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FC Liverpool Klopps Verhalten kommt in England gar nicht gut an

Bei der bitteren Niederlage gegen Southampton sorgt Jürgen Klopp an der Seitenlinie für Aufsehen. Hinterher muss sich Liverpools Trainer Kritik gefallen lassen.

In der 75. Minute hätte Christian Benteke den Deckel drauf machen können. Der belgische Nationalstürmer lief auf Southamptons Torhüter zu, schob den Ball aber am Pfosten vorbei. Hätte er getroffen, wäre es das 3:1 gewesen – die Vorentscheidung zugunsten der "Reds". So aber verlor der FC Liverpool das Spiel nach einer 2:0-Führung noch mit 3:2, musste den direkten Konkurrenten in der Tabelle ziehen lassen und hat nun kaum noch Chancen auf einen Platz im internationalen Wettbewerb.

Entsprechend sauer zeigte sich Trainer Jürgen Klopp. Schon während des Spiels zitierte er Benteke zu sich und nordete ihn an der Seitenlinie ein. Der 1,91-Meter-Hüne schlich nach der Standpauke zurück aufs Feld, doch ihm gelang nichts mehr.

Für die Aktion erntete Klopp in England Kritik. "Ich verstehe Klopps Unmut, aber ich wäre nicht gerade glücklich, wenn der Trainer mir vor 32.000 Leuten so einen Anpfiff verpassen würde", sagte Ex-Nationalstürmer Alan Shearer zu der öffentlichen Demontage des Stürmers. "So was macht man in der Kabine vor dem Team, nicht vor dem Publikum."

Shearer stellte damit die Stilfrage. Mal wieder ließ Klopp seinem Ärger freien Lauf, das kommt in England nicht allzu gut an. Wie schnell ein Trainer angezählt wird, wenn er sich nicht unter Kontrolle hat, bekam selbst der vermeintlich unantastbare José Mourinho zu spüren, der sich beim FC Chelsea durch seine fehlende Selbstbeherrschung ins Aus katapultierte. Verstöße gegen die Etikette verzeihen sie in Britanniens Eliteliga nur ungern.

Klopps Wut-Gesicht auch in England

Der ehemalige Premier-League-Spieler Danny Murphy pflichtete Shearer bei und verwies auf Klopps Unberechenbarkeit: "Manchmal ist er wirklich großartig, er bringt frischen Schwung in die Liga. Aber manchmal hat er sich an der Seitenlinie nicht im Griff, und das endet dann nicht immer gut für alle."

Murphy spielte damit nicht nur auf die Szene mit Benteke an. Schon mehrfach gingen Klopp die Nerven durch, als er sich etwa mit gegnerischen Betreuern und Trainern wie Tony Pulis oder Sam Allardyce anlegte. Auch Englands Schiedsrichter mussten schon mehrfach das Wut-Gesicht des Ex-Dortmunders sehen.

Der 46-jährige Coach spielte das Geschehen freilich herunter. "Ich musste ihm nur ein paar Worte sagen, das ist völlig okay. Nichts Besonderes." Es sei ihm gar nicht darum gegangen, Benteke für die vergebene Chance zu kritisieren. Eher wird er dem Angreifer wohl noch einmal seine Aufgaben auf dem Platz verdeutlicht haben. Denn die scheinen dem 46,5-Millionen-Euro-Mann nicht immer ganz klar zu sein.

Viel zu oft fehlt ihm die Bindung zum Spiel. In Klopps lauf- und passintensivem Pressingsystem will er nicht recht hineinpassen. Manchmal kreiselt er durch den Raum wie eine Eintagsfliege kurz vor der Dämmerung.

Und dann ist da natürlich noch die Sache mit den Toren. Während seiner Zeit bei Aston Villa demonstrierte der Belgier seine Klasse, netzte in 101 Spielen überragende 49 Mal. Nichts von diesen Qualitäten war bislang an der Anfield Road zu sehen. Auf sieben Tore bringt er es in dieser Premier-League-Spielzeit. Angesichts seiner stattlichen Ablösesumme kostete Liverpool jeder Benteke-Treffer umgerechnet 6,6 Millionen Euro.

Bentekes Torquote sehr mager

Jeder Treffer von Leicesters Jamie Vardy schlägt dagegen im Schnitt nur mit 28.000 Euro zu Buche (er traf in dieser Saison bereits 19 Mal und erzielte seit seinem Wechsel 2012 für 1,24 Millionen Euro insgesamt 44 Tore für die "Foxes"). Die Tore des Belgiers kosten Liverpool damit das 235-Fache. Ein gelungenes Investment sieht anders aus.

Benteke mangelt es an Kaltschnäuzigkeit. Seine Torquote ist angesichts der hochkarätigen Chancen, die sich ihm bieten, miserabel. Sie liegt bei 15,5 Prozent. Vardy kommt dagegen auf 22,4 Prozent und Spurs-Eigengewächs Harry Kane sogar auf 23,3 Prozent.

Dennoch will sich der Liverpool-Stürmer nicht beirren lassen. Er sei zwar frustriert, dass der Trainer ihn so gut wie nie von Anfang an spielen lasse, dennoch wolle er sich bei den "Reds" durchsetzen. "Ich gebe nicht so leicht auf und kämpfe bis zum Ende", sagte er. Ob er das Ende seines Vertrages, der noch bis 2020 läuft, allerdings erlebt, scheint nach der neuerlichen Klopp-Tirade mehr als unwahrscheinlich.

West Ham United soll bereits sein Interesse am Belgier bekundet haben. Klopp dürfte ihm wohl keine Steine in den Weg legen. Bentekes stattliches Wochengehalt in Höhe von 150.000 Euro wollen die "Hammers" aber nur zum Teil übernehmen. Verständlich. Dafür bekämen sie nach derzeitigem Stand ja nicht mal ein Vierteltor pro Woche.

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