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"Deppertes" F1-Roulette Reifen schmelzen schneller als Eis

Vettel verschlingt seine Gummis, Zuschauer sind ratlos, das schwarze Gold wird zum Roulette. Die neuen Reifen sind das große Streit-Thema in der Formel 1. Doch Kritiker vergessen: Das wussten alle.

Niki Lauda findet's einfach nur "deppert". Reifen zu bauen, die schneller schmelzen als Eis in der Sonne, hinterlässt beim dreimaligen Formel-1-Weltmeister aus Österreich nur noch ein Kopfschütteln. "Künstlich" würde für mehr Spannung gesorgt, die Zuschauer würden aber ratlos zurückgelassen. "Dieser Weg ist grundsätzlich falsch", lästerte der Aufsichtsrats-Chef des Mercedes-Teams.

Die Kritik an den schwarzen Walzen von Pirelli ist weder neu noch hat sie Lauda exklusiv. Nach sieben Siegern in den sieben ersten Rennen der vergangenen Saison "droht" der Königsklasse wieder ein Reifen-Roulette. Aber ist das wirklich so schlimm? "Viele Fans haben uns gelobt, weil sie das Rennen unglaublich spannend fanden", konterte Pirelli-Motorsportchef Paul Hembery Laudas Aussagen in der Bild-Zeitung.

Natürlich war es beim Saisonauftakt im australischen Melbourne schwer, bei den zahlreichen Boxenstopps den Überblick zu behalten. Selbst der drittplatzierte Weltmeister Sebastian Vettel musste anschließend zugeben, Sieger Kimi Räikkönen im Rennen "gar nicht gesehen" zu haben. Dass seine "Hungry Heidi" das schwarze Gold geradezu verschlang, dürfte dem Heppenheimer ebenfalls nicht geschmeckt haben.

Teams wie Mercedes mussten mitten im Rennen ihre Strategie ändern. "Alle Teams befinden sich noch in einem Lernprozess mit den neuen Pirelli-Reifen", konstatierte Silberpfeil-Boss Toto Wolff. Das war allerdings vor dem Saisonstart groß und breit angekündigt worden.

"Hersteller Pirelli kann ja nichts dafür, die machen nur, was die FIA bei ihnen bestellt", sagte Lauda und kritisierte den Automobil-Weltverband. Allerdings hatte Pirelli bei der Vorstellung der neuen Pneus im Februar in Mailand ausdrücklich betont, dass die neuen Mischungen auf Wunsch der Teams angefertigt wurden. Eben, um die Spannung wieder zu erhöhen.

Eins darf man nämlich nicht vergessen: Nach dem "verrückten" Auftakt 2012 hielt spätestens mit dem Sieg von Red-Bull-Pilot Mark Webber in Monte Carlo der Alltag wieder Einzug in die Königsklasse. Mit Ausnahme von Räikkönen in Abu Dhabi hießen die Sieger anschließend nur noch Red Bull, Ferrari und McLaren.

Das mag im Sinne der Spitzenteams sein, doch gerade Rennen wie das in Australien mit dem genialen Zwei-Stopp-Coup von Lotus und den ersten Führungskilometern in der Karriere von Adrian Sutil in einem Force-India (!) machen die Formel 1 erst wieder richtig interessant. "Episch" nannte die australische Presse den Grand Prix, wegen seiner zahlreichen Führungswechsel sei er einer "der besten aller Zeiten" gewesen.

Eines war das Rennen im Albert Park aber keineswegs: Ein Gradmesser für die Saison. Dafür sind die Bedingungen auf dem Stadtkurs viel zu speziell. In Malaysia erwartet die Teams schon wieder ein ganz anderes Kaliber. "Im Trockenen ist der Kurs ein gnadenloser Reifenfresser", sagt Sauber-Neuzugang Nico Hülkenberg.

Die von Lauda besonders stark kritisierten Supersoft-Reifen ("Wenn die weichen Reifen so weich bleiben, ist das schlecht für die Formel 1") werden in Sepang erst gar nicht zum Einsatz kommen. Stattdessen können die Teams zwischen dem Medium-Reifen und der harten Mischung wählen. "Aufgrund der Temperaturen und des Streckenbelags würden wir Sepang als extrem bezeichnen", sagte Hembery und kündigte damit schon mal an, was Vettel und Co. erwartet.

Die harten Reifen sind in dieser Saison übrigens an der orangenen Markierung zu erkennen. In der Psychologie gilt die Farbe Orange als stimmungsaufhellend. Vielleicht hilft's ja auch bei Niki Lauda.

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