nahm das brasilianische Fußballteam im WM-Halbfinale komplett auseinander. Die historische WM-Niederlage schaffte es selbst bis auf das Pornoportal Pornhub, wie "dailydot.com" berichtet. Dort luden Nutzer Bilder des Spiels mit dem doppeldeutigen Titel "Junge Brasilianer werden vom gesamten deutschen Fußballteam gef***t" hoch. Der Gag verbreitet sich schnell via Twitter. Das Pornoportal reagierte ebenfalls mit Humor und twitterte: "Bitte hört auf, die Highlights des WM-Halbfinales auf Pornhub hochzuladen. Unsere Kategorie 'öffentliche Erniedrigung' ist bereits voll".

10:54 Uhr: Mick Jagger will für Brasilien-Niederlage nicht verantwortlich sein

Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger (70) wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe der brasilianischen Fußballmannschaft als Zuschauer im Stadion Pech gebracht. "Ich kann Verantwortung für das erste Tor der Deutschen Übernehmen, aber nicht für die anderen sechs", scherzte der Sänger gegenüber der britischen Boulevardzeitung "Sun". Mit seinem Sohn Lucas hatte er sich das WM-Halbfinale in Belo Horizonte angesehen. Der Engländer hat sich einen Ruf als Pechbringer zugezogen, weil er die glücklosen Engländer via Twitter anfeuerte und Siege für Portugal und Italien voraussagte - stets lag er falsch. Brasilianische Fans brachten beim Viertel- und Halbfinale sogar Jagger-Bilder mit ins Stadion, die den Kultrocker in Trikots ihrer Gegner Kolumbien und Deutschland zeigten, um den vermeintlichen Fluch abzuwenden.

10:07 Uhr: Maradona zeigt sich optimistisch: "Deutschland nicht unmöglich"

Argentiniens Fußballidol Diego Armando Maradona ist vor dem WM-Endspiel am Sonntag gegen die deutsche Elf zuversichtlich. "Deutschland ist nicht unmöglich", sagte Maradona in seiner Sendung "De Zurda" ("Mit Links") des venezolanischen Senders Telesur. Ein Übermaß an Selbstvertrauen der Deutschen nach dem 7:1-Kantersieg gegen Brasilien könne der Albiceleste eher helfen. "Sie sind, wie wir sagen, überhöht", bemerkte Maradona über die Deutschen. "Umso besser für Argentinien." Argentinien bestreitet nach seinem mühevollen Halbfinalsieg über die Niederlande im Elfmeterschießen am Sonntag zum dritten Mal ein WM-Finale gegen die Deutschen. 1986 holten sie sich mit einem 3:2 in Mexiko-Stadt den Titel, 1990 in Rom verloren sie 0:1. Maradona war beide Male als Spieler dabei. Bei der letzten WM-Begegnung, 2010 in Südafrika, verlor Argentinien im Viertelfinale 0:4. Maradona war Trainer.

09:40 Uhr: Nach bitterem WM-Aus: Brasilianischer Fan zerstört Fernseher

Mit 7:1 wurde Brasilien von Deutschland im Halbfinale förmlich überrollt und musste die höchste Niederlage seiner Länderspiel-Geschichte hinnehmen. Nach der demütigenden Niederlage machte sich in ganz Brasilien Schock, Trauer und Wut breit. Viele Fans verließen vorzeitig die Fanmeilen und Kneipen in der brasiliansichen Städten - zu groß war die Schmach, die ihr Team ertragen musste. Tränen flossen, mancherorts folgen auch die Fäuste.

 

Ein Fußball-Fan ließ seiner Wut auf andere Weise freien Lauf. Mit einem großen Flachbildfernseher stürmt er auf die Straße und versucht diesen zu zertrümmern. Immer wieder schmeißt er das Gerät auf den Boden und flucht dabei lautstark. Ein älterer Herr, vermutlich sein Vater, versucht den jungen Mann noch zurückzuhalten - vergeblich.

08:22 Uhr: Deutschland bei WM-Sieg auch für Confed Cup 2017 qualifiziert

Ein Sieg im WM-Finale am Sonntag gegen Argentinien würde der deutschen Fußball-Nationalmannschaft die Qualifikation für den Confederations Cup 2017 in Russland bescheren. Der Weltmeister ist automatisch beim Turnier vom 17. Juni bis 2. Juli 2017 dabei. Gespielt wird der Testlauf für die WM 2018 in Moskau, St. Petersburg, Kasan und Sotschi. Russland ist als Gastgeber gesetzt. Weitere Teilnehmer sind die künftigen Kontinentalmeister aus Asien, Südamerika, Afrika, Ozeanien, Nord- und Mittelamerika und Europa. Bei einer Finalniederlage im Maracanã von Rio de Janeiro könnte sich die DFB-Auswahl also auch noch als EM-Gewinner 2016 in Frankreich für den Confed Cup 2017 qualifizieren.

Der Gewinn der WM-Generalprobe brachte bislang kein Glück. Kein Sieger wurde ein Jahr später Weltmeister. Zuletzt scheiterte Brasilien dreimal als Confed-Cup-Sieger bei der nächsten WM, am Dienstag beim 1:7 gegen Deutschland auf dramatische Weise. Deutschland nahm bislang zweimal an dem Konföderationen-Turnier teil. 1999 in Mexiko kam das enttäuschende Aus schon in der Vorrunde. 2005 wurde die DFB-Elf beim Testlauf für die Heim-WM 2006 Dritter.

07:48 Uhr: Van Gaal und Robben: Spiel um Platz drei abschaffen

Nach dem Scheitern im WM-Halbfinale haben der niederländische Fußball-Nationaltrainer Louis van Gaal und Arjen Robben den zukünftigen Verzicht auf das Duell der Verlierer gefordert. "Ich sage schon seit zehn Jahren: Man sollte dieses Spiel um Platz drei abschaffen", sagte der Coach in São Paulo nach der Niederlage im Elfmeterschießen gegen Argentinien. Das Schlimmste sei, "dass der Verlierer dieses Spiels am Ende mit zwei Niederlagen nacheinander aus einem eigentlich für ihn sehr erfolgreich verlaufenen Turnier gehen wird. Das hat nichts mit meiner Auffassung von Sport zu tun."

In der Partie um den dritten Rang beim Weltturnier in Brasilien trifft die Elftal am Samstag in Brasília auf den Gastgeber. Bayern-Star Robben hat darauf genauso wenig Lust wie sein Trainer. "Der dritte Platz kann mir gestohlen bleiben", sagte der 30-Jährige. "Allein der Titel zählt, das Spiel dürfen sie von mir aus echt abschaffen."

Sein Bundesliga-Kollege Klaas-Jan Huntelaar konnte die Haltung der beiden zwar nachvollziehen, sieht das Duell mit Brasilien jedoch als Ansporn. "Für mich selber will ich das Turnier aber gut abschließen, und Dritter werden und nicht Vierter", sagte der Schalke-Stürmer.

10. Juli - 06:30 Uhr: Pelé gratuliert Argentinien zum "großen Sieg" im Halbfinale

Brasiliens Jahrhundertfußballer Pelé hat Argentinien zum Einzug ins WM-Finale gratuliert. "Glückwunsch Argentinien für den großen Sieg heute!", twitterte der 73-Jährige am Mittwoch nach dem 4:2-Sieg der Albiceleste im Elfmeterschießen über Holland. "Ich freue mich, am Sonntag im Maracanã-Stadion zu sein, um zwei große Fußballnationen zu sehen", so König Pelé. Ob auch Pelés traditioneller Rivale, Argentiniens Fußball-Idol Diego Maradona, ins Stadion kommt, war unklar. Am Sonntag trifft Deutschland im Endspiel in Rio de Janeiro auf Argentinien. Brasilien spielt am Samstag in Brasília gegen Holland um WM-Platz drei.

18:29 Uhr: TV-Interview: David Luiz weint hemmungslos

Vor dem WM-Halbfinale gegen Brasilien galt David Luiz als Brasiliens neuer WM-Star. Nach dem Ausfall Neymars ruhten die Hoffnungen einer ganzen Nation auf dem Abwehrchef der Seleção. Nach der historischen 1:7-Pleite gegen Deutschland bewies David Luiz Größe und stellte sich den Fragen eines TV-Journalisten. Immer wieder brach der 27-Jährige dabei in Tränen aus. Ein Ausschnitt des Gesprächs wurde wenig später auf YouTube veröffentlicht.

Unter anderem sagte David Luiz: "Ich wollte nur meinem Volk Freude bereiten, all den Menschen, die so viel leiden in unserem Land. Leider haben wir das nicht geschafft. Ich möchte mich bei allen entschuldigen. Bei allen Brasilianern." Die Deutschen seien einfach die bessere Mannschaft gewesen. "Es ist ein trauriger Tag - und ein Tag, an dem wir viel gelernt haben."  

 

17:05 Uhr: Bäckerei nach DFB-Sieg blamiert

Ein Tor, ein Gratis-Brötchen: Der 7:1-Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft gegen Brasilien hat einer Bäckerei im Rheinland einen Kundenansturm beschert. "Wir haben unsere Kapazität voll ausgereizt, aber mit einem 7:1 ist nicht zu kalkulieren", sagte der Geschäftsführer der Bäckerei-Filialkette Büsch, Michael Trosdorff. Die Bäckerei hat als Werbeaktion für die Dauer der WM für jedes deutsche Tor ihren Kunden am Folgetag ein Gratis-Brötchen versprochen. Trosdorff rechnete damit, dass die Brötchen im Laufe des Tages komplett ausverkauft werden.

"Für diesen Fall haben wir Gutscheine vorbereitet, die die Kunden in den nächsten Tagen einlösen können", sagte er. Wie viele Brötchen insgesamt verschenkt werden, konnte der Geschäftsführer nicht abschätzen. Die Bäckerei aus dem niederrheinischen Kamp-Lintfort betreibt im Rheinland nach eigenen Angaben rund 100 Filialen. Deutschland hatte am Dienstagabend im WM-Halbfinale in Belo Horizonte 7:1 gegen Brasilien gewonnen.

11:31 Uhr: Zwei Brasilianer sagen 1:7 richtig voraus

Niemand in Brasilien konnte die historische Niederlage der "Seleção" im Halbfinale voraussehen. Niemand? Nach brasilianischen Presseberichten haben mindestens zwei Wetter auf das 1:7 gegen Deutschland korrekt getippt. Wie die Zeitung "O Globo" in ihrer Online-Ausgabe berichtete, gewann der Student Elton Sato im südlichen Bundesstaat Pará dabei einen Fernseher. "Ich sah die Seleção mit Fred, Felipão, orientierungslos, und entschloss mich, hoch anzusetzen", berichtete er. Mit jedem Tor hätten seine Freunde gesehen, wie er näher an das Ergebnis rückte und mit dem Anschlusstreffer von Óscar kurz vor Schluss habe es dann geklappt.

