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Paukenschlag im Tennis Zahlreiche Topprofis unter Manipulationsverdacht

Zahlreiche Tennis-Profis stehen laut britischen Medienberichten unter Manipulationsverdacht. Sie sollen Ergebnisse abgesprochen haben. Selbst Wimbledon-Partien seien betroffen.

Nach Informationen der BBC sollen 16 Tennisprofis aus den Top 50 in den vergangenen zehn Jahren in Spielabsprachen verwickelt gewesen sein. Das berichteten die BBC und das US-Medium BuzzFeed kurz vor Beginn der Australian Open in Melbourne. Die Informationen basieren auf geheimen Dokumenten, allerdings werden darin keine Namen genannt. Auch Partien in Wimbledon sollen von den Manipulationen betroffen, sogar Grand-Slam-Turnier-Sieger unter den Beschuldigten sein.

Einige der beschuldigten Spieler sollen auch bei den diesjährigen Australian Open am Start sein. Die International Tennis Federation (ITF) kündigte an, sich im Laufe des Tages zu den Vorwürfen zu äußern. ATP-Präsident Chris Kermode wollte nicht abstreiten, dass es wohl auch im Tennis zu Manipulationen komme: "Wir sind uns bewusst, dass es wie in anderen Sportarten auch im Tennis diesbezügliche Risiken gibt. Aber die Verschiebungen bewegen sich auf einem unglaublich niedrigen Niveau", sagte Kermode.

Im Zentrum der Enthüllungen von BBC und BuzzFeed steht eine Partie zwischen dem Russen Nikolai Dawydenko und Martin Vassallo Arguello aus Argentinien bei einem Turnier im polnischen Sopot aus dem Jahr 2007. Die Ermittlungen dazu wurden damals ergebnislos eingestellt. Dawydenko wurde bereits mehrfach beschuldigt, in einigen Begegnungen absichtlich aufgegeben zu haben. Bei Wettanbietern waren hohe Einsätze auf eine Niederlage des Russen eingegangen. Wett-Syndikate aus Russland und Italien sollen im Laufe der Jahre mit manipulierten Spielen Gewinne von mehreren Hundertausend Dollars gemacht haben.

Nach jahrelangen Untersuchungen war 2011 Profi Daniel Köllerer wegen Match-Manipulationen in drei Fällen lebenslang gesperrt worden. Dem Österreicher wurde vorgeworfen, eine Partie mit eigener Beteiligung sowie zwei weitere Spiele manipuliert zu haben. Auf Basis der Beweislage hatte auch der Internationale Sportgerichtshof CAS Köllerer schuldig gesprochen.

Bislang nur unbekannte Profis bestraft

Auch drei Partien in Wimbledon stehen offenbar unter dem Verdacht, verschoben worden zu sein. Endgültige Beweise liegen der "Manipulations-Polizei", einer 2008 gegründeten Task Force mit Namen "Tennis Integrity Unit (TIU)", aber offenbar nicht vor, denn nach Angaben der BBC wurde wegen der jüngsten Verdächtigungen bislang noch kein Profi überführt und aus dem Verkehr gezogen.

BBC und BuzzFeed kritisieren, dass die Tennis-Verantwortlichen zu wenig gegen vermeintliche Wettmanipulationen getan hätten. Bislang wurden lediglich einige unbekannte Profis bestraft.

Chris Kermode dementierte, dass die Verantwortlichen Informationen über vermeintliche Absprachen von Tennisspielen zurückhalten würden. "Wir weisen jeden Vorwurf, dass Beweise über Wettmanipulationen verdrängt wurden, absolut zurück", sagte Kermode am Montag in Melbourne am Eröffnungstag der Australian Open. Er machte im Namen der Herren-Organisation ATP, der Damen-Organisation WTA, der vier Grand-Slam-Turniere und des Weltverbandes deutlich, dass es in Bezug auf Manipulationen eine "Null-Toleranz-Politik" gebe.

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