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Analysten staunen Der neue Goldrausch

Die Analysten der großen Geldhäuser hatten ein Waterloo des Goldpreises vorhergesagt. Doch der Start ins Jahr läuft ganz anders als erwartet: Das Edelmetall ist gefragt - und die Experten staunen.

Es gibt Sprinter und Langstreckenläufer der Geldanlage. Gold gehört mit Sicherheit zu den Langstreckenläufern. Zwischenzeitlich fällt das Edelmetall immer wieder mal weit zurück und verschwindet dann fast ganz aus dem Wahrnehmungskreis der Investoren.

So geschehen in den vergangenen Jahren. Doch 2016 wird anders. Der Januar hat für Gold mit starken Kursaufschlägen begonnen, und es deutet einiges darauf hin, dass das älteste Investment der Welt dieses Jahr wiederentdeckt wird.

Schon jetzt zeichnet sich ein Paradigmenwechsel ab: In den ersten Handelstagen des Jahres hat der Dax mehr als acht Prozent verloren, eine noch nie da gewesene Negativbilanz des deutschen Leitindexes. Die Automobilaktien im Börsenbarometer brachen samt und sonders zweistellig ein.

"Gleich im Januar ist Investoren auf drastische Weise in Erinnerung gerufen worden, dass die Finanzkrise von 2008 eigentlich nie richtig aufgehört hat", sagt Ronald Stöferle, Goldexperte und Fondsmanager bei der Investmentgesellschaft Incrementum in Liechtenstein.

"2016 dürfte ein gutes Jahr für Gold werden"

China ist nicht das einzige Problem. Die größte Gefahr geht vom Ölpreisverfall aus, der die globalen Spannungen vergrößert und den Finanzsektor unter Stress setzt, und das bei einer noch nie da gewesenen Schuldenlast.

(Foto: Infografik Die Welt)

"In den USA werden sich schon bald die Rezessionssorgen zurückmelden", ist Stöferle überzeugt. Dem werde die US-Notenbank Fed einmal mehr mit einer lockeren Geldpolitik entgegenwirken. Noch mehr billiges Geld aber bedeutet: "Gold wird in Dollar signifikant aufwerten." Ende des Jahres werde die Feinunze erheblich mehr kosten als heute.

Auch Jens Klatt, Marktstratege bei DailyFX, glaubt an eine Rückkehr der Krisenwährung: "2016 dürfte ein gutes Jahr für Gold werden. Denn anders als viele erwarten, werden die Zinsen nicht so zügig weitersteigen." Weder Rentenpapiere mit attraktiven Zinsen noch ein starker Dollar würden dem gelben Metall folglich die Show stehlen.

Große Investoren wieder auf der Käuferseite

Stöferle, bekannt für seinen Gold-Report, betont: "Das Gros der Marktteilnehmer wird auf dem falschen Fuß erwischt werden, wenn sich herausstellt, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen gar nicht normalisieren kann." Dafür seien die Finanzmärkte zu anfällig und die Weltkonjunktur zu schwach.

"Normalisierung der Geldpolitik" war das Banner, unter dem sich Hedgefonds und andere große Akteure in den vergangenen Jahren aus dem Edelmetall zurückgezogen haben. Und das, obwohl Gold vergangenes Jahr keineswegs in allen Währungen abgegeben hat. Investoren in Brasilien, Russland oder auch Norwegen konnten in dem sicheren Hafen Gold dem Wertverlust ihrer Landeswährung trotzen.

(Foto: Infografik Die Welt)

Wenn die Konjunktur sich erholt, die Aktiengewinne sprudeln und die Zinsen steigen, dann ist das unverzinste Gold das falsche Investment. In den Jahren 2013 bis 2015 liefen Aktien bei allen zwischenzeitlichen Schwankungen gut, die Gold-Notierungen an den Rohstoffmärkten bröckelten hingegen sukzessive ab. Vor allem die großen angelsächsischen Investoren zogen sich aus dem Edelmetall zurück und brachten den Preis mit ihren Verkäufen unter Druck.

Die jüngsten Zuwächse der Gold-Fonds (ETF) zeigen nun jedoch, dass die großen Investoren wieder auf der Käuferseite sind. Allerdings sind die Käufe der Fonds noch zaghaft. Im langfristigen Abwärtstrend bilden sie kaum mehr als ein Häkchen nach oben. Für Stöferle hat die skeptische Haltung der Profi-Investoren allerdings auch ihr Gutes: "Aktuell ist der Gold-Pessimismus der großen Häuser so ausgeprägt wie seit Jahren nicht mehr", sagt er.

Stützende Notenbanknachfrage, stagnierende Minenproduktion

Tatsächlich haben fast alle Analysten ihre Goldprognosen für das Jahr 2016 weiter zurückgenommen. Und es sind nicht mehr nur die Wall-Street-Häuser, die den Daumen über Gold schon seit Langem senken. Die europäischen Banken machten zuletzt einen regelrechten Wettlauf der Prognosesenkungen. Aus Sicht der Optimisten liefert die geringe Erwartung aber eine gute Basis für eine positive Überraschung, wie Anfang Januar zu erleben war.

Das sieht auch Jörg Jubelt von PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf so: "Institutionelle Investoren sind derzeit in Gold unterinvestiert, was erfahrungsgemäß beim Anspringen des Goldpreises zu weiterer Nachfrage führen sollte."