In der Stadt Cascavel gab es ebenfalls einen erfolgreichen Tipper, wie das Online-Portal UOL.com berichtete. Aparecido Pereira da Silva beteiligte sich an einem Tippspiel in einer Bar und gewann 168 Reais (rund 50 Euro). Eine Arbeitskollegin habe ihm zuvor erzählt, dass sie von dem Ergebnis geträumt habe und ihn gebeten, in der Bar 5 Reais auf 7:1 für Deutschland zu setzen.

9:40 Uhr: Rekord-Quote für WM-Halbfinale

Der Finaleinzug der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Brasilien hat dem ZDF einen Quoten-Rekord beschert. 32,57 Millionen Menschen sahen das sensationelle 7:1 Deutschlands am Dienstagabend gegen Gastgeber Brasilien. Das entspricht nach Angaben des Senders einem Marktanteil von 87,8 Prozent. Den bisherigen Rekord hielt das WM-Halbfinale Deutschland gegen Spanien 2010 mit 31,1 Millionen Zuschauern.

Das durchwachsene Wetter dürfte die Quote in die Höhe getrieben und die heimischen Fans vor die TV-Bildschirme gelockt haben: In Teilen Deutschlands regnete es am Dienstag teilweise stark. Die Fanmeile in Berlin musste wenige Stunden vor dem Spiel sogar zeitweise geschlossen werden. Besucher beim Public Viewing werden beim Erheben der TV-Zahlen nicht mitgezählt.

9. Juli - 9:12 Uhr: 7:1-Gala meistdiskutierte Spiel in Twitter-Geschichte

Das Halbfinale der Fußball-WM zwischen Brasilien und Deutschland ist laut Twitter das meistkommentierte Sportereignis seit Bestehen des Kurznachrichtendienstes. Der offizielle Twitter-Account für Großbritannien schrieb, dass während der Partie 35,6 Millionen Tweets über die deutsche 7:1-Gala gegen den Gastgeber abgesetzt wurden. Die meistgenannten Spieler in den Kurznachrichten waren auf deutscher Seite Rekordtorschütze Miroslav Klose und Matchwinner Toni Kroos, auf brasilianischer Seite Torwart Julio Cesar.

20:26 Uhr: Arbeitet Tuchel bald für Löw?

Die Gerüchteküche um Bundestrainer Joachim Löw brodelt. Fest steht, dass sein Vertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) noch bis zur Europameisterschaft 2016 in Frankreich geht. Doch auch ein Abschied nach der WM in Brasilien scheint - je nachdem, wie die DFB-Elf abschneidet - möglich. Auf jeden Fall braucht Löw nach dem Turnier einen neuen Co-Trainer. Sein bisheriger Assistenztrainer Hansi Flick wird DFB-Sportdirektor. Der "Bild"-Zeitung zufolge soll der frühere Mainzer Coach Thomas Tuchel Flicks Nachfolger werden. Langfristig solle Tuchel gar als Löw-Nachfolge aufgebaut werden, so die Tageszeitung.

19:10 Uhr: Deutschland twittert sich heiß aufs Halbfinale

Wenige Stunden vor dem WM-Halbfinale gegen Brasilien haben die deutschen Fußballer und Fans sich bereits heiß getwittert. "Let's go Germany!! All together!!", schrieb André Schürrle auf seinem Twitter-Profil. Jerome Boateng und Toni Kroos beließen es bei einem knackigen "Matchday!". Der offizielle Account der Nationalmannschaft (@DFB_Team) erinnerte mit Fotos an vergangene deutsche Halbfinalerfolge von 1982, 1966 und 1954.

Auch Nicht-Fußball-Promis zeigten sich wieder im WM-Fieber. Filmstar Til Schweiger schickte per Videobotschaft ein Gruß-Küsschen an Bastian Schweinsteiger: "Lieber Basti, ich bin auf dem Weg nach Moskau, da gucke ich heute Abend das Halbfinale, wie ihr Brasilien hoffentlich wegballert. Ich bin überzeugt, dass ihr's schafft. Ich bin an eurer Seite. Und toi, toi, toi und alles Liebe und nen fetten Schmatz."

Schauspielerin Veronica Ferres postete ein Selfie mit Deutschland-Farben im Gesicht und schrieb: "Ihr schafft das... Lauf mich schon mal warm für Euch!"

 

Mit einem Jubel-Bild der deutschen Handball-Nationalmannschaft von den Olympischen Spielen 2004 machte Ex-Handball-Star Stefan Kretzschmar den Fußballern Mut: "Heute ist ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben. Auf gehts @DFB_Team. Ihr packt das."

In einem kleinen Video zeigte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier - stilecht im Nationaltrikot unter dem Jackett - der DFB-Elf, wie es laufen soll. Er versenkte am Kickertisch den Ball im Tor und meinte: "So soll's laufen Jungs. Auf nach Rio!"

 

Auch die Fans zeigen sich kreativ. So schrieb @DPuttenat unter ein Foto einer gefräßigen deutschen Flagge: "Hier bitte die Titelmusik vom Weißen Hai dazu denken"

 

Selbst in England fieberten einige mit der deutschen Elf. Der Premier-League-Club FC Arsenal motivierte seine drei deutschen Club-Spieler Mesut Özil, Per Mertesacker und Lukas Podolski mit den Worten: "One step from the #WorldCup final".

Geschminkte Besucherinnen der WM-Fanmeile in Berlin. (Foto: DPA)

17:55 Uhr: Douglas ruft gefährliche WM-Schminke zurück

Erneut ist in schwarz-rot-goldener Fanschminke gefährlicher Farbstoff gefunden worden. Nachdem Anfang des Monats bereits ähnliche Schminkstifte in einigen Kaufhäusern aus dem Handel genommen worden waren, zieht nun die Kosmetikfirma Douglas mit Sitz in Hagen ebenfalls WM-Schminke zurück.

Wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte, sollen Verbraucher das Produkt "Fanschminke" mit der Chargennummer C083CNFS in der nächstgelegenen Filiale zurückgeben. In der roten Farbe des Stiftes sei ein verbotener Farbstoff, sogenanntes Lackrot, gefunden worden. Nach Angaben des Umweltministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen ist der Stoff seit 1993 verboten und steht im Verdacht krebsauslösend zu sein.

Denselben Farbstoff hatte das Verbraucherschutzministerium in Baden-Württemberg bereits in ähnlichen, bundesweit verkauften Produkten bei anderen Ladenketten gefunden. Auch diese Schminke wurde aus dem Verkehr gezogen. Die Herstellernamen der Schminke oder die Chargennummern wurden aber nicht mitgeteilt.

Die brasilianische Sportzeitung "Lance" erscheint am Tag des Halbfinales zwischen Brasilien und Deutschland mit einer Neymar-Maske zum Ausschneiden auf dem Titelblatt. (Foto: Lancenet! / Twitter)

16:05 Uhr: "Heute sind wir alle Neymar"

Mach' mir den Neymar - mit einem Konterfei des Fußballers als Titelbild hat die brasilianische Sportzeitung "Lance" am Dienstag ihre Leser zur Unterstützung des verletzten Superstars aufgefordert. Die Fans werden gebeten, das Gesicht auszuschneiden, sich als Maske aufzusetzen und ein Foto davon über die Kurznachrichten-App WhatsApp an das Blatt zu schicken. Neben dem Gesicht prangt in großen Buchstaben Neymars Motto "ÈTÓIS" ("Wir sind es"), darunter der Satz "Heute sind wir alle Neymar". 

Neymar hatte sich beim Viertelfinale am vorigen Freitag bei einer Attacke des Kolumbianers Juan Zúñiga einen Lendenwirbel gebrochen. Er wird für den Rest der WM ausfallen, also konnte er auch im Halbfinale gegen Deutschland am Dienstagabend nicht dabei sein.

14:35 Uhr: "Brasilien ist uns fußballerisch unterlegen"

Pierre Littbarski, Fußball-Weltmeister von 1990, favorisiert Deutschland im WM-Halbfinale gegen Brasilien. "Die Brasilianer wissen, dass sie uns fußballerisch unterlegen sind. Sie werden jedoch in jede Aktion mit sehr viel Emotion reingehen", sagte Littbarski "Sky Sport News": "Ich finde es schade, dass Neymar und Thiago Silva nicht spielen werden, weil wir Brasilien auch in voller Stärke schlagen könnten."

Für Neymar ist die WM verletzungsbedingt vorzeitig beendet, Brasiliens Kapitän Thiago Silva fehlt gegen Deutschland gelbgesperrt. Außerdem merkte Littbarski in Richtung Mesut Özil an: "Wenn man die Weltmeisterschaft gewinnen will, muss man im Rhythmus bleiben. Man sollte Özil jetzt nicht rausnehmen. Er ist auch kein Spieler, der von der Bank kommt. Da sind Schürrle, Klose und Götze besser."

Vor dem Halbfinalspiel gegen Argentinien hat das Oranje-Fieber in den Niederlanden einen neuen Höhepunkt erreicht. (Foto: DPA)

13:16 Uhr: Niederlande im Oranje-Fieber

Vor dem Halbfinalspiel gegen Argentinien hat das Oranje-Fieber in den Niederlanden einen neuen Höhepunkt erreicht. Plätze und Grachten wurden am Dienstag mit orangefarbenen Fahnen und Mega-Fußbällen verziert und große Videoschirme aufgestellt.

Sexshops im Amsterdamer Rotlichtviertel legten orangefarbene Dildos und Kondome in die Schaufenster. Supermärkte melden Rekordumsätze. Niederländer deckten sich für die Fußballparty mit Oranje-Kuchen, -Pudding und -Chips ein.

Auch die Münzsammler sind vom Oranje-Fieber ergriffen. Eine WM-Sondermünze mit dem Bild des fliegenden Stürmers Robin van Persie nach seinem Kopfballtor gegen Spanien war bereits innerhalb von 24 Stunden ausverkauft.

