Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Fanausweis, extra Gesetz Harte Regeln gegen Hooligans im Ausland

Im deutschen Fußball soll die Gewalt in den Stadien erst einmal mit einer Task Force bekämpft werden. Im Ausland gibt es teilweise schon seit Jahren deutlich schärfere Maßnahmen und Gesetze.

In Italien kann die Polizei ein Fußballspiel auch ohne Rücksprache mit dem Schiedsrichter abbrechen. In den Niederlanden werden ganze Fangruppen in bestimmten Fällen nicht einmal in die Nähe des Stadions gelassen. Ein Blick über die Grenzen verrät, dass dort teilweise deutlich massiver gegen Fangewalt vorzugehen versucht wird als in Deutschland.

Während sich der Deutsche Fußball-Bund, die Deutsche Fußball Liga und die Politik hier am Montag erst einmal nur auf einen Zehn-Punkte- Plan und die Gründung einer Task Force verständigt haben, sind im Ausland bereits reihenweise Gesetze erlassen oder verschärft worden. Allerdings ist das Hooligan-Problem in manchen Ländern auch weitaus größer, wie der folgende Überblick zeigt.

Polen

Im Gastgeberland der EM ist am vergangenen Wochenende ein «Gesetz über Sicherheit bei Massenveranstaltungen» in Kraft getreten. Danach werden Stadionkarten nur noch auf den Namen des Besuchers und nach Vorlage eines Ausweises ausgestellt. Sollte es zu Ausschreitungen kommen, können außerdem noch im Stadion selbst Schnellgerichte zusammentreten und Sanktionen verhängen. Polnische Hooligans sind wegen ihrer Gewaltexzesse besonders berüchtigt, sie gehören zumindest in Teilen auch der polnischen Skinhead- und Neonazi-Szene an.

Italien

In Italien wurden in den vergangenen Jahren gleich mehrere Dekrete und Gesetze erlassen, um die Fan-Gewalt einzudämmen. Darunter fielen die Einführung eines Fan-Ausweises oder die Video-Überwachungen in den Stadien. Vor allem aber wurden die Kompetenzen der Polizeichefs ausgeweitet. Die können ein Spiel im Falle von Ausschreitungen, rassistischen Sprechchören oder Spruchbändern ohne Rücksprache mit den Schiedsrichtern abbrechen. Auch reicht die simple Anweisung einer Polizeibehörde, um allen Fans eines Vereins die Mitreise zu einem Auswärtsspiel zu verbieten. Wiederholungstäter müssen sich während der Spiele ihrer Mannschaft bei einer Polizeiwache melden.

Niederlande

Mehr noch als in allen anderen Ländern wird hier auf Gewalt- Vorbeugung gesetzt. Nach einem Gesetz von 2010 dürfen Bürgermeister und Staatsanwälte ganzen Fangruppen den Aufenthalt im Stadion, in der Nähe des Stadions oder sogar in der gesamten Stadt verbieten. Wer sich nicht daran hält, wird festgenommen. Solche Aufenthaltsverbote können für maximal drei Monate gelten und müssten danach verlängert werden. Viele Bürgermeister fordern aber längst eine Ausweitung dieser Frist. Auch in den Niederlanden gilt: Behörden können aktenkundig gewordene Fans verpflichten, sich vor allen Spielen in ihrer Region bei der Polizei einzufinden.

Frankreich

Französische Gerichte bestrafen Randalierer in der Regel hart. So bekamen 14 Fans von Girondins Bordeaux vor kurzem Bewährungsstrafen und ein einjähriges Stadionverbot aufgebrummt, weil einer von ihnen die Scheibe eines Busses eingeworfen hatte. Gemeinsam mit den Proficlubs startete das Innenministerium eine Anti-Gewalt-Kampagne mit 1000 Fernsehspots. Bereits 2009 wurde eine Spezialeinheit für den Kampf gegen Hooligans gegründet. Die Prestigeduelle zwischen den Erzrivalen Olympique Marseille und Paris Saint-Germain finden seit den Ausschreitungen in der Saison 2009/10 ohne Gästefans statt.

Griechenland

Zusammenstöße zwischen Hooligans und der Polizei gibt es hier an fast jedem Spieltag - vor allem in der zweiten und dritten Liga. Deshalb werden bei Spielen mit besonderer Brisanz schon seit Jahren keine Gästefans mehr zugelassen. Das hat die Gewalt allerdings bestenfalls eingeschränkt und nicht beendet. So musste das Pokalfinale zwischen den Athener Clubs AEK und Atromitos in diesem Jahr mehrere Minuten lang unterbrochen werden.

Ukraine

Als Co-Gastgeber der EM 2012 erwartet die Ukraine im kommenden Jahr mindestens eine Million Besucher. Im Gegensatz zu Polen setzt man hier aber eher auf Strategien zur Deeskalation. Die Einsatzkräfte werden in dieser Hinsicht von Psychologen geschult. Die Organisatoren lassen sich von ausländischen Experten wie der bayerischen Polizei beraten. Neu ist auch, dass mehr Geld in Fanprojekte fließt, was sich auch weit über die EM hinaus im Liga-Alltag auszahlen soll.

