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Sieg bei Comeback Robert Harting verblüfft sich selbst

Mit einem Sieg beim Istaf Indoor kehrt Diskus-Olympiasieger Robert Harting in den Ring zurück. Die Erleichterung ist riesig. Doch seine lange Verletzungspause hat den Hünen nachdenklich gemacht.

Das Schlimmste war irgendwie das Warten auf den Tag X. "Noch ein Tag... Noch 20 Stunden... Jetzt noch zwei..." Und dann all dies Adrenalin im Körper. "Wie bei einer WM oder Olympia." Krass halt.

Hätte Robert Harting nie gedacht, dass das mal so kommen würde bei seinem Comeback nach 19 Monaten Zwangspause. Das Kreuzbandriss-ramponierte linke Knie, klar, das hält inzwischen. Aber würden auch seine Nerven halten?

Sie hielten. Und nicht nur das. Wie in einem Drehbuch, das er zur dritten Auflage des von ihm mitinitiierten Istaf Indoor selbst entwarf, blieb der Diskuswettbewerb spannend bis zum Schluss.

Nach einer Reihe mäßiger bis mieser Würfe schob sich Harting mit dem letzten Versuch noch auf Platz eins vor. Auf Potenzial für 62 bis 63 Meter hatte er ja im Vorfeld spekuliert. Aber gleich 64,81 Meter? "Damit hätte ich nicht gerechnet. Dass ich hier gewonnen habe, ist geil. Ein geileres Comeback kannst eigentlich nicht haben."

Dass sein letztlich zweitplatzierter Bruder Christoph bis zu Robert Hartings letztem Wurf mit 64,34 Meter geführt hatte, verleiht dem Sieg eine pikante abseitige Note. Es wäre der erste Sieg des sechs Jahre Jüngeren, sechs Zentimeter Größeren in einem offiziellen Wettkampf -Duell gewesen. Entsprechend knapp schien Christoph Hartings Umarmung auszufallen. So eine Enttäuschung will erst einmal verarbeitet sein.

Robert (r.) und sein Bruder Christoph Harting: Von einer Duellsituation mochte der Sieger nach dem Wettkampf nicht sprechen. (Foto: dpa)

Robert Harting wurde beinahe blümerant zumute, als er mit der Erleichterung des Siegers auf die Konkurrenten schaute. "Man hat heute gesehen, wer mittlerweile alles an der Weltspitze ist. Die sind alle gut, die Jungs. Jung, dynamisch. Die brauchen keine Physiotherapie." Ein bisschen Koketterie durfte an diesem Abend in seiner Heimatstadt Berlin schon sein.

Er werde sich nun mit seinem alten, an diesem Abend beim Hallenmeeting abwesenden Rivalen, dem polnischen Weltmeister Piotr Malachowski, 32, beraten: "Und zwar darüber, wie wir den 'Kindern' Einhalt gebieten können", frotzelte Harting, dem nun nach eigenem Bekunden eine große Last von den Schultern gefallen ist ("Es war echt schwierig. Vor allem im Vorfeld").

„Ein Tag, den ich so nicht erwartet hätte“
Robert Harting

Nicht allein wegen des Siegs. Sondern wegen der Erkenntnis: geht noch! Auch wenn sich der Perfektionist und Olympiasieger während des alles andere als optimal verlaufenen Wettkampfs unterm Hallendach zeitweise "waffenlos" gewähnt hatte: "Ein sehr unangenehmes Gefühl."

Bis Mai folgt nun abermals eine lange wettkampflose Trainingsphase, in der tüchtig gebolzt wird und Bewegungsabläufe automatisiert werden sollen. Er gehe jetzt mit einer "Riesenportion Freude" in diese Zeit, sagte Harting.

Dieser Tag in Berlin, sein Comeback, "ist ein Tag, den ich nicht vergessen werde und den ich so nicht erwartet hätte. Er gibt mir Energie zurück". Hallenzauber bedeutet manchmal offenbar eben auch, dass sich in der Halle ein eigener Zauber entfaltet.

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