Sogar die Tierwelt produzierte Schlagzeilen. In einem Naturgebiet im Nordosten der Provinz Groningen tauchte ein Seehund mit einem orange-farbenen Kopf auf. Seehunde mit abweichender Farbe gebe es zwar häufiger, sagte ein Sprecher des Auffangzentrums für verirrte Robben der Tageszeitung De Telegraaf. Dass das Tier aber ausgerechnet jetzt auftauche, sei ein merkwürdiger Zufall. Mitarbeiter des Zentrums tauften es passend "Robben".

10:44 Uhr: Kolumbien fürchtet um das Leben von Neymar-Treter Zuniga

Nach dem schweren Foul an Brasiliens Superstar Neymar fürchtet die kolumbianische Regierung jetzt um das Wohlergehen von Fußball-Nationalspieler Juan Zúñiga. Das Außenministerium bat die italienischen Behörden, die Sicherheit des beim SSC Neapel spielenden Verteidigers und seiner Familie zu garantieren. In einer in Bogotá verbreiteten Mitteilung verwies es auf die in den sozialen Netzwerken kursierende Drohungen gegen den Spieler. Sogar dessen Privatadresse sei auf Twitter veröffentlich worden.

Neymar hatte sich beim Viertelfinale am Freitag nach einer heftigen Knie-Attacke des Kolumbianers einen Lendenwirbel gebrochen. Die Disziplinarkommission des Weltverbandes FIFA wies einen Antrag des brasilianischen Verbandes auf eine Bestrafung Zúñigas zurück. Das kolumbianische Außenministerium erinnerte daran, dass Zúñiga sich entschuldigt habe. Die Fans in Brasilien sollten verstehen, dass "diese Art von Vorfällen" Teil des Fußballs seien, und "mit Ruhe und Toleranz" hingenommen werden müssten. 

8. Juli - 7:02 Uhr: "Suarez war hier"

In der Sekunde, in der Uruguays Topstürmer Luis Suarez Italiens Giorgio Chiellini im WM-Vorrundenspiel in den Nacken biss, konnte man das Ausmaß der Reaktionen eigentlich schon absehen. Foto-Collagen wurden erstellt und geteilt, Videos gedreht und hochgeladen, ein Pacman-Klon als Browser-Game sorgte zusätzlich für kurzweilige Ablenkung. Ja sogar respektable Unternehmen konnten sich sich nich gegen den Suarez-Hype wehren und hinterließen auf Twitter, Facebook und Co. suarizisierte Werbeposter oder gar Produkte.

Die Grenze der Geschmacklosigkeit konnte nicht überschritten werden. Es gab sie praktisch nicht. Aber wer nun glaubt, mit Memes, Flaschenöffnern oder Browser-Games waren die Möglichkeiten des suarez'schen Wahnsinns voll ausgeschöpft, der irrt.

Am Wochenende postete ein englischer Fan ein Foto seiner neuen Tätowierung. Dieser hatte doch tatsächlich Bissabdruckspuren auf seiner Haut verweigt. "Suarez war hier", steht darunter in schön geschriebener Schrift.

 

21:45 Uhr: Dieses Neymar-Video kostet Schwester den Job

In Brasilien ist eine Krankenschwester wegen eines heimlich gefilmten Videos des verletzten Superstars Neymar im Krankenhaus entlassen worden.

Das Handy-Video der Frau zeigt, wie Neymar im Hospital São Carlos in Fortaleza durch einen Gang zur Kernspintomographie-Untersuchung geschoben wird. Die Krankenschwester, deren Namen in brasilianischen Medien ausschließlich mit "Cinthia" angegeben wird, ist nicht die Einzige, die den am Lendenwirbel verletzten Kicker filmt: In dem Clip ist ein weiteres Smartphone zu sehen, das die Szene aufzeichnet.

Zum Verhängnis wurde ihr offensichtlich, dass sie sich zuletzt noch selbst filmte. Die Zeitung "O Jornal de Hoje" berichtet, die Klinik hätte es ihren Angestellten verboten, Bilder von Neymar zu schießen.

Besonders schlecht kam bei der Leitung des Krankenhauses aber das "Victory"-Zeichen der lächelnden Cinthia am Ende des Clips an. "Es ist noch nicht passiert, aber sie wird entlassen. Das ist ein Fakt", zitiert "O Jornal de Hoje" die Leiterin der Klinik, Marcia Real.

Das Neymar-Video von "Cinthia":

 

20:50 Uhr: "Hummels wird der beste Spieler der WM"

Der frühere Nationalmannschafts-Kapitän Michael Ballack hat Abwehrspieler Mats Hummels in den höchsten Tönen gelobt. Der Dortmunder habe "die Siegermentalität. Er hat die Entschlossenheit, die man braucht, um Titel zu gewinnen. Er ist ein Typ", schrieb Ballack in seiner "Express"-Kolumne.

Hummels übernehme "Verantwortung, er nimmt großen Einfluss auf unser Spiel. Und ich traue ihm sogar zu, dass er noch zwei große Partien machen wird. Dann gelingt ihm vielleicht sogar ein Kunststück, dass 2006 der Italiener Fabio Cannavaro schaffte. Hummels kann zum besten Spieler dieser WM gewählt werden", meinte Ballack.

Der frühere Leverkusener und Münchner glaubt vor dem Halbfinale am Dienstag in Belo Horizonte gegen Brasilien "fest an einen deutschen Sieg. Wir sind die beste Mannschaft. Die Effektivität ist da, taktisch sind wir variabel wie kein anderes Team. Und wir haben den weltbesten Keeper. Manuel Neuer ist unsere Lebensversicherung".

18:40 Uhr: Thiago Silva bleibt gesperrt

Deutschlands WM-Halbfinalgegner Brasilien muss am Dienstag ohne seinen Kapitän Thiago Silva auskommen. Der Einspruch des brasilianischen Fußballverbandes gegen die Gelb-Sperre des Verteidigers wurde von der Disziplinarkommission der FIFA am Montag nicht zugelassen.

Thiago Silva hatte im Viertelfinale gegen Kolumbien seine zweite Verwarnung im Turnier erhalten. Dagegen hatte die CBF Einspruch einlegen wollen - unter Berufung auf Artikel 77 im FIFA-Reglement, der eine Annullierung von Gelben Karten bei besonderen Vorfällen erlaubt. Nach Ansicht der FIFA-Richter lag ein solcher nicht vor, weshalb der Einspruch zurückgewiesen wurde.

17:50 Uhr: "Das ist wie Krieg"

Jean-Marie Pfaff hat den niederländischen Torwart Tim Krul für sein Verhalten im Elfmeterschießen des WM-Viertelfinales gegen Costa Rica (4:3) heftig kritisiert. "Es war klasse, ohne Frage, dass er zwei Bälle gehalten hat. Doch sein Verhalten hat mich wütend gemacht. Es war skandalös", rügte der frühere Torhüter der belgischen Nationalelf und des FC Bayern München in einem Interview der Tageszeitung "Die Welt".

Pfaff monierte, dass der von Bondscoach Louis van Gaal eingewechselte Krul mehrmals auf die Schützen eingeredet habe. "Das ist wie Krieg, was der Torwart dort getan hat", erklärte er. Es könne nicht sein, dass der Torhüter zum Schützen gehe, ihn blöd anmache, mit Gesten provoziere, beschimpfe und am Trikot zupfe. "Das hat doch nichts mit sportlicher Fairness, mit Respekt vor dem Gegner zu tun. Was sollen denn die Kinder denken, wenn sie so etwas sehen", sagte der mittlerweile 60-Jährige.

Einer Pinguine im Spreewelten-Bad stupst den Ball mit der deutschen Fahne an. (Foto: DPA)

15:10 Uhr: Pinguin-Orakel setzt auf Deutschland

Das Pinguin-WM-Orakel aus dem Spreewald hat gute Neuigkeiten für die deutsche Nationalelf: Das Team von Joachim Löw gewinnt demnach im Halbfinale gegen Brasilien. Die Pinguine stupsten am Montag mit dem Schnabel mehrheitlich einen Schwarz-Rot-Gold beklebten Ball an, wie das Spreewelten-Bad in Lübbenau mitteilte. Die Entscheidung sei allerdings knapp ausgefallen. Das WM-Orakel funktioniert so: Zwei mit den jeweiligen Flaggenfarben beklebte Bälle werden vor die Pinguine gelegt. Der Ball, den die Tiere am häufigsten anstupsen, steht für den Sieg der jeweiligen Mannschaft.

Falsch lag das Orakel bislang nur einmal - beim Vorrundenspiel Deutschland gegen Ghana. Die Tiere hatten einen Sieg für Deutschland vorausgesagt, die Mannschaften trennten sich aber unentschieden. In dem Schwimmbad kann man mit Pinguinen schwimmen - zumindest indirekt. Sie sind durch eine Glasscheibe von den Badenden getrennt.

13:20 Uhr: Ex-Weltmeister Ronaldo schwärmt von deutscher Elf

Brasiliens Ex-Weltmeister Ronaldo schwärmt vom deutschen Fußball. Allerdings hätte er es bei der WM lieber gesehen, dass sich beide Mannschaften nicht schon im Halbfinale am Dienstag (22.00 Uhr deutscher Zeit), sondern erst im Endspiel am Sonntag in Rio de Janeiro gegenüberstehen würden. "Das wäre ein Traum gewesen", sagte der 37-Jährige in einem Interview mit "Sport Bild Plus".

Der einstige Torjäger begründete seine hohe Meinung vom deutschen Fußball. "Die deutsche Nationalmannschaft - aber auch die Bundesliga - haben sich stark verbessert. Ständig kommen neue, gute Spieler nach. Das liegt an der tollen Ausbildung in Deutschland", sagte Ronaldo.

Das deutsche Team spiele seit einiger Zeit schönen Fußball, sei zielstrebig, mit einer guten Mischung aus erfahrenen und jungen Spielern. Darum stehe Deutschland im Halbfinale und gehöre immer wieder zu den Titel-Favoriten.

Am meisten gefalle ihm Thomas Müller, so Ronaldo, Weltmeister von 2002. "Er hat eine große Qualität. Und ich habe immer noch großen Respekt vor Miro Klose. Seine Gier, die ist unglaublich. Dazu seine Fitness. Darum ist es realistisch, dass er den WM-Torrekord wieder nach Deutschland holt."

10:48 Uhr: Oranje-Torwart Krul erklärt seine Psycho-Tricks

Dem niederländischen Fußball-Nationaltorwart und Elfmeter-Held Tim Krul droht eine Untersuchung der Disziplinar-Kommission des Weltverbandes FIFA. Wie FIFA-Sprecherin Delia Fischer erklärte, werde der offizielle Spielbericht abgewartet. Aber Fair Play sei der FIFA sehr wichtig, sagte sie.

