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FC Bayern in Katar Mit diesem Foto macht Pep Guardiola keine gute Figur

Der FC Bayern präsentiert sich gerne als weltweiter Botschafter des Fußballs und bemüht sich, unpolitisch zu sein. Das interessiert Trainer Pep Guardiola beim Winter-Trainingslager in Katar wenig.

Das Geschehen auf dem Platz war so eindeutig, wie die Bayern-Profis es in der Hinrunde gewohnt waren. Novak Djokovic vermöbelte Rafael Nadal im Finale des Tennisturniers von Doha so wie Robert Lewandowski, Arjen Robben und Douglas Costa in den vergangenen Monaten die Teams aus Hamburg, Zagreb oder Stuttgart: 6:1, 6:2 hieß es am Ende für den Serben.

Spannender war zweifelsfrei das Treiben auf den Rängen. Denn dort brach die ohnehin nicht besonders stichhaltige Selbstverteidigung des deutschen Vorzeigeklubs krachend in sich zusammen.

Der FC Bayern ist nach Katar gefahren, seit einigen Jahren macht er das schon. Ungefähr genauso lange gibt es Kritik an einem Wintertrainingslager, wo zwar perfekte Plätze und traumhaftes Wetter locken, aber Tausende Arbeiter unter menschenunwürdigen Bedingungen geknechtet werden.

Gebetsmühlenartig entgegnen die Klubverantwortlichen dann, dass sie sich ganz "gewissenhaft über die Zustände" informieren und keinesfalls zu Marionetten eines weltweit umstrittenen Regimes werden wollen. "Ein Trainingslager ist keine politische Äußerung", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge diesmal vor der Abreise, das dürfe nicht vermischt werden.

Guardiola ist Katars Botschafter

Seine Spieler umschifften das heikle Thema Katar in ihren Interviews auch tatsächlich weiträumig. Die Bayern sind also unpolitisch. Doch ausgerechnet Trainer Pep Guardiola machte seinen Vorgesetzten einen Strich durch die Augen-zu-und-durch-Rechnung. Er verfolgte das Tennisfinale von der VIP-Loge in bester Gesellschaft von katarischen Würdenträgern aus: Fußballpräsident, Tennisdirektor und einige andere Würdenträger drängelten sich da.

Zwei Dinge dürfen bei Guardiola nicht vergessen werden: Er ist Botschafter des künftigen WM-Gastgebers. Und: Der Katalane ist Hobbypolitiker. Sein Name tauchte bei den Regionalwahlen in Katalonien im Herbst auf der Kandidatenliste eines separatistischen Parteienbündnisses auf.

Auch interessant: Guardiola auf heikler Mission beim FC Bayern

Eines ist Guardiola bis zum Sommer ganz gewiss: der prominenteste Repräsentant des FC Bayern. Dessen Distanzierung vom katarischen Regime entlarvt er mit seinem Besuch in der Loge als Augenwischerei. Einem Mann wie Guardiola, den die Politik fast so sehr interessiert wie ein kluger Spielzug im Fußball, ist klar, welches Signal Fotos aussenden, die ihn mit den Mächtigen in Katar zeigen. Es ist nichts anderes als ein politisches Statement, eine Geste der Solidarität.

Pep Guardiola posiert für Selfie unter den Augen der Würdenträger Katars.

Katar sonnt sich im Glanz westlicher Großklubs

Guardiola, der immer wieder als kommender WM-Trainer des Weltranglisten-84. gehandelt wird, mag das logisch finden. Seinen FC Bayern bringt es jedoch in arge Bedrängnis. Guardiolas Verhalten zersetzt die Argumentation von Rummenigge und Sportvorstand Matthias Sammer wie Wüstensonne einen bayerischen Schneemann.

Man kann sogar so weit gehen zu sagen: Wegen solcher Schnappschüsse, die am Sonntag groß in örtlichen Zeitungen prangten, lädt Katar die Bayern und den weltberühmten Trainer zu sich ein – genauso wie übrigens die Vereinigten Arabischen Emirate den BVB. Sie sonnen sich im Glanz westlicher Großklubs (und bezahlen dafür wohl auch stattlich). Dass die beiden größten deutschen Vereine es mit sich machen lassen, ist bedauerlich.

Übrigens: Guardiola hätte seiner Tennisleidenschaft wie auch seine Spieler von normalen Plätzen aus frönen können. Doch dann hätten die Gastgeber ihr gemeinsames Foto nicht bekommen. Und darum ging es doch schließlich.

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