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FC Liverpool vor Ligapokal-Finale "Mit ein bisschen Mühe wird das ein richtig geiles Finale"

Jürgen Klopp kehrt nach Wembley zurück. Sonntag will er dort gegen Manchester City seinen ersten Titel mit dem FC Liverpool gewinnen. In Hochform ist seine Mannschaft jedoch nicht gerade.

Es war das "German Endspiel", und Jürgen Klopp hatte gute Chancen gehabt, aus dem denkwürdigen Finale der beiden dominierenden deutschen Mannschaften auf englischem Boden als Sieger hervorzugehen. Am Ende aber verlor der Trainer mit Borussia Dortmund knapp gegen den FC Bayern München und musste sich mit der Medaille des Zweitplatzierten begnügen.

Vor seiner historischen Titelchance mit dem FC Liverpool holen Jürgen Klopp die Geister der Vergangenheit ein. "Es ist echt cool, in Wembley Fußball zu spielen", sagte der Teammanager der Reds vor dem englischen Ligapokal-Finale am Sonntag (17.30 Uhr/Sportdigital live) gegen Manchester City, "wir fahren da hin, um zu gewinnen – denn es ist nicht so lustig, dort zu verlieren."

Klopp weiß, wie sich eine Niederlage in Englands Fußball-Heiligtum anfühlt: Exakt dort erlitt er 2013 im ersten rein deutschen Champions-League-Finale seine schmerzhafteste als Trainer.

Zwei Jahre und neun Monate nach dem dramatischen 1:2 kann Klopp nun erneut Geschichte schreiben: Als erster deutscher Coach, der den League Cup gewinnt – und als Nachfolger legendärer Liverpooler Trainer wie Bob Paisley, Joe Fagan, Gérard Houllier oder Kenny Dalglish.

"Es wäre cool, zu gewinnen", sagte Klopp, "mein Name ist dabei aber nicht wichtig. Es geht um den Liverpool FC, die Fans, die Leute hier und ihre Träume." Ein bisschen träumt aber auch er vom neunten Ligapokal-Erfolg bei der zwölften Finalteilnahme des Rekordsiegers. "Wenn wir uns ein bisschen Mühe geben, wird das ein richtig geiles Finale", sagte er lächelnd.

"The Klopp Final" in Wembley

Wie Klopp, der das 1:0 (1:0) im Zwischenrunden-Rückspiel der Europa League gegen den FC Augsburg schnell abhakte, fiebert die ganze Stadt dem Duell mit den Citizens entgegen. "We are going to Wembley", sangen sie Fans am Donnerstagabend an der Anfield Road, die Zeitung "Liverpool Echo" erschien am Freitag mit einer 28-seitigen Beilage zu "The Klopp Final". Dort gehe es aber keineswegs darum, etwas zu genießen, mahnte Klopp vor seinem ersten Endspiel mit den Reds, "es geht darum, das Beste zu geben. Wir müssen alles reinwerfen!".

Trotz des 4:1-Triumphs im vergangenen November bei den Himmelblauen im vielleicht besten Spiel seit Klopps Amtsantritt (8. Oktober) weiß der 48-Jährige: "ManCity – da gibt es sicher leichtere Gegner." In der Liga trennen den Tabellen-Achten Liverpool neun Punkte vom Vierten. Gegenüber dem Augsburg-Spiel müssten sich die Roten "massiv steigern", schrieb der "Telegraph", von Klopps Heavy-Metal-Fußball sei da nichts zu sehen gewesen: "Das war eher eine sentimentale Ballade von einem Schnulzensänger, der den Ton nicht mehr trifft", schrieb das Blatt.

Alle deutschen Finalteilnehmer siegten

Ein gutes Omen: Mit Emre Can hat Klopp auch einen deutschen Profi in der Mannschaft. Der Nationalspieler ist der siebte Deutsche im Finale – alle seine sechs Vorgänger gewannen den Cup mindestens einmal.

Der silberne Pokal mit den drei Henkeln, auf der Insel einst als "Mickey Mouse Cup" verspottet, habe "einen hohen Stellenwert", betonte Klopp – auch wenn eine mögliche Siegerparade wegen der Terminhatz vertagt werden müsste. Der Gewinner qualifiziert sich für die Europa League. "Ich habe nie gesagt: Ich muss einen Titel holen", meinte Klopp, "aber die Leute hier machen dir schon klar, dass ,silverware' zählt."

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