Krul selbst ist sich allerdings keiner Schuld bewusst. "Ich habe nichts falsch gemacht, war nicht aggressiv. Ich habe ihnen nur gesagt, dass ich weiß, wohin ihr Schuss geht. Ich wollt nur in ihre Köpfe kommen, das hat funktioniert", sagte der 26-Jährige bei einer Pressekonferenz des niederländischen Verbands KNVB.

Der Keeper von Newcastle United, der von Bondscoach Louis van Gaal erst zum Elfmeterschießen gegen eingewechselt wurde, hatte die Schützen der Mittelamerikaner vor der Ausführung der Elfer angesprochen und zu verunsichern versucht. 

9:03 Uhr: Skandal um lasche Pfeifen

Ganz ehrlich: Welcher Eindruck bleibt nach den bislang gespielten WM-Partien hängen? Brutalo-Fouls werden nicht geahndet, Verletzungs-Simulanten werden nicht bestraft und auch Schwalbenkönige wurden noch nicht ein einziges Mal verwarnt.

Dieser Eindruck täuscht nicht. Denn wie die "Bild" berichtet, erhielten die Schiedsrichter vor der WM sogar die Anweisung, so wenig wie möglich Gelbe Karten zu zeigen. Schuld daran sei dem Bericht nach der Schweizer Schiedsrichter-Obmann Massimo Busacca, der den 25 Unparteiischen mit einer "geheimen FIFA-Anordnung" auftrug, Foulspiele und Unsportlichkeiten "mit der eigenen Persönlichkeit" zu ahnden anstatt den Spielern eine Karte zu zeigen.

7. Juli - 6:22 Uhr: FIFA schmeißt Oranje aus dem Hotel

Die niederländische Fußball-Nationalmannschaft muss umziehen. Bisher war der Halbfinalist um Superstar Arjen Robben im Caesar Park Ipanema direkt am Strand von Rio de Janeiro untergebracht, in den nächsten Tagen ziehen dort allerdings Sponsoren und Funktionäre des Weltverbandes FIFA ein. Sollte das Oranje-Team das Halbfinale gegen Argentinien in Sao Paulo am Mittwoch (22.00 Uhr MESZ) gewinnen und für das Finale nach Rio zurückkehren, braucht es eine neue Bleibe.

"Das kann nicht im Interesse des Fußballs sein", sagte der niederländische Verbandsdirektor Bert van Oostveen: "Wir mussten dem zustimmen. Hätten wir über die FIFA ein Hotel bis Turnierende durchgebucht, wären wir meines Wissens auf 900 Metern Höhe gewesen."

23:07 Uhr: Mexikaner pfeift das Halbfinalspiel der Deutschen

Der mexikanische Schiedsrichter Marco Rodriguez pfeift das WM-Halbfinale der deutschen Nationalmannschaft am Dienstag um 22.00 Uhr MESZ in Belo Horizonte gegen Gastgeber Brasilien. Das gab der Weltverband FIFA bekannt.

Für den 40-Jährigen ist es der dritte Einsatz bei diesem Turnier. Er leitete bereits die Gruppenspiele zwischen Belgien gegen Algerien (2:1) und Italien gegen Uruguay (0:1). In letzterem übersah er den Biss des Uruguayers Luis Suarez in die Schulter von Gegenspieler Giorgio Chiellini. Suarez wurde nachträglich für neun Spiele und vier Monate gesperrt.

Der Unparteiische für das zweite Halbfinale Niederlande gegen Argentinien am Mittwoch (22.00 Uhr MESZ) in Sao Paulo ist noch nicht angesetzt.

22:12 Uhr: Deutsche Elf läuft mehr als alle anderen  

Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der WM-Endrunde in Brasilien aktuell offenbar das Team mit der besten Fitness. Die DFB-Auswahl legte in ihren bisherigen fünf Spielen durchschnittlich 115,3 Kilometer zurück und hat damit den besten Wert der vier Halbfinalisten. Halbfinal-Gegner Brasilien, der die deutsche Mannschaft am Dienstag in Belo Horizonte herausfordert, kann läuferisch nicht mit der DFB-Elf mithalten. Der WM-Gastgeber schaffte im Durchschnitt nur 106,8 Kilometer. Das ergab die Analyse von Castrol EDGE, dem offizieller Statistik-Partner der FIFA. Vor Brasilien liegen die beiden weiteren Halbfinalisten Argentinien (114,8) und die Niederlande (109,6).

18:35 Uhr: Keiner wurde mehr gefoult als Alexis Sanchez  

Nicht Brasiliens Fußball-Superstar Neymar oder der viermalige Weltfußballer Lionel Messi aus Argentinien, sondern der Chilene Alexis Sanchez ist nach wie vor der am häufigsten gefoulte Spieler bei der WM in Brasilien. Laut einer Statistik von Deltratre wurde der Angreifer vom FC Barcelona 24 Mal von den Beinen geholt, ehe er mit seinem Team im Achtelfinale gegen Brasilien im Elfmeterschießen ausschied.

Dahinter folgt der niederländische Angreifer Arjen Robben von Bayern München, der 22 Mal gefoult wurde. Rang drei belegt Joel Campbell aus Costa Rica mit 20 an ihm begangenen Fouls. Erst dann folgt Neymar (19), der aufgrund eines Bruches des Querfortsatzes am dritten Lendenwirbel im Turnierverlauf nicht mehr spielen kann. Er teilt sich den vierten Rang mit dem Griechen Giorgos Samaras.

17:45 Uhr: Brasilien legt Einspruch gegen Sperre für Thiago Silva ein 

WM-Gastgeber Brasilien will auf juristischem Weg ein Mitwirken von Kapitän Thiago Silva im Halbfinale gegen Deutschland erwirken. Der Verband legte bei der FIFA Einspruch gegen die Gelbe Karte des Verteidiger im Viertelfinale gegen Kolumbien ein. Das bestätigte der Fußball-Weltverband am Sonntag in Rio de Janeiro. Thiago Silva hatte für eine Behinderung von Kolumbiens Torwart David Ospina seine zweite Verwarnung im Turnier bekommen und muss deshalb am Dienstag in Belo Horizonte zuschauen.
 Die Streichung einer Gelben Karte ist nur möglich, wenn die betroffenen Mannschaften nicht die gleiche Anzahl an Spielen im Turnier bestritten haben "oder aus anderen aussergewöhnlichen Gründen", heißt es im Artikel 37 der FIFA-Statuten. Die Entscheidung trifft die FIFA-Disziplinarkommission.

1962 hatte der brasilianische Verband einen Platzverweis für Garrincha im Halbfinale durch den Einfluss seines Präsidenten und späteren FIFA-Chefs Joao Havelange erfolgreich angefochten und ein Mitwirken des Stürmers im Finale gegen die Tschechoslowakei (3:1) erwirkt. Ein Erfolg des Einspruchs gegen die Silva-Sperre scheint diesmal ausgeschlossen.

17:35 Uhr: Schweinsteiger will auch 2018 noch dabei sein  

Für Fußball-Nationalspieler Bastian Schweinsteiger ist eine Fortsetzung seiner internationalen Karriere bis zur nächsten Weltmeisterschaft 2018 in Russland durchaus möglich. "Ich bin 29 und in einem guten Alter. Ich kann mir sicherlich noch eine WM vorstellen, wenn alles so funktioniert, wie es sein sollte", sagte der deutsche Mittelfeldchef am Sonntag in Santo Andre.

Schweinsteiger bestreitet am Dienstag (22.00 Uhr MESZ) im WM-Halbfinale in Belo Horizonte gegen Brasilien sein 107. Länderspiel (23 Tore). Für den Profi von Bayern München ist die WM in Brasilien bereits sein sechstes Turnier in der DFB-Auswahl. Bei der EURO 2004 in Portugal war Schweinsteiger das erste Mal dabei gewesen.

16:55 Uhr: Deutsches Team ohne Sorgen gegen Brasilien: "Alle fit"

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geht ohne Personalprobleme in das WM-Halbfinale gegen Gastgeber Brasilien. Bis auf den verletzten Shkodran Mustafi stehen alle Profis für die Partie am Dienstag (22.00 Uhr) in Belo Horizonte zur Verfügung. "Wir sind in einer wunderbaren Situation. Alle 22 verfügbaren Spieler sind gesund. Wir freuen uns alle auf das Highlight", sagte Hansi Flick am Sonntag im Mannschaftquartier Campo Bahia. Dass beim Gegner wichtige Stammkräfte wie Neymar und Thiago Silva fehlen, sieht der Assistenz-Trainer nicht als Vorteil an: "Wir erwarten trotz dieser Ausfälle, dass die Brasilianer das kompensieren und über sich hinauswachsen werden."

Ähnlich wie bei Flick sehnt auch Bastian Schweinsteiger das Duell mit dem Rekordweltmeister herbei: "Natürlich hat die Partie einen hohen Stellenwert. Es ist eine große Ehre und Herausforderung. Aber es wäre schöner gewesen, erst im Finale gegen Brasilien zu spielen." Der Mittelfeldspieler des FC Bayern ist zuversichtlich, dass das Halbfinale diesmal nicht Endstation ist: "Die Mannschaft ist noch einen Schritt weiter als 2010."

16:40 Uhr: Matthäus: Deutschland muss vor Brasilien keine Angst haben

Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus erwartet ein "offenes Spiel" im Halbfinale der Fußball-WM zwischen Deutschland und Gastgeber Brasilien - mit Vorteilen für die DFB-Auswahl. "Bisher zeichnet Brasilien nur die erste Halbzeit des Kolumbien-Spiels aus. Sonst habe ich nicht viel gesehen - außer vielleicht der Euphorie hier im Land", sagte der 53-Jährige dem TV-Sender Sky Sport News HD: "Ansonsten müssen wir vor dieser Mannschaft keine Angst haben."

Er tippe auf einen knappen Erfolg am Dienstag (22.00 Uhr/ZDF) für das Team von Bundestrainer Joachim Löw. "Ich bin Patriot, deshalb glaube ich an einen knappen Sieg für Deutschland. Allerdings erst in der Verlängerung", sagte Matthäus. Dass Brasilien dabei ohne den verletzten Superstar Neymar (Lendenwirbelbruch) auskommen muss, sei gut für Deutschland, aber schlecht für den Fußball: "Er ist einer, der herausragt."