Die Bestände in den Goldfonds steigen langsam wieder. (Foto: Infografik Die Welt)

"Zurückhaltende Finanzinvestoren und Spekulanten stehen Privatanlegern gegenüber, die unter langfristigen Vermögenssicherungsaspekten bei Preisrückgängen beherzt zugreifen", bemerkt Heinrich Peters, Ökonom bei der Helaba. Auch die Notenbanknachfrage dürfte 2016 stützend wirken, während die Minenproduktion vermutlich stagnierte.

Zugleich warnt er vor zu viel Zuversicht: "Solange sich der Dollar robust zeigt, wird der Goldpreis wohl zwischen 1000 und 1200 Dollar schwanken." Am Dienstag wurde die Unze für knapp unter 1100 Dollar gehandelt. Bei Portfoliomanager Jörg Jubelt ist von Überschwang nichts zu spüren: "Die Zeit der Minusjahre ist für Gold vorbei, aber mehr als eine Stabilisierung ist 2016 wohl nicht drin." Es gebe noch einige Risiken: Als Folge der Finanzmarktturbulenzen könnten sich Chinesen zum Beispiel zu Notverkäufen gezwungen sehen, die den Preis drücken.

"Aus unserer Sicht ist Gold sehr volatil"

Auch Jens Klatt merkt an, dass für eine richtige Gold-Rally noch eine wichtige Komponente fehlt: "Oft wird Gold als klassische Absicherung gegen Inflation gesehen. Doch die Inflation will rund um den Globus nicht anziehen." Dennoch sei das Edelmetall bei einem Preis "um 1000 Dollar je Feinunze" für langfristige Anleger interessant. "Wenn die Wirtschaft durch den Kampf gegen den Terror und Militäranstrengungen rund um den Globus anspringt, dürfte auch Gold zügig sehr attraktiv werden."

Manche Banker schütteln nur den Kopf. "Wir sind für den Goldpreis aktuell wenig optimistisch gestimmt", sagt Lars Edler, leitender Investmentstratege bei der Privatbank Sal. Oppenheim. Das gelbe Metall habe sich in den vergangenen Jahren als extrem schwankungsanfällig erwiesen und damit viele vergrault.

Anleger sollten sich daher gut überlegen, ob sie ihr Geld in ein derart volatiles Gut stecken wollen. "In der Vermögensverwaltung halten wir uns mit Goldinvestments stark zurück: Aus unserer Sicht ist Gold sehr volatil. Zudem ist derzeit nicht mit einer extrem hohen Inflation zu rechnen und ein starker Dollar lässt die Nachfrage nach dem Edelmetall noch weiter abkühlen." In der Strategischen Vermögensverwaltung hat Sal. Oppenheim Gold bereits seit Mitte vergangenen Jahres aus den Depots verbannt.

Zur Jahresmitte sieht Edler den Unzenpreis bei 980 Dollar und zum Jahresende 2016 sogar nur noch bei 950 Dollar. Er befindet sich damit in guter Gesellschaft. Denn viele Banken sehen die Notierungen dieses Jahr unter 1000 Dollar fallen. "Das heißt allerdings nicht, dass wir auch Privatanlegern raten, sich um jeden Preis von dem Edelmetall zu trennen", räumt Edler ein. Für einen Privatanleger, der sich gegen Risiken absichern möchte, könne es sinnvoll sein, mit einem Teil seines Vermögens auf Gold zu setzen, sagt der Privatbankier.

Mehrwertsteuerfreie Münzen und Barren

Wer langfristig auf Gold als Rettungsanker setzt, wird sich fast immer an Münzen und Barren halten, die in der Bundesrepublik keiner Mehrwertsteuer unterliegen. Die Differenz aus An- und Verkaufpreis ist ebenfalls steuerfrei, sofern das physische Gold mindestens zwölf Monate lang gehalten wurde. Zu den beliebtesten Anlagemünzen zählen der Krügerrand (Südafrika), der Nugget (Australien), der Maple Leaf (Kanada) und der Wiener Philharmoniker (Österreich).

Die Internetseite www.goldpreis.de erlaubt einen Vergleich der Konditionen einzelner Händler. Das Deutsche Kundeninstitut hat die Qualität der Edelmetallhäuser hierzulande in einer Branchen-Studie untersucht und kam zum Ergebnis, dass Degussa Goldhandel, ESG Edelmetall-Handel, ProAurum und S&R Edelmetalle ein sehr gutes Gesamtpaket bieten. Diese vier Anbieter konnten die Tester bei den Konditionen, bei der Produktauswahl, bei der Sicherheit und beim Service überzeugen.

(Foto: Infografik Die Welt)

ProAurum und Degussa Goldhandel haben jeweils knapp ein Dutzend Filialen. Daneben bieten sie, ebenso wie S&R Edelmetalle und ESG Edelmetall-Handel ihre Dienste auch im Internet an. Apropos Internet, über ein Depot beim Online-Broker Consorsbank können Sparer jetzt auch physisches Edelmetall erwerben, ohne sich um die Lagerung kümmern zu müssen. Die Verwahrung der Münzen und Barren übernimmt der Consorsbank-Partner ProAurum in einem Hochsicherheitstresor.

Aktuell sind 20 verschiedene Goldbarren und -münzen von 3,1 Gramm (1/10 Unze) bis 1000 Gramm auf diese Weise online handelbar. Für Kauf und Verkauf fallen keine Ordergebühren an, Anleger müssen beim Erwerb lediglich den üblichen Aufschlag zahlen. Die Verwahrung kostet 0,6 Prozent im Jahr. Eine Auslieferung des Goldes ist jederzeit möglich.

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