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Handball-EM 2016 in Polen Warum Deutschland ein Titelfavorit ist

Nach dem furiosen Sieg über Dänemark ist für die deutschen Handballspieler bei der EM alles möglich. Sogar der Titelgewinn. Nach einem historischen Favoritenscheitern ist die Gelegenheit günstig.

Die deutschen Spieler waren längst in ihren Hotelzimmern angekommen, als die Handball-EM in Polen das zweite große Wunder binnen eines Tages erlebte. Nachdem die No-Name-Truppe von Dagur Sigurdsson die hoch gewetteten Dänen aus dem Turnier geworfen hatte, zerlegten die Kroaten Gastgeber Polen nach allen Regeln der Kunst und schafften, was niemand für möglich gehalten hatte: Sie folgten der deutschen Auswahl unter die letzten vier Teams. Die vermeintlich besten Mannschaften sind hingegen raus.

Frankreich, Dänemark und Polen müssen zusehen, wenn Deutschland und Norwegen sowie Spanien und Kroatien die Finalteilnehmer ermitteln. Selten war die Favoritenrolle vor dem Schlusswochenende bei einem großen Turnier so vakant. Wobei: Wenn es einen Kandidaten gibt, der dem Titelgewinn näher scheint als die anderen drei, dann ist es die deutsche Sieben.

Noch einmal zum Mitschreiben: Nach anderthalb Partien drohte der Auswahl des Deutschen Handballbundes, die ohne vier Leistungsträger angereist war, der Super-Gau. Das Vorrundenaus war nach der Niederlage gegen Spanien und dem hohen Rückstand gegen Schweden verdammt nah.

Seither fliegt die junge Mannschaft regelrecht durch das Turnier, gewann fünf Partien hintereinander und verzückt mit einem nicht für möglich gehaltenen Teamgeist. Einen besseren Lauf hat kein anderer Halbfinalist.

Brillanter Sigurdsson auf der Bank

Dieses Selbstvertrauen ist in jeder Aktion zu spüren. Die Deutschen glauben an sich. Selbst die nachnominierten Häfner und Kühn fügen sich ein und werden förmlich mitgerissen. Dieser Spirit, diese Dynamik macht Sigurdssons Team zu einem völlig unberechenbaren Gegner für die Konkurrenz. Und zum ersten Anwärter auf den ersten EM-Sieg seit 2004.

Denn immer wenn es darauf ankam, konnte sich die deutsche Sieben steigern. Angeleitet vom brillanten Taktiker Sigurdsson hat sie die Außenseiterrolle abgelegt. Wenn es am Freitag (18.30 Uhr, ZDF) zum Halbfinale gegen Norwegen kommt, heißt der Favorit Deutschland. Einerseits wegen der zuletzt erbrachten Leistungen. Andererseits wegen der Jugendlichkeit, die anfangs noch als großer Makel galt.

In der Schlussphase eines zweiwöchigen Turniers mit Spielen im 48-Stunden-Rhythmus wiegt die Fähigkeit, schnell zu regenerieren, manche Unerfahrenheit auf. In den letzten Minuten des Zwischenrundendramas hatten die Dänen nichts mehr zuzusetzen – die Deutschen schon. Mit diesem Rückenwind geht es nun in das Duell mit Norwegen, dem anderen Überraschungsteam dieser EM. Wer in die Gesichter der deutschen Spieler geschaut hat, ahnt, was sie vorhaben. Ihre Reise ist noch nicht beendet.

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