Die veränderte Spielweise der deutschen Mannschaft könne er grundsätzlich nachvollziehen, so Matthäus: "Wir können schön spielen, das haben wir in der Vergangenheit gezeigt. Aber Joachim Löw möchte jetzt den Erfolg, deshalb greift er zu anderen Mitteln. Bisher gibt ihm der Erfolg recht."

16:15 Uhr: Druck lastet auf brasilianischer Mannschaft  

Der ehemalige Bundesliga-Torschützenkönig Giovane Elber sieht nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Superstar Neymar nun die brasilianische Nationalmannschaft im WM-Halbfinale gegen Deutschland in der Verantwortung. "Die Mannschaft hat den Druck mit oder ohne Neymar. Es wird sogar viel schwieriger. Denn mit Neymar wusste man, er kann ein Spiel mit einer genialen Aktion entscheiden. Und nun haben wir keinen mehr. Jetzt ist die Mannschaft gefragt, jetzt liegt der Druck bei allen", sagte Elber im Interview mit der Münchner TZ (Montagausgabe).

Elber forderte vor der Begegnung am Dienstag (22.00 Uhr MESZ) in Belo Horizonte, dass nun "ein anderer das Heft in die Hand nehmen" müsse: "Ich gehe davon aus, dass der Trainer Willian vertrauen wird, wenn der fit ist. Der Junge hat eine tolle Saison bei Chelsea gespielt, er dürfte reinkommen."

Die Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw darf laut Elber den Brasilianern trotz des Ausfalls von Neymar nicht zu viele Räume bieten. "Ich glaube, Chile hat ganz gut vorgemacht, wie man gegen Brasilien spielt. Als sie zunächst versucht hatten mitzuspielen, sind plötzlich Freiräume dagewesen für die Brasilianer. Die darf man ihnen natürlich nicht lassen. Als sie sich dann dichter aufgestellt hatten und sie vor diesem Riegel attackiert hatten, mussten die Brasilianer es mit langen Bällen versuchen. Und da hat Deutschland mit Hummels, Boateng oder auch Mertesacker unglaubliche Vorteile", sagte Elber.

Homer Simpson pfeift das Finale Brasilien-Deutschland, und ein nicht gegebenes Foul entscheidet die WM für die Deutschen. (Foto: DPA)

14:30 Uhr: Simpsons als Hellseher? Nicht geahndetes Foul entscheidet WM 

Homer Simpson pfeift das Finale Brasilien-Deutschland, und ein nicht gegebenes Foul entscheidet die WM für die Deutschen. Der Gefoulte ist Brasiliens Schwalbenkönig "El Divo", angelehnt an Neymar - und Homer soll für die Mafia das Spiel beeinflussen. Auch wenn die Fakten nicht ganz stimmen: Diese vor der WM gezeigte Folge der "Simpsons" hat mit Blick auf die Verletzung etwas Prophetisches.

 

13:36 Uhr:  Brasiliens Präsidentin Rousseff schreibt bewegenden Brief an Neymar  

Die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Rousseff hat dem verletzen Fußballstar Neymar in einem offenen Brief in bewegenden Worten ihre Anteilnahme ausgedrückt: "Es brach mein Herz und das Herz jedes Brasilianers, als wir den Schmerz in Deinem Gesicht auf dem Fußballfeld mit ansehen mussten."

Die 66-Jährige fuhr fort: "Aber wir sahen dort auch die unglaubliche Stärke eines großen Kriegers, der sich, auch wenn er verwundet ist, nie aufgeben wird."

Sie wisse, dass der 22-Jährige vom FC Barcelona "niemals aufgeben" werde. Rousseff zeigte sich überzeugt, dass Neymar nach seinem Comeback "unsere Seelen mit Freude und unsere Geschichte mit Triumph erfüllen" werde.

Neymar hatte am Freitag im WM-Viertelfinalspiel gegen Kolumbien (2:1) bei einem Foul von Camilo Zuniga einen Lendenwirbelbruch erlitten. Die Nummer zehn der Selecao kann damit bei dieser Weltmeisterschaft nicht mehr eingesetzt werden.

12:16 Uhr: Maradona: Deutschland und Brasilien sind gleich auf

Diego Maradona sieht vor dem WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Brasilien keinen klaren Favoriten. Die beiden Mannschaften seien "sehr gleich", sagte das argentinische Fußball-Idol in seiner Sendung "De Zurda" des venezolanischen Senders Telesur. Trotz der Verletzung von Neymar und der Sperre von Kapitän Thiago Silva könne Gastgeber Brasilien seiner Ansicht nach Deutschland die Stirn bieten, meinte Maradona. "Es gibt keinen Favoriten", lautete sein Urteil für das Halbfinale am Dienstag in Belo Horizonte.

Im zweiten Halbfinalspiel zwischen Argentinien und den Niederlanden am Mittwoch sei jedoch Argentinien "das Team, das es zu schlagen gilt", fügte er hinzu. Die "Albiceleste" um Lionel Messi habe sich im Vergleich zu den vorhergehenden Spielen gesteigert. "Ich tendiere zu Argentinien", sagte der Weltmeister von 1986. Die Verletzung von Ángel di María sei allerdings bitter. "Das schmerzt mich." 

6. Juli - 08:06 Uhr: Joachim Löw verschiebt Reisetag

Joachim Löw hat den Anreisetag der Fußball-Nationalmannschaft in den WM-Halbfinal-Spielort Belo Horizonte auf Montag verschoben. Der Bundestrainer will noch einen zusätzlichen Vorbereitungstag im Stammquartier Campo Bahia nutzen. «Wichtig wird sein zu sehen, wie die Spieler jetzt dieses Frankreich-Spiel verkraften», erklärte ein hochmotivierter Löw. Regeneration steht im Vordergrund. Bisher war der DFB-Tross immer schon zwei Tage vorher angereist.

"Jetzt heißt es einfach, die Kräfte zu bündeln, das Viertelfinale aus den Knochen zu schütteln und uns gut zu regenerieren", sagte Löw. Erst danach könne er personelle Entscheidungen für das Halbfinale treffen. 

21:40 Uhr: Verletzter Neymar glaubt noch immer an den WM-Sieg

Der verletzte brasilianische Superstar Neymar traut seinen Mitspielern auch ohne seine Tore den WM-Titel zu. "Mein Traum als Spieler ist ein WM-Finale, aber der Traum vom WM-Titel ist noch nicht vorbei", wurde der 22-Jährige am Samstag auf der Internetseite des brasilianischen Fußball-Verbandes zitiert. "Es fehlen noch zwei Spiele, und ich bin sicher, dass meine Teamkollegen alles tun werden, um diesen Pokal zu heben", erklärte Neymar.

Am Samstagnachmittag (Ortszeit) hatte der Offensivspieler des FC Barcelona das WM-Trainingslager der Seleção in Teresópolis in einem Hubschrauber verlassen und soll sich nun im Kreis seiner Familie erholen. Neymar hatte sich beim 2:1-Viertelfinalsieg gegen Kolumbien einen Wirbelbruch zugezogen und fällt daher für das Halbfinale gegen Deutschland und den Rest des Turniers aus.

20:20 Uhr: Zúñiga bedauert Verletzung von Neymar

Kolumbiens Fußball-Nationalspieler Juan Camilo Zúñiga hat dem verletzten Brasilianer Neymar sein «tiefes Bedauern» über dessen WM-Aus übermittelt. "Ich bin bekümmert über diese Situation, die sich aus einer normalen Aktion im Spiel ergeben hat", schrieb der Verteidiger am Samstag bei Instagram. Es sei im WM-Viertelfinale (1:2) am Freitag in Fortaleza von seiner Seite "keine böse Absicht, Bosheit oder Unüberlegtheit" gewesen.

"Ich bewundere, respektiere dich und erachte dich als einen der besten Spieler der Welt." Er wünschte Neymar eine schnelle Rückkehr auf den Platz.

Zúñiga hatte den 22-Jährigen in der 86. Minute in einem Zweikampf mit dem Knie am Rücken getroffen, der Superstar zog sich dabei einen Wirbelbruch zu und fällt für den Rest des Weltturniers aus. Seinem Gegenspieler droht möglicherweise ein Nachspiel, sollte sich die Disziplinarkommission des Weltverbands FIFA zur Einleitung eines Verfahrens entschließen.

17:30 Uhr: Matthäus für Verbleib von Klose in Startelf gegen Brasilien

Lothar Matthäus hat sich für einen Verbleib von Miroslav Klose in der Startelf im WM-Halbfinale am Dienstag gegen Brasilien ausgesprochen. «Er hat gegen Frankreich kein großes Spiel gemacht. Aber der Gegner hat großen Respekt vor einem Spieler, der so erfolgreich war. Das ist für die Psyche eine schwere Aufgabe für den Gegner», sagte der deutsche Fußball-Rekordnationalspieler am Samstag in Rio de Janeiro.

Klose war im Viertelfinale gegen Frankreich erstmals bei dieser WM in der deutschen Startformation zum Einsatz gekommen. Klose hat bislang 22 WM-Spiele für Deutschland bestritten. Nur Matthäus hat mit 25 Partien häufiger für die DFB-Auswahl bei einer WM gespielt. Nach seiner Einwechslung im Gruppenspiel gegen Ghana hatte Klose seinen 15. WM-Treffer erzielt und damit die Bestmarke des Brasilianers Ronaldo eingestellt.

Von der Nationalmannschaft erwartet Matthäus nochmals eine Leistungssteigerung. «Ich glaube, dass unsere Mannschaft noch besser spielen kann, weil ich die Mannschaft noch besser sehen möchte. Die Mannschaft hat ein gutes Gesicht gezeigt, aber ihr wahres Gesicht muss sie zeigen gegen Brasilien», sagte Matthäus, der bei der WM für den brasilianischen Sender SporTV als Experte arbeitet.

16:50 Uhr: Urs Meier gibt FIFA Mitschuld an Neymar-Verletzung

Der frühere Top-Schiedsrichter Urs Meier hat dem Fußball-Weltverband (FIFA) eine Mitschuld an der schweren Verletzung von Brasiliens Stürmerstar Neymar im WM-Viertelfinale gegen Kolumbien vorgeworfen. "Das hat die FIFA mitzuverantworten", schrieb der Schweizer in einem Gastbeitrag für Focus Online. "Der Fußball bei dieser WM ist viel zu physisch und körperbetont, die Messlatte für Gelbe Karten viel zu hoch angesetzt worden. Es wird getreten, gehalten, gezerrt und gemeckert - die Grenzen werden auf jedem Gebiet überschritten. Die Referees lassen viel zu viel laufen und greifen kaum in die Brusttasche", schimpfte Meier. In der Viertelfinalpartie zwischen dem WM-Gastgeber Brasilien und Kolumbien (2:1) am Freitagabend gab es mit 54 Fouls so viele wie zuvor nicht bei dieser WM - aber nur vier Gelbe Karten. "Das passt zum Stil bei dieser WM. Man toleriert wahnsinnig viel. Da braucht sich niemand wundern, dass es Verletzte gibt. Das wird in Kauf genommen", kritisierte Meier. Das brutale Foul an Neymar, das die WM-Aus für Brasiliens Superstar beendete, wurde sogar gar nicht geahndet.