Beim großen Nachbarn Russland kommt es deutlich häufiger zu Fan-Krawallen und rassistischen Beleidigungen ausländischer Spieler. Abgesehen von einem Alkoholverbot sowie verstärkter Polizeipräsenz in den Stadien hat sich dort allerdings bislang noch wenig getan.

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

 
Artikel kommentieren

Bitte loggen Sie sich ein, um Kommentare zu schreiben.

Login

Artikel als "Nickname" kommentieren:

Noch 800 Zeichen

Leserkommentare ()
Weitere Kommentare anzeigen ()
 
 
 
 
Scott Skiles übernimmt den Trainerposten der Orlando Magic
NBA
Skiles neuer Trainer in Orlando
Prince Shembo hat einen Hund totgetreten
NFL
Spieler wegen Tierquälerei angeklagt
Markus Babbel wurde mit Luzern Fünfter
Fußball International
Babbel und Luzern beenden Saison auf Platz fünf
Für eine Kamera in der Damen-Dusche muss ein spanischer Sportdirektor in Haft
Fußball International
Kamera in Spielerinnen-Dusche: Sportdirektor in Haft
Präsident Wladimir Putin sitzt im Stadion neben Joseph Blatter
Fünfte Amtszeit von Joseph Blatter
Russland lobt "demokratische Wiederwahl"
Der Neymar-Transfer schlägt weiter hohe Wellen
Fußball International
FC Santos verklagt Neymar und den FC Barcelona
Besiktas beendet die Saison mit einem Sieg
Fußball International
Süper Lig: Abschieds-Sieg für Bilic
 Kiels Tim Siedschlag (l) und Münchens Maximilian Wittek kämpfen um den Ball.
Relegation
1860 München und Holstein Kiel trennen sich torlos
Tim Siedschlag (l) von Holstein Kiel und der Münchner Maximilian Wittek kämpfen um den Ball. Foto: Daniel Bockwoldt
Keine Vorentscheidung
Kiel gegen 1860 München torlos
Martin Kaymer hat den Cut bei den Irish Open nicht geschafft
Golf
Kaymer und McIlroy scheitern am Cut
Assani Lukimya traf gegen Cuxhaven gleich doppelt
Fußball International
Werder nach Mallorca-Trip erfolgreich
Sepp Blatter erhält nach seiner Wiederwahl nicht nur Glückwünsche
Fußball International
Figo: 'Der Fußball hat verloren'
Paolo Guerrero (r.) spielt künftig für Flamengo
Fußball International
Guerrero wechselt von Corinthians zu Flamengo
Claudia Roth fordert eine komplette Reform der FIFA
Fußball International
FIFA-Skandal: Grünen-Politikerin Roth vom DFB enttäuscht
Sepp Blatter lässt sich nach seiner Wiederwahl feiern.
König sticht Prinz
Blatter bleibt Regent des Weltfußballs
Sepp Blatter
Live-Ticker zum Fifa-Skandal
Blatter bleibt Fifa-Präsident
Karsten Baumann bleibt Trainer der Hansa-Kogge
3. Liga
Rostock verlängert mit Trainer Baumann bis 2017
Mike Fratello ist nicht mehr Trainer der Ukraine
Basketball
Zu teuer: Fratello nicht mehr Trainer der Ukraine
Uwe Gensheimer steht im All-Star-Team der Champions League
Handball
Champions League: Gensheimer im All-Star-Team
Johannes Bitter wird an beiden Leisten operiert
Handball
Handball: Leisten-OP bei HSV-Torhüter Bitter
Bobpilot Spies macht den Trainerschein
Bobsport
Spies schlägt Trainerlaufbahn ein
Jürgen Klinsmann trainiert ab Juli 2008 den FC Bayern
Überraschung in München
Jürgen Klinsmann wird neuer Bayern-Coach
Von Werder zu Bayern
Klinsmann holt Nationalspieler
Pokal international
Schuster: Erster Titel futsch
Pleite bei Australian Open
Schnelles Aus für deutsche Hoffnung
Schottlands Ex-Coach McLeish noch ohne Nachfolger
adfsadfw
McGhee als neuer Coach Schottlands im Gespräch
Auf Empfehlung von Buchwald
Magath holt Japan-Star
Weltmeisterin Simone Laudehr
Pokal-Viertelfinale
Weltmeisterin Laudehr lost Pokal-Viertelfinale aus
Auftakt beim Afrika-Cup
Gastgeber im Glück
Kohlschreiber
Kohlschreiber und Lisicki raus
Australian Open nun ohne deutsche Beteiligung
Bundesliga-Transfers
Ein Keeper für Magath, ein Spielmacher für Doll
Lothar Matthäus
Matthäus-Mission?
Iran will deutschen Trainer
Afrika-Cup
Ein Hamburger trifft doppelt
williams
Williams-Schwestern raus
Auch Venus scheitert im Viertelfinale
Hens in Bedrängnis
Deutschland muss zittern
EM-Niederlage gegen Frankreich
Frauenfußball-WM
Geschenke vom Kaiser
verner
Eiskunstlauf-EM
Thomas Verner gewinnt in Zagreb