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Der große Vergleich Welches Land hat den höchsten Steuersatz?

Wie viel Steuern zahlt man in Deutschland, wie viel in anderen Ländern? Ein Vergleich der OECD gibt darüber Aufschluss. Die Ergebnisse sind ziemlich überraschend.

Kaum ein politischer Aspekt interessiert die Bürger eines Landes so sehr wie der Steuersatz. Vor Wahlkämpfen werden häufig Versprechungen gemacht, manchmal können sie nicht eingehalten werden. Die Steuer, sprich: wie viel der Staat aus dem Portemonnaie eines Einzelnen nimmt, ist in jeder Hinsicht ein machtvolles Instrument.

Dabei sind die Steuersätze in den einzelnen Ländern höchst unterschiedlich, wie nun die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PWC) sowie die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in einem großen Vergleich aufzeigen. Die BBC berichtete ausführlich über die Zahlen.

PWC untersuchte die Steuerraten für Verheiratete mit zwei Kindern und einem Jahreseinkommen von rund 300.000 Euro inklusive aller Sozialabgaben.

Heraus kam folgendes Ergebnis:

Italien: 50,59 Prozent (das heißt: Die Italiener behalten 50,59 Prozent ihres Einkommens. Der Rest geht für Steuern drauf)

- Indien: 54,90 Prozent

- Vereinigtes Königreich: 57,28 Prozent

- Frankreich: 58,10 Prozent

- Kanada: 58,13 Prozent

- Japan: 58,68 Prozent

- Australien: 59,30 Prozent

- USA: 60,45 Prozent

- Deutschland: 60,61 Prozent

- Südafrika: 61,78 Prozent

- China: 62,05 Prozent

- Argentinien:  64,02 Prozent

- Türkei: 64,64 Prozent

- Südkorea:  65,75 Prozent

- Indonesien: 69,78 Prozent

- Mexiko: 70,60 Prozent

- Brasilien: 73,32 Prozent

- Russland: 87 Prozent

- Saudi-Arabien: 96,86 Prozent

Der Vergleich zeigt: Unter den westlichen Industrienationen kommen gut verdienende Bürger aus Deutschland gut weg. Nur 40 Prozent ihres Einkommens gehen für Steuerzahlungen drauf. Gut betuchte Italiener, Franzosen und Engländer müssen deutlich mehr berappen. Nahezu keine Steuern zahlen gut Verdienende aus Saudi-Arabien und Russland.

Die gut betuchten Deutschen müssen im Vergleich zu anderen Ländern gar nicht so viel Geld beim Finanzamt abliefern. (Foto: DPA)

Deutscher Durchschnittsverdiener wird zur Kasse gebeten

Die OECD analysierte dagegen die Steuersätze von alleinlebenden Bürgern ohne Kinder mit durchschnittlichem Einkommen. Was ein durchschnittlicher Verdienst ist, differiert stark. Die OECD musste daher für jedes Land andere Maßstäbe anlegen. Heraus kam folgendes Ergebnis:

- Belgien: 42,80 Prozent (das heißt: In Belgien muss ein durchschnittlich Verdienender fast 43 Prozent seines Gehaltes für Steuerzahlungen aufwenden)

- Deutschland: 39, 90 Prozent

- Dänemark: 38, 90 Prozent

- Ungarn: 35 Prozent

- Österreich: 34 Prozent

- Griechenland: 25, 4 Prozent

- OECD Durchschnitt: 25, 10 Prozent

- Vereinigtes Königreich: 24, 90 Prozent

- USA: 22, 70 Prozent

- Neuseeland: 16, 40 Prozent

- Israel: 15, 50 Prozent

- Südkorea: 13 Prozent

- Mexiko: 9, 50 Prozent

- Chile: 7 Prozent

Die OECD verglich zudem die Steuerraten für durchschnittlich Verdienende, die verheiratet sind und zwei Kinder haben:

- Dänemark: 34,8 Prozent

- Österreich: 31,9 Prozent

- Belgien: 31,8 Prozent

- Finnland: 29,4 Prozent

- Niederlande: 28,7 Prozent

- Griechenland: 26,7 Prozent

- Vereinigtes Königreich: 24,9 Prozent

- Deutschland: 21,3 Prozent

- OECD Durchschnitt: 19,6 Prozent

- USA: 10,4 Prozent

- Südkorea: 10,2 Prozent

- Slowakei: 10 Prozent

- Mexiko: 9,5 Prozent

- Chile: 7 Prozent

- Tschechien: 5,6 Prozent

Die Untersuchung macht deutlich, dass die durchschnittlich verdienenden Deutschen verhältnismäßig viele Steuern zahlen, wohingegen die gut verdienenden Deutschen relativ stark entlastet sind. Anders könnte man auch sagen: Ob ein Bürger aus Deutschland viel oder durchschnittlich verdient, macht sich in den Steuerabgaben prozentual kaum bemerkbar.

Allerdings betreibt Deutschland eine außerordentlich familienfreundliche Steuerpolitik für durchschnittlich Verdienende. Wer verheiratet ist und zwei Kinder hat, bezahlt nur 21,3 Prozent Steuern.

Mehr als erstaunlich ist dagegen, dass verheiratete Griechen mit Kindern mehr Steuern zahlen müssen als Singles.

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