Meier hält der FIFA vor, die Spieler zu gefährden, um spektakuläre und kampfbetonte Spiele bieten zu können. "Der Ball wird zur Nebensache. Die WM verkommt zu einem Treter-Festival", stellte er fest. Besonders betroffen seien Techniker wie Neymar oder auch Mesut Özil. Sie würden darunter leiden, "dass sie ständig auf die Socken kriegen. Sie können sich gar nicht richtig entfalten, weil sie bei jeder Gelegenheit umgetreten werden."

Voodoo-Priester wollen durch ihren Zauber die brasilianische Mannschaft stärken und die Deutschen lähmen. (Foto: AFP)

15:45 Uhr: Brasilianischer Voodoo-Priester will deutsches Team lähmen 

Wenn das deutsche Team am Dienstag in Belo Horizonte gegen WM-Gastgeber Brasilien im Halbfinale antritt, dann drohen Bastian Schweinsteiger und Co. schwere Beine zu haben. Denn Voodoo-Priester Helio Sillman aus Rio de Janeiro will die Gegner der Seleção mit einem Fluch belegen. "Ich nehme die Führungsspieler und binde ihre Beine zusammen, damit sie auf dem Rasen nicht laufen können", berichtet Sillman vor seinem Laden in Madureira, der mit zahlreichen Utensilien afro-brasilianischer Volksreligionen vollgestopft ist.

Vor dem Achtelfinale gegen Kolumbien hatte sich Sillman deren Toptorschützen James Rodríguez und dessen Mitspieler Juan Cuadrado herausgepickt. Er machte zwei Vodoo-Puppen und zog ihnen ihr gelbes Nationaltrikot an, dann band er ihre Beine zusammen. Bei der Nationalhymne zündete er zwei Kerzen an, um den Fluch zu verstärken. "Das muss für das ganze Spiel ausreichen", sagte Sillman.

Es reichte, Brasilien konnte sich am Freitag mit 2:1 durchsetzen. Von der Wirksamkeit seiner Magie zeugen auch die Puppen von Spielern aus Kroatien, Mexiko, Kamerun und Chile, die er in einer Keramikschüssel aufbewahrt. "Das sind die vier Mannschaften, die Brasilien ausgeschaltet hat", sagt Sillman, und schlägt dabei auf die Puppen ein und drückt ihre Gesichter auf den Teller, um sie zu ersticken. "So stelle ich die gegnerischen Teams vor den Spielen kalt", sagt Sillman. 

Juan Zúñiga foult Neymar. (Foto: RTR)

15:04 Uhr: Shitstorm gegen Zúñiga 

Kolumbiens Verteidiger Juan Zúñiga schlägt nach seinem heftigen Foul an Brasiliens Topstar Neymar im Internet heftige Wut aus dem Gastgeberland entgegen. "Ganz egal, welches Team du unterstützt - du hasst diesen Typen, weil er Neymars Weltmeisterschaft beendet hat", stand unter einem Bild Zúñigas, das sich über Twitter verbreitete.

Der 28-Jährige war Neymar im Viertelfinale am Freitag mit dem Knie in den Rücken gesprungen, so dass der brasilianische Stürmer mit einem Wirbelbruch ausgewechselt werden musste. Die WM ist für Neymar damit zu Ende. Unzählige Nutzer - zum großen Teil aus Brasilien - machten ihrer Wut auf den Kolumbianer unter dem Twitter-Hashtag #Zuniga und auch auf Zúñigas Facebook-Seite mit teils heftigen Verwünschungen oder gar Morddrohungen Luft. Manche sprachen von einem "Attentat auf Neymar".

Joachim Löw muss keine Gelb-Sperre eines deutschen Fußball-Nationalspielers im angestrebten WM-Finale befürchten. (Foto: DPA)

13:05 Uhr: Gelbe Karten gestrichen

Joachim Löw muss keine Gelb-Sperre eines deutschen Fußball-Nationalspielers im angestrebten WM-Finale befürchten. Die einzelnen Verwarnungen von Kapitän Philipp Lahm, Abwehrspieler Benedikt Höwedes sowie den Mittelfeldspielern Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira, die beim 1:0-Sieg gegen Frankreich Gelb gesehen hatten, werden nach dem Viertelfinale gestrichen. Damit können alle deutschen WM-Spieler unbelastet in das Halbfinale am Dienstag in Belo Horizonte gegen Rekordweltmeister Brasilien gehen.

Der Gastgeber muss gegen die deutsche Mannschaft dagegen auf seinen gesperrten Kapitän Thiago Silva verzichten, der beim 2:1-Sieg gegen Kolumbien seine zweite Gelbe Karte im Turnierverlauf sah.

Nicht überall blieb es nach dem Sieg der deutschen Elf gegen Frankreich ruhig. (Foto: DPA)

11:43 Uhr: Massenschlägerei und Randale

Nach einer WM-Party ist es in der Nacht zum Samstag in Geesthacht bei Hamburg zu einer Massenschlägerei gekommen. Dabei wurden mehrere Beteiligte und zwei Polizeibeamte verletzt, wie ein Polizeisprecher sagte. Nach zahlreichen Notrufen waren mehrere Dutzend Einsatzkräfte angerückt, um die "aggressive Lage" unter etwa 50 Anwesenden an einer Tankstelle zu beruhigen. Die zunächst friedlichen Feierlichkeiten nach Abpfiff des WM-Spiels der deutschen Nationalmannschaft seien höchstwahrscheinlich aufgrund von Alkoholkonsum eskaliert, hieß es. Die Lage beruhigte sich in den frühen Morgenstunden.

In Oberhausen hat eine Horde betrunkener Fußballfans den Sieg der deutschen Nationalmannschaft mit Randale gefeiert. Etwa 70 Leute blockierten nach dem Spiel den Verkehr, wie die berichtete. Unter den Augen von 400 Schaulustigen schlugen und traten sie gegen einen Bus und versuchten das Fahrzeug aufzuschaukeln. Polizeibeamte wurden mit Flaschen, Böllern und Bengalos beworfen. Erst als Verstärkung kam, löste sich die Menge auf.

10:35 Uhr: Scholl kritisiert Schiri wegen Neymar

ARD-Fußballexperte Mehmet Scholl hat das Foul an Brasiliens Superstar und Hoffnungsträger Neymar heftig kritisiert. "Ich bin richtig sauer und enttäuscht", sagte er nach dem Spiel. "Wenn wir zulassen, dass die Kleinen vernichtet werden, ist es nicht mehr meine Sportart. Dann haben wir ein Problem!" Und weiter: "Wenn die Schiris nicht mehr in der Lage sind, brutale Fouls zu stoppen, dann wird ein Neymar vom Feld getragen."

Scholl ist der Meinung, dass besonders die kleinen und technisch starken Spieler während des WM-Turniers zu hart angegangen würden und die Schiedsrichter zu viel durchgehen ließen. Um etwa Deutschlands Mesut Özil besser zu schützen, sollte Löw sogar überlegen, ihn erst auf die Bank zu setzen.

09:25 Uhr: Kolumbiens Präsident: "habt Geschichte geschrieben"

Staatschef Juan Manuel Santos hat die kolumbianische Fußball-Nationalmannschaft nach dem Viertelfinalaus für das beste Abschneiden bei einer Weltmeisterschaft beglückwünscht. "Wir Kolumbianer sind alle stolz auf unsere Nationalelf. Ihr habt Geschichte geschrieben, Dank für so viele Freude!", schrieb der Präsident am Freitagabend nach dem 1:2 gegen Gastgeber Brasilien via Twitter.

Santos hatte das Spiel in Fortaleza im roten Nationaltrikot auf der Ehrentribüne neben Weltverbandspräsident Joseph Blatter verfolgt.

Neymar wurde nicht genug geschützt, meint Mehmet Scholl. (Foto: DPA)

5. Juli - 07:54 Uhr: FIFA untersucht Foul an Neymar

Die brasilianische Zeitung "O Estadão" berichtet, dass die FIFA das Foul an Neymar untersuchen werde. Eine Sprecherin der FIFA sagte der Zeitung, dass die Disziplinarkommission die Bilder prüfen und dann entscheiden werde. Der brasilianische Fußballverband arbeite zudem bereits an einer Klage.

Kolumbiens Juan Zúñiga war Neymar kurz vor Ende des Spiels von hinten mit dem Knie in den Rücken gesprungen und vom Schiedsrichter nicht bestraft worden. Neymar brach sich einen Lendenwirbel. 

22:17 Uhr: Deutschland in der neuen Weltrangliste auf Platz eins

Nach dem Einzug ins WM-Halbfinale wird die deutsche Fußball-Nationalmannschaft nach Angaben von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach in der neuen FIFA-Weltrangliste auf Platz eins vorrücken. Dies gab der Boss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) direkt nach dem 1:0-Sieg im Viertelfinale gegen Frankreich bekannt und verwies dabei auf die "Beständigkeit" des Teams von Trainer Joachim Löw. Die Mannschaft habe von den letzten 31 Spielen 28 gewonnen, zweimal unentschieden gespielt und nur eine Partie - das EM-Halbfinale 2012 gegen Italien - verloren.

In der derzeitigen Rangliste des Weltverbandes FIFA liegt Deutschland auf Platz zwei hinter dem bereits entthronten Titelverteidiger Spanien. Die FIFA wird das neue Ranking nach dem WM-Finale am 13. Juli in Rio veröffentlichen. Darin wird Spanien von 1485 auf 1229 Punkte abrutschen. Deutschland hatte im Juni 1300 Zähler, der genaue neue Stand lässt sich noch nicht kalkulieren, wird nach den bisherigen WM-Resultaten aber höher liegen. Auch WM-Gastgeber Brasilien (1242 Punkte) wird demnach an den Spaniern vorbeiziehen

21:07 Uhr: Brasilianer verliert Finaltickets

Tickets für ein Endspiel bei der Fußballweltmeisterschaft zu bekommen, ist schon unter gewöhnlichen Umständen nicht einfach. Für den brasilianische Rentner Joedir Belmont sind die Hürden aber offenbar noch höher: Der 85-Jährige verpasste schon das Finale der WM von 1950, das Brasilien in Rio de Janeiro gegen Uruguay verlor. Eine Erkrankung in der Familie hinderte ihn damals an dem Besuch. Das Ticket hob er auf und schenkte es dem Museum des Weltfußballverbandes Fifa. Die Fifa revanchierte sich mit zwei Karten für das Finale in diesem Jahr.

