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Brennpunkt Deutschland Mauerfall und Wiedervereinigung 1989-1990

Am Abend des 9. November 1989 verkündet der Sprecher der DDR-Regierung, Günter Schabowski, versehentlich, dass DDR-Bürger in den Westen reisen können und leistet damit seinen Beitrag zum Mauerfall.

Nachdem Ungarn seine Grenzanlagen zu Österreich ab Mai 1989 abbaut und am 11. September vollständig öffnet, kommt es zu wiederholten Ausreisewellen von DDR-Bürgern. Gleichzeitig gerät die DDR-Regierung durch die Proteste und Demonstrationen der "Hierbleiber" weiter unter Druck. Um einen Zusammenbruch der DDR zu vermeiden, entschließt sich die Regierung zur Reformierung des Reisegesetzes, die den Fall der Mauer einleitet.

Schabowskis "historischer Irrtum"

Aufgrund eines Missverständnisses beantwortet Günter Schabowski die Nachfrage eines italienischen Journalisten, ab wann das von ihm soeben verkündete neue DDR-Reisegesetz denn gelte, mit dem inzwischen berühmt geworden Satz: "Das tritt nach meiner Kenntnis … ist das sofort, unverzüglich." Da die Pressekonferenz live übertragen und sowohl im Westen wie im Osten Deutschlands verfolgt wird, hat die Wirkung dieses Versprechers weltpolitische Auswirkungen.

Noch in der Nacht eilen Tausende an die Grenze in Berlin, um in den Westteil der Stadt zu gelangen. Drei Stunden lang halten die Grenzbeamten, die von der neuen Regelung nicht in Kenntnis gesetzt worden sind, dem Ansturm stand. Spätestens als das "Westfernsehen" seine Kameras aufbaut und die sensationelle Nachricht bestätigt, ist klar, dass in dieser Nacht das Ende der deutschen Teilung gekommen ist. Am späten Abend des 9. November 1989 geben die Grenzbeamten ihren Widerstand auf, öffnen die Berliner Grenzübergänge und lassen die Menschen passieren.

Der Weg zur deutschen Einheit

Einige Wochen nach der Öffnung der Berliner Mauer und den immer lautstärker werdenden Rufen nach der deutschen Einheit kommt es kurz vor Weihnachten 1989 zu einer regen Reisediplomatie in die DDR.

Vor allem Frankreich und Großbritannien misstrauen einem großen und wirtschaftlich starken Deutschland in der Mitte des europäischen Kontinents. Sie versuchen den Zusammenschluss der Bundesrepublik mit der DDR wenn schon nicht zu verhindern, so doch an politische Bedingungen zu knüpfen. Diesen Bedenken trägt Bundeskanzler Helmut Kohl am 19. Dezember 1989 Rechnung, als er in einer weltweit viel beachteten Rede vor der Ruine der Dresdner Frauenkirche, zum einen erklärt, den Willen der DDR-Bürger – egal wie er laute – zu respektieren. Zum anderen bekennt sich der Bundeskanzler an diesem Abend dazu, dass eine deutsche Einheit nur in "einem europäischen Haus" möglich sein könnte. Die deutsche und die europäische Einheit seien zwei Seiten einer Medaille – damit erteilt er einem neutralen wiedervereinigten Deutschland eine klare Absage.

2+4 = 1

Mit Beginn des Jahres 1990 wird der Prozess der Vereinigung beider deutscher Staaten in einen internationalen Prozess eingebettet, der die Interessen der Deutschen ebenso berücksichtigt wie die der Alliierten. Ohne die Zustimmung der Siegermächte des Zweiten Weltkrieges ist die deutsche Wiedervereinigung nicht möglich. In den sogenannten "Zwei-plus-Vier"-Gesprächen beraten seit dem 5. Mai die Außenminister der vier Alliierten mit ihren Kollegen beider deutscher Staaten über die außenpolitischen Bedingungen einer Wiedervereinigung. Bei den Verhandlungen geht es um die Abgabe der Rechte der Alliierten, wie sie im Potsdamer Abkommen von 1945 für "Deutschland als Ganzes" festgeschrieben wurden, und die Bündniszugehörigkeit Gesamtdeutschlands. Die Westmächte fordern, das vereinigte Deutschland müsse Mitglied der NATO bleiben, was die Ausweitung dieses Bündnisses bis an die deutsch-polnische Grenze bedeutet - für die Sowjetunion ein neuralgischer Punkt. Am 14. Juli 1990 reist Helmut Kohl zu vertraulichen Gesprächen mit Michail Gorbatschow nach Schelesnowodsk im Kaukasus. Am nächsten Tag gibt der Kanzler auf einer Pressekonferenz das sensationelle Ergebnis zu Protokoll: Der sowjetische Präsident erklärt sein Einverständnis zur freien Bündniswahl eines vereinten Deutschlands.

Die Vereinigten Staaten, die Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich gewähren dem vereinigten Deutschland die volle staatliche Souveränität. Die Bundesrepublik Deutschland garantiert die Unverletzlichkeit der bestehenden Grenzen, stimmt einer Reduzierung ihrer Streitkräfte zu und verzichtet auf ABC-Waffen. Volkskammer und Bundestag legen am 21. Juni 1990 die Endgültigkeit der deutsch-polnischen Grenze in ihrem bestehenden Verlauf an der Oder-Neiße-Linie fest. Am 12. September 1990 unterzeichnen die sechs Außenminister in Moskau den Zwei-plus-Vier-Vertrag, der die äußeren Aspekte der deutschen Einigung verbindlich regelt.

Am 6. Juli beginnen in Ost-Berlin die Verhandlungen über den Einigungsvertrag (2. Staatsvertrag) zum Beitritt der DDR auf Grundlage des Artikels 23 des Grundgesetzes. Nach langen Diskussionen über den Beitrittstermin beschließt die Volkskammer in einer Sondersitzung in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1990 mit 294 von 400 Stimmen den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes zum 3. Oktober 1990. Am 3. Oktober wird die Wiedervereinigung vollzogen – damit endet nicht nur die 40jährige Teilung Deutschlands, sondern die Europas und der Welt. Wie in Berlin vor dem Reichstagsgebäude feiern in vielen anderen Städten Deutschlands die Menschen mit Freudenfesten den Tag der Deutschen Einheit.

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