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Karriereende Olympiasieger Steiner wirft das Handtuch

Matthias Steiner hat dem deutschen Sport 2008 in Peking einen der emotionalsten Olympiasiege beschert. Nun hat der Gewichtheber seine Karriere beendet - mit "viel Wehmut".

Deutschlands stärkster Mann hört auf: Gewichtheber Matthias Steiner hat überraschend seine Karriere beendet und 1676 Tage nach seinem emotionalen Olympiasieg in Peking dem Leistungssport den Rücken gekehrt. Die Familie soll für den 30-Jährigen nun ganz im Mittelpunkt stehen.

"Als ich den Satz ausgesprochen habe, hat es richtig wehgetan. Da ist viel Wehmut dabei, schließlich mache ich das seit dem zwölften Lebensjahr", sagte Steiner dem SID über seine Gedanken beim Rücktritt. Seit 2010 ist er mit der TV-Moderatorin Inge Posmyk (42) verheiratet, die beiden haben zwei Söhne: Max (3) und Felix (1 Monat).

Steiner hat in seiner Karriere vor allem bei seinen Olympia-Auftritten 2008 und 2012 für unvergessliche Momente gesorgt. In Peking gewann er sensationell die Goldmedaille und rührte Millionen Sportfans zu Tränen, als er auf dem Siegerpodest das Foto seiner bei einem Autounfall tödlich verunglückten Ehefrau Susann küsste.

Vom Glück verlassen

Vier Jahre später in London verließ ihn das sportliche Glück. Beim Versuch, die 196 Kilogramm schwere Hantel zur Hochstrecke zu bringen, knickte Steiner ein. Die schwere Eisenstange krachte ihm ins Genick, der starke Mann krümmte sich auf dem Boden vor Schmerzen ("Das war blinder Ehrgeiz"). Er gab auf, es sollte der letzte Wettkampf seiner Karriere bleiben. Noch Monate später quälten ihn Schmerzen in Nacken und Brust.

"Ich wurde oft gefragt, ob ich weitermache oder aufhöre. So eine Entscheidung wollte ich aber nicht direkt nach so einem schweren Unfall wie in London treffen. Das wäre der falsche Zeitpunkt gewesen. Ich wollte erst einmal wieder fit werden und trainieren. Um Weltklasseniveau produzieren zu können, muss man täglich hart arbeiten", sagte Steiner und betonte, dass er nach der Geburt seines zweiten Kindes "das alles nicht mehr unter einen Hut bringen" konnte: "In unserer Sportart denkt man in olympischen Zyklen. Ich hätte also noch dreieinhalb Jahre weitermachen müssen, das wäre nicht mehr gegangen."

Lieber Peking als London

Natürlich denkt der gebürtige Wiener, der seit 2008 für Deutschland startet, lieber an Peking zurück als an London. "Die Erinnerungen von Peking bleiben für immer in meinem Kopf, die verdänge ich auf keinen Fall. Ich rufe mir das dann auf, wenn es darum geht, motiviert zu sein", hatte der 145-kg-Koloss in London nach seinem Fauxpas gesagt. In die britische Hauptstadt war er schon angeschlagen gereist, an seine Bestform von Peking kam er nicht mehr heran.

Zu lang war die Verletzungspause nach dem Einriss der Quadrizeps-Sehne im September 2011, der Steiner bis zum Jahresbeginn außer Gefecht gesetzt hatte. Auch nach dem Zwischenhoch bei der EM blieb die Vorbereitung holprig. Kleinere Blessuren an der Schulter oder den Handgelenken störten immer wieder den zeitintensiven Kraftaufbau. Steiner schien vom Pech verfolgt.

Das verdeutlichte auch ein Vorfall in einem Trainingslager Mitte Mai 2012, der für Steiner mit einem dreitägigen Krankenhausaufenthalt endete. Nach einer Übung war er zusammengebrochen und nicht mehr in der Lage, eigenständig aufzustehen. Steiner musste daraufhin auf einer Trage durch ein Fenster des im Keller gelegenen Trainingsraumes in einen Krankenwagen gehoben werden. "Wer das gesehen hat, wundert sich, dass ich überhaupt wieder so weit bin", sagte Steiner damals.

Danach sagte er zunächst seine Teilnahme an der EM in Valencia (8. bis 18. April) ab. Er ließ sich Zeit, die Pause dauerte immer länger, gemeinsam mit seiner Frau gründete er die Marketingfirma STEINERtainment. Nun wird nicht nur die WM im Oktober in Warschau ohne ihn stattfinden.

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