Doch Belmont verlegte die Tickets auf der Rückfahrt von der Zeremonie im Fifa-Museum. "Ich habe 64 Jahre lang ein Ticket aufbewahrt, die anderen habe ich binnen sechs Stunden verloren" zitierte die Zeitung "O Estado de São Paulo", den niedergeschlagenen Senior. Die Fifa zeigte sich aber offenbar erneut verständnisvoll: Die namentlich gekennzeichneten Tickets würden noch einmal auf ihn ausgestellt, falls sie nicht wieder auftauchten, zeigte sich Belmont erleichtert.

20:47 Uhr: Während DFB-Match - Polizei sprengt verdächtige Tasche

Bombenexperten haben während der WM-Partie Deutschland-Frankreich in Rio de Janeiro am Freitag an einer nahen U-Bahn-Station eine verdächtige Tasche in die Luft gesprengt. Der Bahnhof wurde derweil vorsorglich geschlossen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AP vor Ort beobachtete. Die Aktion dauerte etwa 20 Minuten.

An der Metrostation waren nur wenige Menschen. Im nahen Maracana-Stadion schauten sich jedoch Zehntausende das Spiel an, das Deutschland letztlich mit 1:0 gewann. 

18:32 Uhr: Public Viewing in der Eistonne

"Ich lege mich jetzt erstmal drei Tage in die Eistonne", kündigte Nationalspieler Per Mertesacker nach dem 2:1-Sieg im WM-Achtelfinale gegen Algerien an. Berliner Fußballfans konnten es ihm am Freitagabend beim Public Viewing des Viertelfinalspiels gegen Frankreich gleichtun: Im Stadion "Alte Försterei" des 1. FC Union stellte ein Radiosender eine mit Eiswürfeln gefüllte Tonne auf. Bei Temperaturen um die 30 Grad kam das den Fußballfreunden gerade recht - mit Deutschland-Trikot und in Unterhose stiegen einige tatsächlich in das eisige Becken.

17:59 Uhr: Hamburger Fanmeile mit 20.000 Fans

Rund 20 000 Fußballfans haben sich bis kurz vor dem Anpfiff des Viertelfinales Frankreich-Deutschland am Freitagabend in der Hamburger Fan-Arena versammelt. Viele Fans seien sicherlich noch in den vollen U-Bahn auf dem Weg zum Fanfest auf dem Heiligengeistfeld, sagte eine Sprecherin der Fan-Arena. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen um 27 Grad stimmten der Rapper Das Bo und die Band Marquess die Menschen beim Fanfest bereits eine Stunde vor dem Anpfiff auf das Fußballspiel ein. Der Veranstalter hatte 50 000 Gäste erwartet.

17:52 Uhr: Fanmeile platzt aus allen Nähten

Die Berliner Fanmeile ist auch beim WM-Viertelfinale zwischen Deutschland und Frankreich zur großen Partyzone geworden. Hunderttausende Fans in Schwarz-Rot-Gold strömten bei strahlendem Sonnenschein schon lange vor dem Anstoß (18.00 Uhr) zum Public Viewing an das Brandenburger Tor und verbreiteten Optimismus für die Begegnung gegen den Nachbarn. "Die Stimmung ist bestens, seit der Öffnung um 13.00 Uhr ist hier viel los. Wir rechnen wieder mit einem volles Haus", sagte Fanmeilen-Sprecherin Anja Marx

17:32 Uhr: Neuer und Müller reichen

Kurz vor Anpfiff fiebern auch zahlreiche Prominente dem Viertelfinalspiel gegen Frankreich entgegen. TV-Moderator Niels Ruf veröffentlichte auf Twitter etwa ein Foto seines Hundes als WM-Orakel. Der Vierbeiner hat sich demnach für Deutschland entschieden - allerdings weil er die Wahl zwischen deutscher Wurst und französischem Wein hatte. Comedian Olvier Pocher lobte indes die Aufstellung der Mannschaft. «Geht doch», twitterte er. Schauspieler Elyas M'Barek wiederum postete augenzwinkernd das Foto eines fiktiven Spiels, bei dem nur Thomas Müller und Manuel Neuer gegen Frankreich antreten. TV-Koch Tim Mälzer hatte vorher bereits ein Foto vom Public Viewing vor seinem Lokal "Bullerei" in Hamburg veröffentlicht.

 

16:46 Uhr: Die Aufstellung Frankreich gegen Deutschland

Mit Kapitän Philipp Lahm als Außenverteidiger und Miroslav Klose in der Sturmspitze bestreitet die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Freitag in Rio de Janeiro ihr WM-Viertelfinale gegen Frankreich. Neben Lahm rechts hinten spielen Jérome Boateng, Mats Hummels und Benedikt Höwedes in der Abwehr. Bundestrainer Joachim Löw verzichtet auf Abwehrchef Per Mertesacker. In der Rolle der Doppelsechs laufen Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira auf. Im offensiven Mittelfeld spielen Thomas Müller, Toni Kroos und Mesut Özil. Routinier Klose besetzt die Sturmspitze.

Die deutsche Startelf:

Neuer - Lahm, Boateng, Hummels, Höwedes - Schweinsteiger, Khedira - Müller, Kroos, Özil - Klose

Die französische Startelf:

Lloris - Debuchy, Varane, Sakho, Evra - Pogba, Cabaye, Matuidi - Valbuena, Benzema, Griezman

16:27 Uhr: Was hilft gegen Augenringe?

Fußballfreunde bekamen während der Weltmeisterschaft nicht viel Schlaf: Die meisten Spiele der Vor- und K.o.-Runden fingen und fangen erst um 22. Uhr oder später an. Wer aber ein wahrer Fußballfan ist, lässt sich doch von solchen Hürden nicht bremsen - auch wenn tags darauf tiefe Augenringe drohten. Wie Google Deutschland auf Twitter verlauten ließ, stiegen die Suchanfragen nach "Was hilft gegen Augenringe?" während der WM um das Fünffache.

 

16:11 Uhr: Wer ist eigentlich dieser #FRAGER?

Das Twitter-Kürzel für das deutsche WM-Viertelfinale ist von Nutzern des Kurznachrichtendienstes im wahrsten Sinne des Wortes hinterfragt worden. Viele spotteten über den Hashtag #FRAGER, der das Spiel Frankreich (FRA) gegen Deutschland (GER) meinte. "Kann mir mal jemand sagen, wer dieser #Frager ist?", schrieb ein Nutzer. Ein anderer scherzte: "Der Aus#FRAGER des Tages: Was tippt ihr?"

15:48 Uhr: Brasilianische Fans zünden offenbar Feuerwerk vor Kolumbien-Hotel

Den Brasilianern ist offenbar jedes Mittel recht, um ihre Selecao bei ihrer Mission zum sechsten Weltmeister-Titel zu unterstützen. Wie die Daily Mail berichtet, soll eine brasilianische Fangruppe in der vergangenen Nacht vor der WM-Partie zwischen Brasilien und Kolumbien (22.00 Uhr MESZ) mehrere Feuerwerkskörper vor dem Teamhotel der Kolumbianer in Fortaleza gezündet haben. Dem Bericht nach ließen sie Böller und Raketen gegen 4.00 Uhr nachts hochgehen, um den Schlaf der "Cafeteros" zu stören.

Beide Teams treffen im Viertelfinale aufeinander. Die Selecao muss ohne den gelbgesperrten Wolfsburger Luiz Gustavo auskommen, den Paulinho im defensiven Mittelfeld vertreten soll. Bei den bisher konstant überzeugenden Kolumbianern kann Trainer José Pekerman aller Voraussicht nach aus dem Vollen schöpfen.

11:50 Uhr: Lieber gewinnen als nur schön spielen

Für die meisten Deutschen ist bei der WM das Ergebnis wichtiger als schöner Fußball. 52 Prozent entschieden sich nach dem knappen Achtelfinalsieg gegen Algerien für die Antwort: Hauptsache gewinnen. Für 27 Prozent ist attraktiver Fußball wichtiger, dem Rest ist es egal. Das ergab eine repräsentative YouGov-Meinungsumfrage in der Zeit vom 2. bis 4. Juli. Für das Viertelfinale gegen Frankreich sind die 1039 Befragten sehr optimistisch: 73 Prozent erwarten einen Sieg.
Philipp Lahm soll für die meisten Befragten wieder zurück in die Außenverteidigung: 41 Prozent sehen den Kapitän wieder auf seiner angestammten Abwehrposition, nur 17 Prozent im defensiven Mittelfeld. Auffallend ist die hohe Zahl der Unentschlossenen: 35 Prozent wissen auf diese vieldiskutierte Frage keine Antwort oder machten keine Angaben. Frauen und Männer sowie die verschiedenen Altersgruppen waren sich bei den drei Fragen in der Tendenz weitgehend einig.

10:08 Uhr: VW bläst wegen Spiel Spätschicht ab

Fußball schauen statt Autos bauen: Volkswagen bläst in seinem Stammwerk in Wolfsburg die Spätschicht ab, damit alle Mitarbeiter die Übertragung des WM-Viertelfinalspiels Deutschland/Frankreich sehen können. Während die Spätschicht, in der das Spiel (Anpfiff 18.00 Uhr) liegt, komplett ausfalle, beginne die folgende Nachtschicht planmäßig, sagte ein Betriebsratssprecher.

Bereits im Achtelfinale am Montag gegen Algerien hatte Volkswagen in seiner Stammfabrik Fußballfrei erteilt und Schichtpläne angepasst.

08:22 Uhr: Monaco will Rodriquez nicht abgeben

WM-Überflieger James Rodriguez flirtete bereits mit dem spanischen Champions-League-Sieger Real Madrid, doch sein momentaner Arbeitgeber denkt überhaupt nicht daran, sein Offensivjuwel abzugeben. "Es gibt keine Verhandlungen mit keinem Klub. Wir zählen auf ihn, und wir denken, dass er eine großartige Saison spielen wird", sagte Wadim Wasiljew, Vize-Präsident von AS Monaco. Er stellte aber auch klar: "Niemand ist unverkäuflich."

