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Immer mehr Zorn und Kritik Entscheiden Schiri-Pannen die WM?

Gleich in den ersten Spielen der Fußball-Weltmeisterschaft reihte sich ein Schiri-Irrtum an den anderen. Kein Wunder, dass immer mehr Teams um ihre WM-Chancen bangen.

Der algerische Fußball-Nationaltrainer Vahid Halilhodzic hat vor dem ersten Spiel seiner Mannschaft am Dienstag gegen Belgien die bisherigen Schiedsrichterleistungen bei der WM in Brasilien heftig kritisiert. "Was im Spiel Kroatien gegen Brasilien passiert ist, ist ein Skandal. Ich habe mehr Angst vor dem Schiedsrichter als vor Belgien", sagte der Bosnier in der belgischen Zeitung "Het Nieuwsblad". Ähnlich dürfte es kurz nach dem Beginn der Weltmeisterschaft in Brasilien vielen seiner Kollegen gehen.

Bildergalerie: Die größten Schiri-Irrtümer

Der erschreckend falsche Elfmeterpfiff des japanischen Schiedsrichters Yuichi Nishimura im Eröffnungsspiel der WM in Brasilien hatte die heftigen Diskussionen losgetreten. Die kroatische Nationalmannschaft als Betroffene der Entscheidung im Duell gegen die Gastgeber (1:3) am Donnerstag in Sao Paulo vermutete sogar eine Verschwörung zugunsten der Selecao. Prompt wird wieder der Videobeweis diskutiert. "Wichtig ist, dass jetzt nichts mehr passiert", sagte der ehemalige deutsche FIFA-Schiedsrichter Bernd Heynemann - doch die nächsten Aufreger folgten gleich am Tag danach.

Im Spiel zwischen Mexiko und der von Volker Finke trainierten Mannschaft aus Kamerun traf der Mexikaner Giovani dos Santos in der ersten Halbzeit zweimal ins Tor - beide Treffer wurden vom kolumbianischen Schiedsrichter Wilmar Roldan wegen angeblicher Abseitsstellung aber nicht anerkannt. Der Foulelfmeter, durch den Spanien beim 1:5-Debakel gegen die Niederlande mit 1:0 in Führung ging, war ebenfalls höchst umstritten.

Schiedsrichter-Chef nimmt Referee in Schutz

Der Weltverband FIFA sah sich am Freitag zunächst zu einer Stellungnahme zu Nishimura gezwungen. Schiedsrichter-Chef Massimo Busacca nahm den Referee aus Asien in Schutz. "Der Schiedsrichter hatte eine sehr gute Position, und von da aus hat er diese Bewegung sehr gut sehen können. Es gab einen Kontakt. Wenn der Spieler nicht gehalten hätte, würden wir jetzt nicht diskutieren", sagte er über die Szene, die dem Elfmeterpfiff vor dem 2:1 Brasiliens vorausging.

In besagter Situation hatte der Kroate Dejan Lovren den theatralisch fallenden brasilianischen Angreifer Fred laut Busacca "erst mit der einen, dann mit der anderen Hand" festgehalten. Der Schweizer sprach immerhin von einem "Streitfall", in dem es nicht nur "Schwarz oder Weiß" gebe. Jedoch sei den Mannschaften vor dem Turnier in einem von 27 Beispiel-Videos klargemacht worden, dass Halten streng geahndet werden würde. Die Kroaten hätten also wissen müssen, was auf sie in solchen Fällen zukommt.

Außerdem warb Busacca, früher selbst Schiedsrichter auf Weltklasse-Niveau, um Verständnis für seinen japanischen Kollegen. "Der Schiedsrichter trifft die Entscheidung in weniger als einer Sekunde. Er ist nicht der Verteidiger oder der Angreifer um zu verstehen, wie stark das Halten wirklich war", sagte er.

Japan sagt "Sorry"

Heynemann und sein ehemaliger Kollege Urs Meier (Schweiz) übten dagegen vernichtende Kritik am Elfmeterpfiff. "Den Elfmeter hätte der Schiedsrichter nicht pfeifen dürfen", betonte Meier im ZDF. Fred habe den Strafstoß provoziert, sagte der Schweizer, ein Referee "auf Weltklasseniveau" hätte das sehen müssen." Heynemann lästerte bei Sport1, man brauche "keine Zeitlupe", um die Unrechtmäßigkeit des Elfmeters, den Neymar zum 2:1 nutzte, zu erkennen.

Heynemann forderte die FIFA auf, die Ansetzungen der Schiedsrichter zu überdenken. "Wichtig ist, dass jetzt nichts mehr passiert. Es ist wichtig, welche Ansetzungen die Schiedsrichterkommission jetzt tätigt." Mit der Wahl von Roldan hatte sie schon mal Pech. Der deutsche Schiedsrichter Felix Brych leitet am Samstag die Begegnung zwischen Uruguay und Costa Rica.

Während sich die brasilianische Tageszeitung O Globo auf Japanisch ("Arigato") für den Elfmeterpfiff von Nishimura bedankte, reagierten japanische Fußballfans verschämt auf die Fehlentscheidung ihres Landsmanns. In den sozialen Netzwerken entschuldigten sich Japaner für die Entscheidung ("Sorry, Croatia"), zahlreiche fingierte Fotos zeigten den Schiedsrichter mit einem brasilianischen Trikot.

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