Mit seinen starken Auftritten und fünf Treffern hat der Führende der WM-Torschützenliste die ganz großen Klubs in Europa auf sich aufmerksam gemacht. Rodriguez selbst ist einem Wechsel nicht abgeneigt. "Ich würde es lieben, in Spanien zu spielen. Das wäre ein Traum. Es ist die beste Liga der Welt", schwärmte der Kolumbianer und gab zu: "Ich mag Madrid lieber als Barcelona."

4. Juli - 08:16 Uhr: FIFA-Funktionär in illegalen Ticket-Handel verwickelt

In den Skandal um einen Ticket-Händlerring bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien ist nach Angaben der dortigen Polizei womöglich auch ein Funktionär des Weltfußballverbandes Fifa verwickelt. Der Verdächtige sei kein Brasilianer, sagte ein Sprecher der Polizei am Donnerstag in Rio. Ein Name wurde nicht genannt. Der Mann habe Zugang zu Fifa-Büros, Stadien und anderen Verwaltungsbereichen, wo er auch an Eintrittskarten zu den WM-Spielen gekommen sei, sagte der Polizeisprecher.

Vor wenigen Tagen hatte die Polizei einen Ring illegaler Tickethändler gesprengt, die durch den Wiederverkauf von Eintrittskarten bis zu 90 Millionen Dollar hätten einnehmen wollen. Die Ermittlungen gegen elf Verdächtige führten nach Polizeiangaben auch zu dem Fifa-Funktionär.

21:15 Uhr: Brücke stürzt in WM-Ort Belo Horizonte ein - Mindestens ein Toter

Beim Einsturz einer noch in Bau befindlichen Straßenbrücke ist am Donnerstag nach lokalen Medienberichten mindestens ein Mensch im WM-Ort Belo Horizonte ums Leben gekommen. Etwa zehn Menschen sollen nach vorläufigen Angaben zudem bei dem Unfall verletzt worden sein. Der TV-Sender Globo zeigte Live-Bilder vom Unfallort, worauf zu sehen war, dass ein Bus und zwei Lkw von den herabsackenden Betonmassen zerquetscht wurden. Die Ursache für den Teileinsturz der Brücke ist noch unklar. Am Unfallort waren ein Hubschrauber und zahlreiche Krankenwagen im Einsatz. Im Falle eines Sieges gegen Frankreich würde die deutsche Nationalmannschaft ihr Halbfinale am 8. Juli in Belo Horizonte ausgetragen.

19:40 Uhr: Das Foto, das eine Spielerfrau in Rage bringt

Selfies aus der Kabine sind während der WM ziemlich en vogue. Lukas Podolski schoss eins mit der Kanzlerin, die Niederländer konterten mit dem Königs-Selfie und Lionel Messi freute sich in stilvoller Schwarz-Weiß-Optik mit seinen Teamkollegen Angel di Maria und Ezequiel Lavezzi über der Einzug ins WM-Viertelfinale.

Besonders letzterer kam aus dem Selfie-Fieber gar nicht mehr raus. Nach dem Spiel gegen die Schweiz ließ er sich in der Kabine mit einem Trikot des Drittligisten "Club Ferrocarril Midland" vor der Brust ablichten.

Blind vor Begeisterung über das Selfie postete er das Foto umgehend auf Twitter - ohne zu bemerken, dass im Hintergrund ein splitterfasernackter Pablo Zabaleta gerade seine warme Dusche genießt. Auf Twitter machte das Bild rasend schnell die Runde - und natürlich erreichte es auch Zabaletas Ehefrau, Christel Castanos.

Wie das argentinische Klatschblatt "Primicias Ya" berichtet, soll sie vor Wut geschäumt haben, sich sogar mit Lavezzis Frau einen krachenden Streit geliefert haben. Lavezzi selbst hatte das Video zu dem Zeitpunkt schon längst gelöscht.

Wer sich übrigens die Frage stellt: Warum eigentlich das Trikot eines Drittligisten? Mit dem Foto wollte Lavezzi eigentlich nur Torwart Agustin Orion, der ein Fan Midlands ist, einen Gefallen tun. Der Vorstadtklub von Buenos Aires feierte kürzlich (28. Juni) sein 100-jähriges Jubiläum. 

 

19:01 Uhr: Einspruch gegen Suárez-Sperre

Uruguays Fußball-Verband hat fristgerecht seinen Einspruch gegen die Sperre von Stürmerstar Luis Suárez eingereicht. Das erfuhr die Nachrichtenagentur dpa in Rio de Janeiro. Wie die FIFA bestätigte, wird sich nun die Berufungskommission des Fußball-Weltverbandes mit dem Fall beschäftigen. Ein Zeitlimit für eine Entscheidung gibt es für das Gremium aber nicht. Suárez war nach seiner Beißattacke im WM-Spiel gegen Italien (1:0) von der Disziplinarkommission für neun Pflichtländerspiele gesperrt und für vier Monate von allen Fußball-Aktivitäten ausgeschlossen worden.

17:16 Uhr: Fifa-Gebühr: schon eine Million Euro für FC Bayern

Der FC Bayern München ist auch bei den Fifa-Abstellungsgebühren für Nationalspieler bei der WM in Brasilien der Krösus unter den Bundesliga-Clubs. Nach Berechnungen des Fachblatts "Kicker" hat der deutsche Meister für seine zehn noch im Turnier befindlichen Profis schon insgesamt 1.082.400 Euro kassiert. Die Münchner liegen demnach in diesem Ranking klar vor den Liga-Rivalen Schalke 04 (454.500) und VfL Wolfsburg (451.300).

Insgesamt sind vor dem Viertelfinale noch 23 in der Bundesliga beschäftigte Spieler bei der WM im Einsatz, die ihren Clubs pro Tag ihrer Turnier-Teilnahme je 2800 Dollar (circa 2050 Euro) einbringen. Insgesamt beläuft sich die Summe, die der Fußball-Weltverband an Abstellungsgebühren für die 736 Spieler aus 32 Mannschaften zahlt, auf 70 Millionen Dollar. Weitere 100 Millionen Dollar investiert die Fifa aus ihrem WM-Überschuss von 2,2 Milliarden Dollar in ein Schutzprogramm, aus dem Vereine Kompensationszahlungen für verletzte Akteure seit Beginn der Qualifikation im Jahr 2012 erhalten.

Neben den 16 Bundesliga-Spielern im Kader von Bundestrainer Joachim Löw sind noch weitere sieben Akteure aus der deutschen Eliteklasse bei der WM dabei: Die Niederländer Klaas-Jan Huntelaar (Schalke 04) und Arjen Robben (FC Bayern), die Brasilianer Dante (FC Bayern) und Luiz Gustavo (VfL Wolfsburg), die Belgier Kevin de Bruyne (VfL Wolfsburg) und Daniel van Buyten (FC Bayern) sowie Junior Diaz (Mainz 05) aus Costa Rica.

13:48 Uhr: Kolumbien verbietet Mehl und Rasierschaum beim WM-Viertelfinale

Kolumbiens Hauptstadt Bogota hat für das WM-Viertelfinale gegen Brasilien am Freitag den Verkauf von Mehl und Rasierschaum verboten. Die Polizei will damit Ausschreitungen auf den Straßen verhindern. In dem fußballverrückten Land werden Fans bei Siegesfeiern häufig mit Schaum eingeseift und in "Mehl-Bomben" gehüllt. Beides führt nach Angaben der Behörden regelmäßig zu Schlägereien.

Auch der Verkauf von Alkohol wird für die Begegnung zwischen den Südamerika-Rivalen am Freitag (22.00 Uhr MESZ) verboten, zudem soll ein erhöhtes Polizeiaufgebot für Sicherheit sorgen. Nach dem Sieg gegen Uruguay waren mehr als 3200 Schlägereien mit 34 Verletzten in Kolumbien gezählt worden.

09:41 Uhr: Sex und Erfolg

Alle Länder, die ihren Spielern Sex während der WM verboten haben, sind ausgeschieden. Länder, die die Angelegenheit etwas locker angingen, sind noch im Turnier verblieben. Das berichtet die "Daily Mail". So hätten Deutschland und die Niederlande den Frauen und Freundinnen der Spieler erlaubt, sich in den Teamhotels aufzuhalten. Auch Frankreich, Brasilien und Costa Rica würden einen lockereren Umgang mit Sex praktizieren. Von Argentinien, Belgien und Kolumbien sei diesbezüglich allerdings nichts bekannt.

Sex-Verbot gab es dagegen für die Spieler aus Spanien, Russland, Bosnien-Herzegowina, Chile und Mexiko, berichtet die Zeitung.

Bildergalerie: Frauen und Freundinnen der DFB-Stars

08:46 Uhr: Argentinien trauert um verunglückte Journalistin

Der Unfalltod einer 26 Jahren alten argentinischen WM-Journalistin hat auch das Fußball-Nationalteam um Lionel Messi im WM-Camp bei Belo Horizonte tief betroffen gemacht. Die angesetzte Pressekonferenz mit zwei Spielern fiel deswegen aus.  

Die verunglückte Frau ist Tochter eines bekannten Sportjournalisten im Land des zweimaligen Weltmeisters. Er führte in Brasilien unter anderem auch die sogenannten Flash-Interviews kurz nach Spielende für Argentinien. So auch nach dem 1:0 am Dienstag über die Schweiz. Seine Tochter war am Mittwoch in Brasilien bei einem Autounfall ums Leben gekommen, als sie auf der Rückfahrt von der Partie in São Paulo war.

 

Mittelfeldspieler Javier Mascherano drückte via Twitter sein tiefstes Mitgefühl für die Familie aus. "Ein immenser Schmerz", schrieb Auswahlkollege Ezquiel Lavezzi.

Nach lokalen Medienangaben war die Frau im Bundesstaat Minas Gerais mit zwei argentinischen Kollegen unterwegs, die verletzt wurden. Wie es zu dem Unfall bei dem Ort Oliveira kam, ist noch unklar. Das Auto der Journalisten-Gruppe überschlug sich und stürzte mehrere Meter tief einen Abhang hinab. Die Polizei geht Hinweisen nach, wonach ein zweites Fahrzeug in den Unfall verwickelt war, dessen Fahrer aber flüchtete. Die Polizei vernahm in diesem Zusammenhang zwei Männer.

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